[02.05.2019]

Leseverstehen und literarische Bildung sind wichtige Ziele des Deutschunterrichts. Wie lassen sich diese Ziele umsetzen? Die Tagung gibt verschiedene Anregungen für die Praxis des Lese- und Literaturunterrichts. Vor dem Hintergrund der Forschungsergebnisse aus dem Projekt TAMoLi - Texte, Aktivitäten und Motivationen im Lese- und Literaturunterricht in der Sekundarstufe I - werden Entwicklungsmöglichkeiten zur Gestaltung des Literaturunterrichts präsentiert und diskutiert. Außerdem eröffnen Begegnungen im kulturellen Leben der Gegenwart vielfältige Zugänge zur Literatur: Aktuelle Kinder- und Jugendbücher, digitales Lernen im Literaturunterricht und eine Autorenlesung geben Impulse für das Schulleben. Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur spricht ein Grußwort.

Zielgruppe:

Lehrkräfte der Sekundarstufe, Deutschdidaktikerinnen und -didaktiker, Lehramtsstudierende, Lehramtsanwärterinnen und -anwärter, Interessierte

Programm:

  • 9.30-10.00 Uhr
    • Anmeldung, Stehkaffee
  • 10.00-11.00 Uhr
    • Begrüßung: Anne May, Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
    • Grußwort: Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur
    • Impulsvortrag: Der Lese- und Literaturunterricht in der Sek. I aus der Sicht der Lehrpersonen und der Schülerinnen und Schüler. Ergebnisse aus dem Projekt TAMoLi (Prof. Dr. Andrea Bertschi-Kaufmann, PH FHNW/Universität Basel und Prof. Dr. Irene Pieper, Universität Hildesheim)
  • 11.00-11.15 Uhr
    • Kaffeepause
  • 11.15-12.45 Uhr
    • Workshoprunde I (Workshops V1-V5)
  • 12.45-14.00 Uhr
    • Mittagspause mit individueller Verpflegung
  • 14.00-15.30 Uhr
    • Workshoprunde II (Workshops N1-N5)
  • 15.30-15.45 Uhr
    • Kaffeepause
  • 15.45-16.45 Uhr
    • Lesung: Finn-Ole Heinrich. Kurze Prosa für die Klassen 5 bis 10
  • 16.45-17.00 Uhr
    • Ausklang, Übergabe Lesekalender 2020

Workshops
Vormittags-Workshops (V1-V5)

V1: Ein schwieriges Verhältnis: Komplexität und Lenkung im Umgang mit Literatur, Dr. Jochen Heins, Universität Hamburg

Zwischen dem Ideal, dass Lernende selbstständig mit Literatur umgehen, und den besonderen Verstehensherausforderungen in literarischen Texten besteht ein Spannungsverhältnis. Die Herausforderungen werden üblicherweise über Lernaufgaben und im Gespräch moderiert. Wie kann Lenkung in einer Weise erfolgen, die die Selbständigkeit der Schülerinnen und Schülern nicht aus dem Blick verliert? Auf der Basis empirischer Erkenntnisse und anhand von Unterrichtsbeispielen soll das schwierige Verhältnis zwischen Komplexität der Anforderungen und Lenkung in Lernsituationen untersucht werden.

V2: Lese- und Literaturunterricht mit dem Tablet, Jan Säfken, Lehrer, Universität Hildesheim

Digitale Medien eröffnen neue und vielfältige Formen der Textbegegnung. Literarisches Lernen meint hier, sich Texte medial durch szenische, visuelle oder akustische Eigenproduktionen zu eigen zu machen. Der Praxisworkshop gibt Anregungen und zeigt Unterrichtsszenarien literarischen Lernens im Kontext der Digitalisierung.

V3: Fantastische Lektüren und wie sie zu finden sind, Dr. Volker Pietsch, Universität Hildesheim

Wenn sich Jugendliche für Literatur begeistern können, dann oft für Titel der Sparten Fantasy, Science-Fiction und Grusel. Die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Genres ist deutlich gestiegen, aber noch immer klafft hier vielerorts eine Lücke zwischen privaten Vorlieben und Unterrichtslektüre. Erschöpft sich das Potenzial der Fantastik in der Motivation der Schülerinnen und Schüler im Sinne der Leseförderung oder kann es für andere Ziele des Deutschunterrichts einen Mehrwert haben?

V4: Kurze Prosa mit großem Potenzial: Neue Kurzgeschichten im Literaturunterricht, Prof. Dr. Irene Pieper, Universität Hildesheim

In den Jahrgängen 8 und 9 spielen Kurzgeschichten zu Recht eine wichtige Rolle. Ihr Potenzial für das literarische Lernen ist groß. Gerade aktuellere Texte können reizvolle Gegenstände für den Literaturunterricht sein. Dabei lohnt sich ein Blick in die internationale Literatur, die häufig in hervorragenden Übersetzungen vorliegt. Im Workshop sollen Zugänge zu aktuellen Kurzgeschichten der dänischen Autorin Dorthe Nors und des Schweizer Autors Martin Suter vorgestellt und diskutiert werden.

