von Holger Twele

In diesem Jahr stellte die Berlinale-Sektion Generation Eigenständigkeit und Erwachsenwerden in den Fokus. Dabei überzeugen tragisch beginnende Filme wie Cléo & Paul oder Los Bando mit ungewöhnlichen Figurenkonstellationen und einem unerwarteten, glücklichen Ende. Andere Festivalbeiträge thematisieren eher die Schattenseiten des Lebens: So kreisen Bleirucksack und Der endlose Tag um den Umgang mit dem Tod. Ein Geheimtipp ist die von Tom Tykwer unterstützte nigerianische Tragikomödie Supa Modo um ein kleines krebskrankes Mädchen, das zur Superheldin wird. Im Programm der 14plus-Sektion finden sich hingegen Filme wie 303 oder Retablo, deren Protagonisten sich mit dem Leben, der Liebe und Werten auseinandersetzen.

Der Große Preis in der Sektion kplus ging an das poetische indonesische Drama Sichtbar und unsichtbar (Sekala niskala) von Kamila Andini, während Germinal Roaux' in Schwarzweiß gedrehtes Flüchtlingsdrama Fortuna nicht nur den Großen Jurypreis der Sektion 14plus abräumte, sondern auch den Gläsernen Bär der Jugendjury erhielt. Im Folgenden werden die eindrücklichsten Filme des 2018er-Jahrgangs vorgestellt.

Kplus – Kinder, allein auf sich gestellt

Gordon & Paddy

Die Welt der Erwachsenen ist in den Filmen der diesjährigen Auswahl bei Kplus wenig vertrauenseinflößend. Häufig haben die Erwachsenen kein Gespür für die Probleme ihrer Kinder. Sie hören nicht zu, reden nicht offen mit ihnen und sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Solchen emotionalen Herausforderungen sind die Kinder zum Glück nicht immer völlig hilflos ausgeliefert, auch wenn eine unbeschwerte Kindheit anders aussieht und das Scheitern oder gar der Tod allgegenwärtig nicht ausgespart bleiben. Literaturverfilmungen wie Gordon & Paddy (Gordon och Paddy) von Linda Hambäck nach der Buchreihe von Ulf Nilsson waren diesmal äußert selten. In dieser Mut machenden, humorvollen und hübschen Geschichte ernennt ein alter Froschkommissar kurz vor seinem Ruhestand eine mittellose junge Maus zu seiner Nachfolgerin, um die Waldbewohner vor dem gefürchteten Fuchs zu beschützen. Bei den meisten anderen Filmen – übrigens fast paritätisch von Filmemacherinnen und Filmemachern – handelte es sich um originäre Filmstoffe aus der unmittelbaren Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen.

 

Erste Schritte in die Welt der Erwachsenen

Cléo & Paul

Mit seinen eigenen Kindern in den Hauptrollen hat Stéphane Demoustier den Film Cléo & Paul (Allons Enfants) im Pariser Stadtteil La Villette gedreht. Dort gehen Cléo und Paul unabhängig voneinander verloren und müssen sich in einer Mischung aus magischen Begebenheiten und dem für sie ungewohnten Gefühl völliger Freiheit plötzlich alleine zurechtfinden. Fast niemand beachtet die beiden Kinder, und da der Film ganz in Augenhöhe der Kleinen gedreht ist, sieht man häufig nur die Beine der Erwachsenen. Die erst dreieinhalb jährige Cléo bittet schließlich eine junge Frau um Hilfe, die das Mädchen nach einer wahren Odyssee am Ende zu sich nach Hause nimmt, zumal sich weder die Parkaufsicht noch die Polizei für zuständig erklären. Von der Fachjury mit einer Lobenden Erwähnung bedacht, war dieser Film umstritten, da er mögliche Gefahren für die beiden Kinder mehrfach andeutet und eine Aufsichtsperson plötzlich im Nichts verschwindet. Er gehört dennoch zu den schönsten Entdeckungen des Kinderprogramms.

Mein Freund, die Giraffe

Nicht viel älter als Cléo ist der Junge in Barbara Brederos nach einem niederländischen Kindergedicht entstandener Film Mein Freund, die Giraffe (Dikkertje Dap). Noch ganz seiner Fantasiewelt verhaftet, in der er viel Zeit mit der Giraffe im nahegelegenen Zoo verbringt, in der sein Großvater als Tierpfleger arbeitet, bedeutet der Eintritt in die Vorschule für ihn die erste Trennung von seinem tierischen Freund. Giraffen müssen eben nicht zur Schule gehen, sie wissen schon alles, was sie für das Leben benötigen. Da die Erwachsenen mehrfach versäumen, ihn nach der Vorschule in den Zoo zu bringen, gerät Dikkertje in Gewissenskonflikte, seinen Freund im Stich gelassen zu haben. Noch weiß er nicht, dass die Freundschaft zu einem Tier andere Freundschaften nicht ausschließt.

Gummistiefel

In Wangdraks Gummistiefel (Wang zha de yuxue) von Lhapal Gyal können sogar Gummistiefel für kleine Leute zu einem großen Problem werden, vor allem dann, wenn man als einziger Junge im Dorf keine besitzt. Die Eltern können sich die Anschaffung nicht leisten, obwohl es in den Bergen von Tibet reichlich regnet. Wangdrak fühlt sich von den Eltern nicht ernst genommen und wird von den anderen Kindern im Ort ausgelacht. Als sein sehnlichster Wunsch dank der Mutter doch noch in Erfüllung geht, hört der Dauerregen plötzlich auf. Die Bauern danken den Göttern, denn nun steht der überlebenswichtigen Ernte nichts mehr im Weg. Doch sie haben die Rechnung ohne den Jungen gemacht, der sich fortan nichts sehnlicher wünscht, als dass es endlich wieder regnen möge, damit er seine neuen Gummistiefel nutzen kann.

 

Außergewöhnliche Bündnisse zwischen "Generationen"

Los Bando

Zwei Filme überzeugten vor allem durch schräge Geschichten und eine sehr ungewöhnliche Figurenkonstellation. Vielleicht nicht zu den tiefgründigsten, aber ganz sicher zu den lustigsten Filmen der Sektion zählt das musikalisch inspirierte Roadmovie Los Bando von Trine Aadalen Lo und Nicholas Sando. Dass eine in sich gekehrte neunjährige Violinistin, zwei 14-jährige Möchtegern-Rockmusiker und ein vom Vater drangsalierter 17-jähriger Rallyefahrer ein eingeschworenes und perfektes Team bilden können, mag man erst glauben, wenn man diesen Film gesehen hat, der es in einer Verfolgungsszene sogar mit dem Actionklassiker Speed aufnimmt. Erzählt wird die Geschichte von Axel und Grim aus Schweden, die an der Rock-Championship in Norwegen teilnehmen wollen, obwohl Axel gar nicht singen kann. Aber wie soll man das seinem Freund vermitteln? So machen sich die beiden mit der neunjährigen Ausreißerin und dem Rallyefahrer, der noch nicht einmal einen Führerschein besitzt, auf den Weg, um gemeinsam ein Stück erwachsener zu werden und zu lernen, was echte Freundschaft bedeutet.

Hand auf's Herz

Noch etwas "gewagter" ist der von der Kinderjury mit dem Gläsernen Bären ausgezeichnete kanadische Film Hand auf’s Herz (Les rois mongols) von Luc Picard, der in den 70er-Jahren vor der Folie der gewaltsamen politischen Auseinandersetzungen jener Zeit angesiedelt ist. Damals wurde im frankophonen Quebec sogar der Ausnahmezustand ausgerufen. Im Mittelpunkt steht die zwölfjährige Manon, die nicht tatenlos zusehen will, wie ihre Familie durch die Krankheit des Vaters auseinanderfällt und die Kinder in einer Pflegefamilie untergebracht werden sollen. Kurzerhand entführen sie als fingierte "revolutionäre Zelle" die englischsprachige Mutter eines Ministers und versteckt sich mit ihr in einem Landhaus. Was ein blutig endendes Entführungsdrama werden könnte und dann kaum die Kinderjury dermaßen begeistert hätte, entwickelt sich kurzfristig zu einer fast harmonischen Kleinfamilie, in der die Kinder ungewohnte Freiheiten genießen und die neue Oma wider Willen sich vor neue Herausforderungen gestellt sieht.

