[27.03.2018]

In der Kinder- und Jugendliteratur spielt Heimat eine ambivalente Rolle. So kann dieses "Zuhause" einerseits Ausgangs- und Zielpunkt für selbstgewählte Abenteuer für eine notwendige Reifung und Ablösung darstellen, andererseits der Ort sein, dem kindliche und jugendliche Protagonist_innen entfliehen müssen, um ein neues "Zuhause" zu finden. Diesem Themenkomplex widmet sich vom 23. bis 24. November 2018 die Herbsttagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung. Abstracts für Vorträge oder Poster können bis zum 07. Mai 2018 eingereicht werden. 

Heimat in der ursprünglichen Bedeutung als Ort, Gegend, Land, wo man sich heimisch fühlt bzw. woher man stammt, entspricht dem englischen Begriff "home". Aber durch rassistische und nationalistische Diskurse ist der Begriff "Heimat" im deutschsprachigen Raum bis heute trotz neuerer Deutungsversuche ideologisch besetzt.

Gerade die ideologische Aufladung des Begriffs "Heimat" kann auch mit Peter Rosegger, dessen Geburtsjahr sich 2018 zum 175. und dessen Todestag sich zum 100. Mal jährt, und seinen Werken idealtypisch untersucht werden. Kritische Hellsichtigkeit, Ablehnung von Gewalt, mangelnde Abgrenzung vom Antisemitismus, Herabwürdigung durch die Deutschnationalen und posthume Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten stehen nebeneinander und schließen sich nicht aus.

Peter Roseggers Werk soll mit zeitgenössischen Texten für junge Leser_innen, die Heimat/Zuhause behandeln, kontrastiert werden. Aktuelle realistische Darstellungen von topographischen und sozialen Räumen zeigen ungeschönt ein mitunter problematisches Zuhause oder den traumatischen Verlust und die imaginierte Neugestaltung der alten Heimat bzw. ein oft mit Schwierigkeiten verbundenes Ankommen und Neuorientieren. In postapokalyptischen Dystopien generieren jugendliche Held_innen neue Heimaten abseits oppressiver Regime, in Fantasyromanen bekämpfen sie dunkle Mächte, die die als vorindustriell anmutende Heimat bedrohen, in futuristischen Welten kann auch die virtuelle Realität zur Heimat werden.

Um all diese Facetten der "Heimat in der Kinder- und Jugendliteratur" und ihren multimedialen Spielräumen zu beleuchten – von Peter Roseggers Werk und Wirkung (auch im Unterricht) bis hin zur Analyse aktueller Beiträge aus der internationalen Kinder- und Jugendliteratur, sind Literatur- und Kulturwissenschafter_innen, Historiker_innen und Literaturdidaktiker_innen eingeladen Vorschläge für einen 20-minütigen Vortrag oder ein Poster zu schicken. Die Abstracts (300-500 Wörter) für Vorträge oder Poster (Deutsch oder Englisch) samt einer Kurzvita (max. 100 Wörter) sind bis zum 7. Mai 2018 einzureichen. Bitte schreiben Sie unter dem Betreff "Tagung 2018" an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die Rückmeldung erfolgt bis spätestens 10. Juni 2018, das Tagungsprogramm wird Ende Juni 2018 veröffentlicht.

[Quelle: CfP]

 


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