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Für die wissenschaftliche Zeitschrift libri liberorum werden Beiträge für die neue Ausgabe (46, 2015) gesucht. Es wird der Frage nachgegangen, wie mithilfe von Kinder- und Jugendliteratur, Schul-, Sachbuch- oder Liedtexten gezielt eine österreichische Identität forciert wird. Abstracts können bis Ende April 2015 eingereicht werden.

Die Zeitschrift

libri liberorum wurde im Juli 2000 als Mitteilungsblatt der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (ÖG-KJLF) gegründet und 2010 in eine wissenschaftliche Zeitschrift umgewandelt. Ihr Ziel ist die Erforschung der historischen und aktuellen Kinder- und Jugendliteratur Österreichs sowie die Vernetzung der verschiedenen österreichischen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen, an denen Kinder- und Jugendliteraturforschung stattfindet. Auch soll sie der Vernetzung von SammlerInnen und der scientific community im In- und Ausland dienen. Dies soll in Form von wissenschaftlichen Fachbeiträgen, Forschungs- und Tagungsberichten, Abstracts zu einschlägigen universitären Abschlussarbeiten, Bibliografien und Rezensionen erfolgen. 

Das thematische Spektrum zum Heft 46, 2015 

Das Jahr 2015 ist in vielerlei Hinsicht für die Zweite Republik Österreich ein geschichtsträchtiges Jahr: 70 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges, 60 Jahre Österreichischer Staatsvertrag, 20 Jahre EU-Mitgliedschaft. Anlässlich dieser Jubiläen möchten wir mit libri liberorum H. 46 der Frage nachgehen, wie mithilfe von Kinder- und Jugendliteratur, Schul-, Sachbuch-, aber auch mit Liedtexten gezielt eine österreichische Identität forciert wird. 

Der Diskurs um die österreichische Identität im 20. Jahrhundert ist von widersprüchlichen Konzepten mit unterschiedlichen Akzentuierungen geprägt: Österreich als Teil der deutschen Nation oder Österreich als eine eigenständige Nation. 

Das deutsch-österreichische Nationalbewusstsein bis zum Ende der Habsburger-Monarchie 1918 ist mit der emotionalen Orientierung an der Dynastie verknüpft. Nach 1918, der Ausrufung der Republik, entwickelt sich ein österreichischer Patriotismus, in dem Landschaft, Geschichte und Kultur sinnstiftend sind, ein Teil sucht aber die Orientierung an Deutschland – was die Selbstaufgabe Österreichs impliziert. Die vaterländischen Erziehungsideale des Ständestaats betonen die Distanz zu Deutschland, während ab 1938 eine österreichische Identität nur mehr in der Vergangenheit gefunden werden kann, weil es Österreich, das NS-Deutschland "angeschlossen" wurde, nicht mehr gibt. Die Jahre nach 1945, v.a. nach dem Staatsvertrag 1955, sind vom Kampf um die nationale Eigenständigkeit und um die Abgrenzung von den (sprachlich verwandten) Deutschen geprägt, der ab den 1960er Jahren zu einer langsamen Konsolidierung eines Österreichbewusstseins führt. 

Mögliche Themenfelder: 

Weitere Schwerpunktsetzungen und thematische Bezüge sind durchaus möglich und erwünscht. 

Zeitplan: