[28.04.2020]

Das interdisziplinäre Projekt "Das Anthropozän lernen und lehren" nutzt das Anthropozän als Denkrahmen für transformative Bildungsprozesse und als Reflexionsbegriff für eine Weiterentwicklung der Bildung für nachhaltige Entwicklung. In dieser Mehrfachfunktion will die PH NÖ das Anthropozän an die Schule(n) bringen. Abstracts können bis zum 01. September 2020 eingereicht werden.

Im aktuellen Erdzeitalter werden die massiven Eingriffe des Menschen in das Erdsystem sichtbar. Der geologische Fachbegriff, das Anthropozän, fordert dazu auf, über die Notwendigkeit und die Möglichkeit einer zukunftsorientierten Neugestaltung der Mensch-Natur-Beziehung nachzudenken.

Der erste Sammelband Das Anthropozän lernen und lehren (erscheint im Herbst 2020 im Studienverlag als Band 9 der Reihe Pädagogik für Niederösterreich) stellt theoretische und praktische Zugänge zum Anthropozän-Konzept im Bildungskontext aus Sicht verschiedener Bezugswissenschaften vor.

Der zweite Workshop und Sammelband Kulturelle Nachhaltigkeit lernen und lehren fokussiert das transformative Potenzial kultureller Praktiken, Produkte, Perspektiven in Bildungsprozessen. Ausgangspunkt dafür ist ein Verständnis von kultureller Nachhaltigkeit als Querschnittsthema. Im Zentrum steht daher die Frage nach der Bedeutung und den Möglichkeiten von kultureller Nachhaltigkeit als Bildungskonzept für eine gesamtgesellschaftliche Transformation, deren Ziel der Schutz und die Sicherung der menschlichen und nichtmenschlichen Lebensbedingungen im Anthropozän ist. Das Anthropozän-Konzept als Denkrahmen für transformative Bildungsprozesse mit dem Ziel kultureller Nachhaltigkeit kann für die Entwicklung entsprechender Lernszenarien dreifach richtunggebend sein: zur theoretischen Fundierung, zur Konzipierung und zur Evaluierung. Erbeten sind daher Beiträge sowohl aus dem Feld der Konzept- als auch der empirischen Forschung, die sich im Rahmen folgender Fragestellungen bewegen:

  • Welche Rolle können Literatur und Kunst in ihren vielfältigen Ausdrucksformen, als Orte "einer ständigen, kreativen Selbsterneuerung von Sprache, Wahrnehmung, Imagination und Kommunikation" (Zapf 2015, 177), in einer Bildung für kulturelle Nachhaltigkeit spielen?
  • Welche Lehr-Lernprozesse können kulturelle Nachhaltigkeit befördern? Wie können sie evaluiert werden?
  • Welche didaktischen Konzepte braucht eine Bildung für kulturelle Nachhaltigkeit?
  • Welche Lernszenarien ermöglichen die Decodierung der Vergangenheit als kulturelles Gedächtnis?
  • Welche Lernszenarien setzen sich mit Gestaltungsmöglichkeiten der Zukunft auseinander?
  • Wie sind diese Lernszenarien in Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II mathetisch umsetzbar?
  • Welche kulturpädagogische theoretische Fundierung bietet sich für transformative Bildungsprozesse an, die das Themenfeld Mensch – Natur – Kultur – Umwelt bzw. Unswelt (Leinfelder 2012) fokussieren? 

Abstracts möglicher Beiträge im Umfang von etwa 400 Wörtern mit Angabe von fünf bis sechs Keywords und einer kurzen biografischen Info inkl. E-Mail-Adresse der Autorin/des Autors bitte bis 1. September 2020 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!senden. 

Weiterer Ablauf:

  • Rückmeldung zu den Abstracts durch das Editorial Board (in der Verantwortung von Erwin Rauscher): 1. Oktober 2020
  • Abgabetermin der Beiträge (entsprechend den formalen Vorgaben): 28. Februar 2021
  • Peer Review: unter den Autorinnen/Autoren sowie den Herausgeberinnen/Herausgebern März–April 2021
  • WORKSHOP: 22./23. April 2021 an der Pädagogischen Hochschule NÖ am Campus Baden
  • Überarbeitungsphase: Mai–Juni 2021
  • Endabgabe: 30. Juni 2021
  • Veröffentlichung: Oktober/November 2021

[Quelle: Call for Papers]


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