 

Das Sterben und der Tod

Küstennebel, Bleirucksack, Der endlose Tag

Leider haben nicht alle Filme ein vergleichsweise versöhnliches Ende und manchmal lässt sich auch der Tod als zentraler Mitspieler nicht vermeiden. Rein quantitativ war das gar das vorherrschende Thema dieses Jahrgangs. Sehenswert, wenn auch sehr speziell in ihrem filmischen Kosmos sind Küstennebel (Blue Wind Blows) von Tetsuya Tomina, in dem ein Junge auf einer japanischen Insel das spurlose Verschwinden seines Vaters zu verarbeiten versucht, indem er sich vorstellt, der Vater sei von einem Monster geholt worden. Oder Bleirucksack (Mochila de plomo) von Darío Mascanbroni, in dem ein Zwölfjähriger sich an einem entlassenen Strafgefangenen rächen möchte, der angeblich seinen Vater getötet hat. Und auch in Der endlose Tag (El día que resistía) von Alessia Chiesa riecht es irgendwie nach Tod, nachdem die achtjährige Fan und ihre beiden jüngeren Geschwister in einem großen Haus mitten auf dem Land allein auf sich gestellt sind, ihre Freiheit genießen und sich Märchengeschichten vorlesen, bis die Gemeinschaft der sich selbst überlassenen Kinder auseinanderbricht.

Sichtbar unsichtbar

Es überraschte, dass die Fachjury ihren Großen Preis ausgerechnet an Sichtbar und unsichtbar (Sekala niskala) von Kamila Andini verliehen hat. Der in seiner künstlerischen Umsetzung zweifellos auf hohem Niveau angesiedelte, zwischen Traum und Realität oszillierende Film voller Magie und mit poesievoller Bildsprache handelt vor dem Hintergrund der indonesischen Kultur vom langsamen Abschiednehmen eines Mädchens von ihrem Zwillingsbruder, der bald sterben wird. Das macht sie in wechselnden Kostümen und Bemalungen und mit tänzerischen Bewegungen, die so irritierend wie zugleich faszinierend sind. Ob der Film allerdings eine Chance hierzulande im Kino hätte, ist zu bezweifeln, allenfalls im Programmkino.

Supa Modo

Ganz anders der von der Kinderjury mit einer Lobenden Erwähnung ausgezeichnete, tragikomische und zugleich sehr ergreifende Film Supa Modo von Likarion Wainaina. Er entstand im Rahmen einer Masterclass des von Tom Tykwer unterstützten deutsch-kenianischen Produktionskollektivs One Fine Day Films/ Ginger Ink und hat gute Chancen auf eine Kinoauswertung. Auch hier steht ein Mädchen im Mittelpunkt. Die neunjährige Jo ist unheilbar an Krebs erkrankt und weiß, dass sie bald sterben muss. Gleichwohl fühlt sie sich als Superheldin und liebt Actionfilme über alles. Während die Mutter ihr Kind vor allen äußeren Einflüssen abschirmen möchte, ermöglicht Jos ältere Schwester ihr mit Unterstützung des ganzen Dorfes einen ganz großen Traum. Zusammen drehen alle mit ihr einen Film, in dem Jo tatsächlich die Superheldin ist, die sie immer sein wollte.

Ceres

Auf den ersten Blick passt Ceres, der einzige Dokumentarfilm bei Kplus, nicht in die Rubrik der Auseinandersetzung mit dem Tod, denn Janet van den Brand begleitet in ihrem Langfilmdebüt mit der Kamera ein Jahr lang vier junge Menschen aus der Landwirtschaft, die später vielleicht einmal die Höfe ihrer Eltern übernehmen werden. Doch zum Kreislauf auf einem Bauernhof gehört nicht nur das Pflanzen und Ernten. Auch Tiere werden dort geboren, liebevoll großgezogen und gestreichelt – und am Ende geschlachtet und gegessen. Für die einen ein schmerzliches Erlebnis, für andere eine Selbstverständlichkeit, für alle aber verbunden mit viel Arbeit und großem Verantwortungsbewusstsein. Der Geheimtipp vieler Fachbesucher ging bei der Preisvergabe leider leer aus, obwohl der einfühlsam montierte Film bestens dazu geeignet ist, romantische Vorstellungen vom Leben auf dem Bauernhof jenseits unserer sterilen Supermarkterfahrungen zu überprüfen und zu hinterfragen.

