Die Jugendliteratur:

Vehikel einer volkstümlichen kulturellen Identität

Universität Reims-Champagne Ardenne

21. und 22. November 2014

Ziel des multidisziplinären Kolloquiums wird es sein, den Begriff kulturelle Identität zu hinterfragen. Auf welche Weise definiert und entwickelt ein Volk seine Identität? Dabei gilt es, die Merkmale zu bestimmen, welche eine Identifizierung mit einer lokalen, nationalen oder aber transnationalen volkstümlichen Kultur ermöglichen. Die Kultur der Kasten und die des biologischen und sozialen Geschlechts lassen sich vollumfänglich dieser Thematik zuordnen.

Wir haben uns entschieden, unsere Fragestellungen auf die vielgestaltige Jugendliteratur zu beschränken, welche in ihren unterschiedlichen Ausprägungen ein bevorzugtes Feld der Darstellung und Wiedererkennung individueller und kollektiver Identität ist. Die zu untersuchenden Texte lassen sich um die zwei dialektischen Aspekte "Belehren und Unterhalten" anordnen, welche in einem nicht ausschließlichen Verhältnis möglichst fruchtbare Kombinationen zulassen sollten.

Der erste, didaktische Aspekt wird auf einer nicht abschließende Auswahl an Texten stützen: moralisch geprägte Berichte, Spiegel, dokumentarische Berichte und Handbücher, Kinder- sowie erzieherische Lieder. Als Beispiele für den französischen Sprachraum seien genannt "Tour de la France par deux enfants" von G. Bruno oder "Vieilles chansons et rondes pour les petits enfants" herausgegeben von Louis Maurice Boutet de Monvel; für den angelsächsischen Sprachraum "Lessons to Children" von Anna Laetitia Barbauld oder aber die Pädagogik von Maria Edgeworth, sowie für den deutschen Sprachraum "Das Glück der guten Erziehung" des Domherrn Schmidt. Neben den klassischen Werken wird ebenfalls auch zeitgenössische Literatur verwendet werden.

Der zweite, unterhaltende Aspekt wird sich mit Abenteuergeschichten, Robinsonaden und Fantasiegeschichten befassen. Welche Rolle spielen die Romane von Jules Verne und von Joachim Heinrich Campe in der Konstruktion einer volkstümlichen kulturellen Identität? Welchen Beitrag leisten die Erzählungen von George McDonald zur Subversion? Bietet die zeitgenössische Jugendliteratur, welche weltweit verbreitet und von Massen gelesen wird, noch eine Grundlage, auf welcher eine kulturelle Identität aufgebaut werden kann?

Im Schnittpunkt der beiden Aspekte werden die literarischen Überlieferungen in ihren vielfältigen Ausdrücken – Sagen- und Märchenschatz, mündliche Literaturformen, Bilderbogen … ; das Korpus kann nämlich schriftlich, mündlich oder ikonographisch sein – einen wesentlichen Platz in unseren Überlegungen einnehmen. Es geht darum, die ideologischen Mittel zu hinterfragen, die den Aufbau und die Bestätigung eines kulturellen Zugehörigkeitsgefühls leiten. Wir interessieren uns gleichermaßen für die Norm wie auch für ihre Subversion. Unser besonderes Augenmerk liegt auf der intersemiotischen Übersetzung und der mehrfach Nutzung einiger dieser Werke: Bewahrt der Übergang vom Gesprochenen zum Geschriebenen, und vom Schriftlichen zum Bild die Volkstümlichkeit oder führt er zu deren Verlust?

Wir verzichten bewusst auf eine geographische oder zeitliche Beschränkung unserer Problemstellung, um eine größtmögliche Offenheit und Weite unserer Arbeit zu erreichen und begrüßen alle Forschungsansätze (linguistisch, literarisch, kulturwissenschaftlich, historisch).

Jedem 20 minütigen Vortrag folgt eine 10 minütige Diskussion. Die Sprachen des Kolloquiums sind Französisch, Deutsch und Englisch, um sicherzustellen, dass auch mittel- und osteuropäische Forscher an unseren Überlegungen teilnehmen können.

Wissenschaftlicher Ausschuss: Colette Gauthier (CERHIC) – Yannick Bellenger (CIRLEP)

Wir würden Sie bitten, uns Ihre Themenvorschläge von maximal 300 Worten mit einem kurzen biographischen Abriss bis Ende März 2014 bei Colette Gauthier (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) UND Yannick Bellenger-Morvan (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) einzureichen. 

Call for Papers: Die Jugendliteratur: Vehikel einer volkstümlichen kulturellen Identität (französisch, deutsch, englisch)

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