V5: Comic, Graphic Novel & Co.: (Bild-)Lesekompetenz und literarisches Lernen, Dr. Annette Wagner, Lehrerin, Universität Hildesheim

Es gibt aktuell einen großen und vielfältigen Comic-Markt: von den Lustigen Taschenbüchern über Klassiker wie Asterix und Lucky Luke, Medienverbundproduktionen à la Star Wars bis zum japanischen Manga und komplexen Graphic Novels für Jugendliche und Erwachsene. Allen gemeinsam ist die Art, in einer Abfolge von Bildsequenzen zu erzählen, sowie das freizeitliche Leseinteresse, das ihnen von Klein bis Groß entgegengebracht wird. Im Workshop sollen unterrichtliche Zugänge zu dem beliebten Genre vorgestellt werden, die Ideen zur inhaltlichen und literarästhetischen Rezeption geben wie auch Anregungen, selbst Comics zu zeichnen.

Nachmittags-Workshops (N1-N5)

N1: Ein schwieriges Verhältnis: Komplexität und Lenkung im Umgang mit Literatur, Dr. Jochen Heins, Universität Hamburg

Zwischen dem Ideal, dass Lernende selbstständig mit Literatur umgehen, und den besonderen Verstehensherausforderungen in literarischen Texten, besteht ein Spannungsverhältnis. Die Herausforderungen werden üblicherweise über Lernaufgaben und im Gespräch moderiert. Wie kann Lenkung in einer Weise erfolgen, die die Selbständigkeit der Schüler/innen nicht aus dem Blick verliert? Auf der Basis empirischer Erkenntnisse und anhand von Unterrichtsbeispielen soll das schwierige Verhältnis von Komplexität der Anforderungen und Lenkung in Lernsituationen untersucht werden.

N2: Lese- und Literaturunterricht mit dem Tablet, Jan Säfken, Lehrer, Seminarleiter, Universität Hildesheim

Digitale Medien eröffnen neue und vielfältige Formen der Textbegegnung. Literarisches Lernen meint hier, sich Texte medial durch szenische, visuelle oder akustische Eigenproduktionen zu eigen zu machen. Der Praxisworkshop gibt Anregungen und zeigt Unterrichtsszenarien literarischen Lernens im Kontext der Digitalisierung.

N3: Fantastische Lektüren und wie sie zu finden sind, Dr. Volker Pietsch, Universität Hildesheim

Wenn sich Jugendliche für Literatur begeistern können, dann oft für Titel der Sparten Fantasy, Science-Fiction und Grusel. Die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Genres ist deutlich gestiegen, aber noch immer klafft hier vielerorts eine Lücke zwischen privaten Vorlieben und Unterrichtslektüre. Erschöpft sich das Potenzial der Fantastik in der Motivation der Schülerinnen und Schüler im Sinne der Leseförderung oder kann es noch für andere Ziele des Deutschunterrichts einen Mehrwert haben?

N4: Welchen Gewinn sehen Heranwachsende im Literaturunterricht? Einsichten in Wahrnehmungsmuster. Ergebnisse aus Interviews mit Schülerinnen und Schülern, Simone Depner, Universität Hildesheim

Die Auseinandersetzung mit Literatur ist ein zentrales Element des Deutschunterrichts. Die Qualität solcher literaturbezogenen Bildungsprozesse steht häufig im Zusammenhang mit einem „richtigen“ Handeln der Lehrkräfte. Wie aber sehen Schülerinnen
und Schüler ihren Literaturunterricht? Im TAMoLi-Projekt wurden auch die Lernenden interviewt, um die Bedeutung des Literaturunterrichts aus ihrer Perspektive auszuloten. Wir wollen die Einschätzungen und Wahrnehmungen der Heranwachsenden betrachten, um diese Erkenntnisse für eine gelingende Lesesozialisation in zukünftigen Unterrichtsvorhaben berücksichtigen zu können.

N5: Aktuelle Kinderliteratur für die Jahrgangsstufen 5/6, Katja Bauer und Imke Hanssen, Akademie für Leseförderung Niedersachsen

Eine Klassenlektüre muss viele Ansprüche erfüllen: Sie soll zur Lerngruppe passen, die Schülerinnen und Schüler fördern und fordern, gleichzeitig das Interesse wecken und möglichst nicht schon den Großeltern aus der eigenen Schulzeit bekannt sein. Die Orientierung auf dem Buchmarkt gestaltet sich aufgrund der Fülle an Neuerscheinungen schwierig. In der Fortbildung wird eine Auswahl von aktuellen Kinderbüchern auf unterschiedlichen Lesestufen für die Klassenstufen 5/6 vorgestellt. Außerdem werden verschiedene Bucheinstiege, Methoden und Ideen für den produktions- und handlungsorientierten Literaturunterricht präsentiert und von den Teilnehmenden erprobt.

Termin:
Mi., 6. November 2019, 9:30-17:00 Uhr

Ort:
Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover, Waterloostr. 8, 30169 Hannover

Veranstalter:
Akademie für Leseförderung Niedersachsen in Kooperation mit der Universität Hildesheim

Teilnahmegebühr:
kostenlos

Anmeldeschluss:
23. Oktober 2019

Zur Anmeldung gelangen Sie hier.

[Webseite der Akademie für Leseförderung Niedersachsen]


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