 

14plus – Liebe und Moral

303

Aus dem Programm von 14plus seien an dieser Stelle nur einige der wichtigsten Filme herausgegriffen, wobei die Wettbewerbsfilme in diesem Jahr fast alle überzeugten und in ihrer Summe mindestens die gleiche Qualität von Kplus erreichten. Bereits der gut ausgewählte Eröffnungsfilm 303 von Hans Weingartner setzte Maßstäbe zum facettenreichen Thema Liebe. Ein altes Mercedes Hymermobil 303 wird zur fahrenden Wohnung für zwei Studenten, die wie füreinander geschaffen sind, sich zufällig auf einer Autobahnraststätte bei Berlin kennenlernen und sich langsam auf einer Reise durch Westeuropa bis nach Portugal annähern. Das Roadmovie ist zugleich ein philosophischer Film, denn Jule und Jan unterhalten sich auf ihrer Reise über die Wurzeln der Menschheit, üben Kapitalismuskritik und sinnieren über die Geheimnisse der Liebe oder die Vor- und Nachteile eines Single-Daseins. Entstanden ist ein wunderbarer Liebesfilm, wie ihn sonst nur die Franzosen erzählen können. Obwohl die Chemie zwischen Jule und Jan hundertprozentig stimmt, kommt es erst nach normaler Spielfilmlänge zum ersten Kuss, stattdessen erfährt man eine Menge über die Liebe und das Leben, ohne dass es einem in 144 Minuten langweilig wird.

 

Problematische Eltern-Kind-Beziehungen

Adam

Zahlreiche Filme bei 14plus setzten sich mit komplizierten Eltern-Kind-Beziehungen auseinander, wobei weniger die Rolle der Väter als die der Mutter in den Fokus rückte und es an den Jugendlichen selbst lag, Verantwortung für die Mutter zu übernehmen, beziehungsweise die eigene Mutterrolle zu hinterfragen. Maria Solrun stellt ihrem Film Adam ein Zitat von Friedrich Nietzsche voran: "Welches Kind hätte nicht Grund, über seine Eltern zu weinen?" Im konkreten Fall ist es ein taubstummer Jugendlicher aus Berlin, der sich damit konfrontiert sieht, dass seine Mutter nach exzessivem Alkoholmissbrauch einen irreversiblen Hirnschaden davongetragen hat und zum Pflegefall geworden ist. Die Mutter, eine frühere Technomusikerin, hatte schon früh den Kontakt ihres Sohnes mit dem Vater unterbunden. Nun steht Adam, der sich seiner Umwelt obendrein nur schwer mitteilen kann, ohne fremde Hilfe vor der Alternative, ob er den Wunsch seiner Mutter auf Sterbehilfe erfüllen soll oder sie zu sich nach Hause nimmt und pflegt.

Cobain

Die Titelfigur aus Cobain von Nanouk Leopold hat ebenfalls existenzielle Probleme mit der Mutter. Aufgewachsen in einer Pflegefamilie und gerade aus einem Resozialisierungsprogramm entlassen, versucht Cobain, sich endlich ein eigenes Leben aufzubauen. Doch dann begegnet er seiner Mutter, die als Prostituierte arbeitet und trotz Drogensucht erneut schwanger ist. Cobain findet Arbeit bei dem ehemaligen Zuhälter seiner Mutter, der theoretisch sein Vater sein könnte, und versucht sich zugleich in der Liebe. Als seine Mutter erneut auftaucht und um Geld bittet, weist der Zuhälter sie schroff ab. Daraufhin entscheidet sich Cobain, seine Mutter zuhause einzusperren, damit das Ungeborene nach einem kalten Entzug der Mutter wenigstens eine Chance hat. Das schockierende und zugleich hoffnungsvolle Ende ist nicht jedermanns Sache, gleichwohl hat der Film bereits einen deutschen Verleih gefunden.

Danmark

Die 16-jährige Josephine in Danmark von Kasper Rune Larsen sieht sich ungewollt plötzlich selbst in der Rolle einer möglichen Mutter. Aus einem Impuls heraus schläft sie mit Norge, um ihm das Kind unterzuschieben. Gleichwohl beginnen sich die beiden Jugendlichen anzunähern und sich erstmals Gedanken über ihre Zukunft zu machen, etwa, ob sie das Kind abtreiben oder behalten sollen. Wer das äußerst nervige erste Drittel des Films durchhält, das mit übertrieben hektischer Handkamera das Lebensgefühl seiner Protagonisten einzufangen sucht, wird in Folge mit einer sensiblen Jugendstudie belohnt, der es gelingt, Gefühle weniger mit Worten als mit Blicken und Gesten zu vermitteln.

Retablo

In Retablo von Álvaro Delgado-Aparicio L. (Peru/Deutschland/Norwegen), den die Jugendjury nicht zuletzt wegen seiner starken Bilder mit einer Lobenden Erwähnung bedachte, ist es der Vater, der für den 14-jährigen Segundo zur großen Herausforderung wird. Dieser ist in einem peruanischen Bergdorf ein hochangesehener Künstler, der Altarretabel für Kirchen und Privathäuser anfertigt und sehr darauf bedacht ist, seine Fertigkeiten an den Sohn weiterzugeben. Als die Homosexualität des Vaters öffentlich bekannt wird, die in der Region noch als große Schande gebrandmarkt wird, zerbricht die Familie und Segundo muss sich entscheiden, ob er trotzdem zu seinem Vater stehen will.

 

Gewissenskonflikte

Fortuna

Streng genommen lassen sich auch die beiden in Form und Inhalt wohl eindrucksvollsten Filme in die Rubrik "Problematische Eltern-Kind-Beziehungen" einordnen, gehen aber darüber hinaus und streifen weitere wichtige Themen. Sowohl die Jugendjury (Gläserner Bär) als auch die Internationale Fachjury (Großer Preis) von Generation 14plus vergab ihren Preis an die schweizerisch-belgische Produktion Fortuna von Germinal Roaux. Der in schwarzweiß und im nur noch selten verwendeten Normalformat gedrehte Film mit Bruno Ganz als abgeklärtem Prior spielt in einem abgeschiedenen Kloster hoch oben in den winterlichen Schweizer Bergen. Das Kloster hat vorübergehend mehrere Flüchtlinge aus Schwarzafrika aufgenommen, darunter auch die erst 14-jährige Fortuna aus Äthiopien. Sie trägt ein Geheimnis in ihrem Bauch, über das sie mit niemandem reden kann, zumal der Vater dafür ins Gefängnis wandern könnte. Selbst der stillen Verzweiflung hilflos ausgesetzt, bringt ihr Schicksal auch die Klosterbrüder in eine moralische Zwickmühle.

Eine aktuelle und zugleich zeitlose Geschichte, bei der die Jugendjury hervorhob, dass der Film "mit der bestechenden Klarheit der fotografischen Aufnahmen einen detailreichen Einblick in viele Themen des Menschseins in einer ausgrenzenden Welt gibt, ohne dabei den Blick auf das Große und Ganze zu verlieren."

Dressage

Der iranische Film Dressage von Pooya Badkoobeh, der von der Fachjury eine Lobende Erwähnung bekam, besticht dagegen nicht so sehr durch seine Bilder als durch die unbeirrbare kompromisslose moralische Konsequenz seiner Protagonistin. Zusammen mit ihrer Clique, überwiegend Sprösslinge aus der iranischen Oberschicht, raubt Golsa eher aus Langeweile einen Kiosk aus. Bei dem Überfall geht ein Angestellter zu Boden. Da die Jugendlichen vergessen haben, die Überwachungskamera zu entfernen, wird Golsa gegen ihren Willen dazu bestimmt, zum Tatort zurückzukehren und den Datenträger zu holen. Als sie sich in einer Mischung aus Trotz, persönlicher Verletztheit und weiser Vorsicht weigert, die Beweisaufnahmen auszuhändigen, entspinnt sich ein "Teufelskreis der Korruption, der Lügen, der Heuchelei der Mittelschicht und der falschen Moral", der nicht nur Golsa selbst, sondern auch ihre Familie, auf deren Rückhalt sie vergeblich hoffte, an den Rand des Ruins drängen.


Bester Langfilm
(Internationale Jury Generation Kplus):

Sekala Niskala (Kamila Andini)

Bester Kurzfilm
(Internationale Jury Generation Kplus):

Jaalgedi (Rajesh Prasad Khatri)

Bester Film
(Kinderjury Generation Kplus):

Les rois mongols (Luc Picard)

Bester Kurzfilm
(Kinderjury Generation Kplus):

A Field Guide to Being a 12-Year-Old Girl (Tilda Cobham-Hervey)

Bester Langfilm
(Internationale Jury Generation 14plus):

Fortuna (Germinal Roaux)

Bester Kurzfilm
(Internationale Jury Generation 14plus):

Juck (Olivia Kastebring, Julia Gumpert, Ulrika Bandeira)

Bester Film
(Jugendjury Generation 14plus):

Fortuna (Germinal Roaux)

Bester Kurzfilm
(Jugendjury Generation 14plus):

Kiem Holijanda (Sarah Veltmeyer)

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