[07.10.2020]

Das AKJ-Herbstseminar vom 19. bis 21. November 2021 in Siegburg wird sich mit dem Thema "Cancel Literature – Alte und neue Grenzen des Darstellbaren" beschäftigen. Auch hierzu können bis 15. November 2020 Beitragsvorschläge eingereicht werden.

"Wie frei ist die Kunst?", fragt Hanno Rauterberg in seinem gleichnamigen Essay. Denn obschon Kunstfreiheit hierzulande ein Grundrecht ist, musste 2018 etwa ein Gomringer-Gedicht auf einer Uni-Fassade übermalt werden.

Mit Hinblick auf ihre Zielgruppe ist der Kinder- und Jugendliteratur die Debatte rund um die Grenzen des Darstellbaren seit jeher geradezu eingeschrieben: Was ist zumutbar, was gesellschaftlich akzeptiert, was politisch korrekt? Manchmal ringt die Kinder- und Jugendliteratur auch mit der Vergangenheit: Kindheitsbilder und Erziehungsideale verändern sich ebenso wie die Sprache, und so mögen ältere Texte heute mindestens überholt, vielleicht sogar rassistisch oder sexistisch anmuten.

Das Seminar gibt einen Überblick über den aktuellen Diskussionsstand, zeigt Konfliktpotenziale auf und bietet Raum für unterschiedliche Positionen. Gleichzeitig geht es um die Frage: Welche gesellschaftlichen Kräfte beeinflussen die Entstehung von Büchern, und ist das ein Fortschritt, ein Rückschritt, ein Stück weit Pluralisierung?

Folgende Aspekte sollen betrachtet werden:

  • Wie viel Einfluss hat die Zielgruppe? Wie wirkt es sich aus, wenn sich Verbände und Institutionen für Vielfalt in Kinderbüchern einsetzen und Sensitivity Reader Verlage beraten?
  • Politisierung und soziale Medien: Wenn Bücher zum Politikum werden und welche Macht ein Shitstorm hat
  • Welchen Einfluss haben Lizenzabteilung, Vertrieb und Buchhandel? Was ist darstellbar, wenn sich Titel (international) verkaufen müssen? Gibt es Tabuthemen für den Buchhandel?
  • Kein Ende der Rollenstereotypen? Brauchen wir Mädchen- und Jungsbücher?
  • Sexuelle Aufklärung und Freizügigkeit – was darf erzählt, was abgebildet werden?
  • Das vermeintlich Kindgemäße – inwiefern sind thematische und stilistische Reduktionen gerechtfertigt oder sogar erforderlich?
  • Inwieweit sind Autorinnen und Autoren sowie Illustratorinnen und Illustratoren noch Urheberinnen bzw. Urheber? Was darf zu Papier gebracht werden und wer setzt wo den Rotstift an?
  • Wie umgehen mit den Klassikern? Sind sprachliche Eingriffe gerechtfertigt?
  • Muss Literatur allen Ansprüchen genügen? Und inwieweit wird Kinderliteratur als Literatur wahrgenommen?

Zielgruppe der Tagung

Das Seminar richtet sich an Pädagoginnen und Pädagogen sowie Lehrkräfte, Bibliothekarinnen und Bibliothekare, Buchhändlerinnen und Buchhändler, Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren, Illustratorinnen und Illustratoren, Verlagsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren von Kinder- und Jugendliteratur.

Mögliche Formate:

  • Hauptvortrag (45 Minuten)
  • Kurzvortrag (30 Minuten)
  • Arbeitsgruppe (ca. 4 Stunden)

Abstracts, max. 1.500 Zeichen: Neben einer Inhaltsskizze bitten wir um einen Arbeitstitel, ggf. Angaben zu Literatur, auf die sich der Beitrag stützt, sowie um eine Kurzvita der Einreichenden (zwei bis drei Sätze zum beruflichen Hintergrund).

Einsendeschluss: bis 15. November 2020 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Weitere Informationen finden Sie hier.

[Quelle: Call for Papers]


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