[08.04.2019]

Die höchstdotierte internationale Auszeichnung im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur, der Astrid Lindgren Memorial Award, geht 2019 an den den belgischen Autoren Bart Moeyaert.

Bart Moeyaert, 1964 in Belgien geboren, ist ein vielfach ausgezeichneter flämischer Kinder- und Jugendbuchautor, der bereits als 19-Jähriger mit Duet met valse noten (1983) sein Debüt vorlegte. Sein üppiges, vielschichtiges literarisches Werk umfasst rund 50 Titel und reicht von Bilderbüchern und Jugendbüchern bis hin zu Gedichten, Theaterstücken, Liedtexten, Fernsehdrehbüchern und Essays. Zudem übersetzt Moeyaert Kinder- und Jugendliteratur ins Niederländische. Seine Bücher erscheinen laufend in neuen Ausgaben, Übersetzungen sind in über 20 Ländern erhältlich. Darüber hinaus war er bereits im Rahmen zahlreicher prestigeträchtiger Aufträge tätig, beispielsweise 2006 und 2007 als Lyriker der Stadt Antwerpen.

Moeyaerts literarische Sprache ist dicht und musikalisch; die suggestiv aufgeladene Erzählweise bewirkt eine filmische Intensität. Die meisten Bücher umfassen eine feste Zeitspanne – einen Tag oder auch nur einen kurzen Moment – , in der ganz alltägliche Situationen sich plötzlich verändern und Konflikte sich dramatisch zuspitzen. Ort und Zeit der Geschichten werden nicht näher angegeben. Stattdessen rückt Moeyaert das Hier und Jetzt in den Mittelpunkt und nimmt die Lebenssituation der Figuren und deren wechselseitige Beziehungen unter die Lupe.

Bart Moeyaert teilt nicht ein in Schwarz und Weiß, es gibt keine einfache Unterscheidung in Gut und Böse, in Helden und Bösewichte. Stattdessen werden komplexe Geflechte aus der Nähe betrachtet. Die Beweggründe für die Handlungen der Figuren finden sich in den Zwischentönen. Es kann sich um eine Leere, einen Bruch, eine Lücke handeln, die sich mitunter nur erahnen lassen. Auch wird dem Leser kein eindeutig glückliches Ende serviert. Wie es weitergeht, ist eher in einem Begreifen der Zusammenhänge und in den Figuren selbst zu finden.

Aus der Jurybegründung: 

Die verdichtete und musikalische Sprache Bart Moeyaerts flirrt vor unterdrückten Gefühlen und unausgesprochenen Wünschen. Mit filmischer Intensität gestaltet er Momentaufnahmen, in denen Beziehungen auf ihren dramatischen Höhepunkt zusteuern, die Erzählungen in ihrer Komplexität aber auch Wege nach vorn aufzeigen. Das schillernde Werk Bart Moeyaerts betont einmal mehr, dass Kinder- und Jugendbücher ihren festen Platz in der Weltliteratur haben.

Der mit rund 500.000 Euro dotierte Astrid Lindgren Memorial Award wird seit 2003 durch den schwedischen Kulturrat vergeben. Ausgezeichnet werden Autorinnen/Autoren, Illustratorinnen/Illustratoren, mündliche Erzählerinnen/Erzähler sowie Einzelpersonen oder Organisationen, die in der Leseförderung im Geist Astrid Lindgrens aktiv sind.

Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger waren Jacqueline Woodson (2019), Wolf Erlbruch (2017), Meg Rosoff (2016), PRAESA (2015), Barbro Lindgren (2014), Isol (2013), Guus Kuijer (2012), Shaun Tan (2011), Kitty Crowther (2010), Tamer Institute (2009), Sonya Hartnett (2008), Banco del Libro (2007), Katherine Paterson (2006), Ryôji Arai (2005), Philip Pullman (2005), Lygia Bojunga (2004), Christine Nöstlinger (2003) und Maurice Sendak (2003).

Weitere Informationen zum Astrid-Lindgren-Memorial Award erhalten Sie hier.

[Quelle: Pressemitteilung]


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