Für die Konferenz "Erzählen über Kindheit und Jugend – Geschichten vom Aufwachsen in Ost und West", welche vom 23. bis 25. Juni 2016 im Schloss Rauischholzhausen/Universität Gießen stattfinden soll, werden Beiträge gesucht. Abstracts können bis zum 30. November 2014 eingereicht werden.

In den letzten Jahrzehnten, insbesondere seit den weitreichenden politischen Veränderungen in Europa in der Zeit von 1989/90, reflektieren Geschichten über Kindheit und Jugend immer mehr die modifizierten sozialen und politischen Bedingungen, unter denen Kinder und Jugendliche in West- und Osteuropa aufwachsen. In den Erzählungen wie auch dokumentarischen Texten, die sich an Kinder, Jugendliche, aber auch an Erwachsene wenden, wird offensichtlich, in welchem Maße die jeweiligen gesellschaftlichen Systeme Kindheit und Jugend beeinflussen und wie groß die Unterschiede sind. Die Überschreitung von nationalen, ideologischen und kulturellen Grenzen beeinflusst dabei zunehmend die tradierten Vorstellungen von Kindheit und Jugend und führt zur Entwicklung neuer narrativer Formen, die die Herausforderungen, Restriktionen und Möglichkeiten eines veränderten europäischen kommunikativen Raumes offenkundig machen. Allerdings hat man in der Forschung diese Veränderungen und die dahinter stehenden kulturellen Konzepte, die für die Konstruktion von kulturellen Identitäten grundlegend sind, noch nicht in ihrer ganzen Tragweise erfasst.

Die geplante Konferenz soll Wissenschaftler/innen, die sich für diese Fragestellung interessieren, ein Forum zum gegenseitigen Austausch und zur weiterführenden Diskussion bieten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Verbindung zwischen gewandelten Kindheitsbildern und Erzählungen über Kindheit und Jugend in Europa seit den 1990er Jahren. Dabei steht die Verbindung von historischen und aktuellen theoretischen Fragestellungen im Vordergrund, um auf diese Weise neue Forschungsperspektiven auf die vielfältigen literarischen Darstellungen und die Komplexität des Gegenstandes zu gewinnen.

Eine besondere Stellung nehmen in diesem Rahmen die Schnittstellen zwischen Kinder- und Jugendliteratur sowie Literatur für Erwachsene hinsichtlich der Darstellung von Kindheit und Jugend in verschiedenen europäischen Ländern ein. Weitere Themen, mit denen sich die Konferenz befassen wird, sind die Unterscheidung zwischen nationalen und transnationalen Konzepten von Kindheit und Jugend, die Entwicklung neuer narrativer Formate, die sogar hybride Erzählformen generiert haben, die Bedeutung des kulturellen Raumes und der literarischen Topographie, die Verbindung von autobiographischem Erzählen und Gedächtnis und der Einfluss von Migrationsbewegungen auf die Entstehung von Narrationen, die durch einen multikulturellen und mehrsprachigen Zugang charakterisiert sind.

Ein Ziel dieser internationalen Konferenz besteht darin, Wissenschaftler/innen aus verschiedenen Fachdisziplinen (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Slawistik, Skandinavistik, Kindheitsforschung, Medienwissenschaft, Kinderliteraturwissenschaft) zusammenzubringen. Interdisziplinäre und komparatistische Fragestellungen sind überaus willkommen. Darüber hinaus sind einige Panels für die Vorstellung von Forschungsprojekten von Nachwuchswissenschaftler/innen vorgesehen. Doktorand/innen und Postdoktorand/innen, die zu einem der genannten Themen forschen, werden deshalb explizit gebeten, sich mit einem Abstract zu bewerben.

Vor dem Hintergrund dieser theoretischen Zielsetzung könnten folgende Fragestellungen diskutiert werden:

  • Nationale versus transnationale Konzepte von Kindheit und Jugend in literarischen Texten, aber auch anderen Medien;
  • Einfluss politischer und ideologischer Veränderungen auf Erzählungen über Kindheit und Jugend;
  • Visuelle Narrationen über Kindheit und Jugend;
  • Literarische Topographien von Kindheit und Jugend;
  • Schnittstellen zwischen Darstellung von Kindheitsbildern in der Kinderliteratur im Vergleich zur Erwachsenenliteratur;
  • Autobiographische und semi-autobiographische Erzählungen über Kindheit und Jugend;
  • Bedeutung von Gedächtnis und der Idee des kulturellen Erbes;
  • Mehrsprachigkeit und Multikulturalität als Paradigmen von Narrationen über Kindheit und Jugend;
  • Entstehung neuer narrativer Formen, die die veränderte Einstellung zu Kindheit und Jugend innerhalb des europäischen Kontextes widerspiegeln;  
  • Einfluss von Migrationsströmen auf die Entwicklung neuer Themen und narrativer Strukturen in Erzählungen über Kindheit und Jugend;
  • Konstruktion einer kulturellen Identität durch Erzählen über Kindheit und Jugend.

Eine Veröffentlichung der Beiträge ist geplant.

Schicken Sie bitte Ihre Abstracts im Umfang von 300 Wörtern (für einen 30minütigen Vortrag) und einen kurzen Lebenslauf (ca. 100 Wörter) als separate E-Mail Anhänge im Word Format an Carsten Gansel: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Bettina Kümmerling-Meibauer: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Deadline für die Einreichung der Abstracts : 30. November 2014. Mitteilung über die Annahme des Abstracts: 15. Dezember 2014.

Kontaktadressen:

Carsten Gansel
Justus-Liebig-Universität  Gießen
Institut für Germanistik
Otto-Behagel-Str. 10 B
35494 Gießen
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Bettina Kümmerling-Meibauer
Eberhard Karls Universität Tübingen
Deutsches Seminar
Wilhelmstr. 50
D-72074 Tübingen
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

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