[20.06.2019]

Der renommierte Europäische Märchenpreis der Märchen-Stiftung Walter Kahn wird in diesem Jahr an ein Museum und damit verbunden auch an dessen langjährige Leiterin, Frau Dr. Hanna Dose verliehen. Damit ehrt die Stiftung, die diesen Preis zum 33. Mal vergibt, überzeugende Leistungen um eine engagierte Vermittlung von Märchen und Märchenforschung im Hinblick auf eine größere Öffentlichkeit. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung wird am Donnerstag, den 19. September 2019 um 18:00 Uhr im historischen Schelfenhaus in Volkach bei Würzburg in festlichem Rahmen stattfinden.

Das Kuratorium der Stiftung hat sich damit für einen Sonderweg entschieden, denn mit diesem Preis wird diesmal nicht, wie sonst mehrheitlich, eine wissenschaftliche Lebensleistung, sondern gleichsam die Professionalität und Beharrlichkeit ausgezeichnet, die das Deutsche Märchen- und Wesersagenmuseum Bad Oeynhausen bis heute an den Tag legte. Es wurde 1973 eröffnet. Immer wieder (und unter verschiedenen Kustodien von Dr. Karl Paetow, Dr. Gerhard Seib und Dr. Hanna Dose) fand und findet es noch traditionelle, originelle aber auch ganz aktuelle, sowie pädagogisch durchdachte Annäherungsweisen an ein nicht nur museales, also historisches Thema. Unermüdlich wurden dabei Märchen und verwandte Gattungen in verschiedenste Formate umgesetzt: einerseits wissenschaftlich korrekt, aber eben auch künstlerisch so attraktiv, dass trotz nur minimaler Zuwendungen durch öffentliche Mittel und mehrerer Schließungsversuche das Publikum nicht ausblieb. Und dies war der Fall, obwohl in Kassel das ehemalige Grimm-Museum lockte und nun die Grimmwelt viel Publikum anzieht. In Oeynhausen sind ja auch die Akzente etwas anders gesetzt: es geht nicht so sehr um die Grimms, als vielmehr um Märchen und Sagen allgemein. Dabei wollte man vor allem kulturgeschichtlich interessierte Erwachsene, aber mit bestimmten, eher spielerischen Veranstaltungen eben auch Kinder ansprechen. So reichen die Angebote heute, basierend auf einer umfangreichen Sammlung von Bildern und Objekten zu Märchen, Sagen und mythologischen Erzählungen sowie auf einer mehr als 16.000 Bände umfassenden Spezialbibliothek aus Primär- und Sekundärliteratur über Dauer- und Wechselausstellungen, Workshops und Seminare bis hin zu regelmäßigen, vom hauseigenen Erzählkreis gestalteten Erzählstunden und kompetenten Führungen durch das gesamte Haus. Für viele Museen, die Leihgaben für Sonderausstellungen zum Thema Märchen/Sagen/Mythen etc. suchen, ist das Museum inzwischen Ansprechpartner geworden.

Am Anfang stand eine großzügige Schenkung von Dr. Karl Paetow, der seine private Märchensammlung der Stadt Bad Oeynhausen vermachte. Sein damaliges Ziel war gewesen, ein Museum zur lebendigen Tradierung der Volksmärchen und Sagen zu gründen. Es ging also nicht nur um Retrospektiven, oder um nostalgische Konservierung eines vom Vergessen bedrohten Wissens. Diesem Ziel fühlt sich das Museum – ähnlich wie die den Preis verleihende Kahn-Stiftung – bis heute verpflichtet. Es hat sich zu einem Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Bad Oeynhausen entwickelt.

In diesem Jahr bildet die Preisverleihung den Abschluss einer von Märchenforschern der Universität Zürich ausgerichteten Tagung zum Thema Wetter im Märchen, die im volkachnahen Münsterschwarzach stattfinden wird.

[Quelle: Pressemitteilung]


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