[09.03.2020]

von Anna Zamolska

Die Autorin und Illustratorin Nina Dulleck hat einen neuen Preis für Illustratoren ausgelobigt: den Goldenen Pinsel. Die erste Preisträgerin des Goldenen Pinsels ist die 94-jährige österreichische Künstlerin Felicitas Kuhn, die in ihrem Leben ca. 300 Kinderbücher illustriert hat. Am 26. Februar 2020 wurde ihr der Preis überreicht.

Dulleck selbst beschreibt den Preis auf ihrer Homepage wie folgt:

"Der Goldene Pinsel ist ein von der Illustratorin und Autorin Nina Dulleck ins Leben gerufene und mit einem Preisgeld dotierte Würdigung im Bereich der Kinderbuchillustration. Im Regelfall wird er alle zwei Jahre vergeben.
Die Preisträger haben das 60ste Lebensjahr vollendet und aus ninarischer Sicht maßgebliche, illustratorische Beiträge für das deutschsprachige Kinderbuch geleistet. Der Goldene Pinsel möchte die Aufmerksamkeit auf die zweite Hälfte des Urheberduos eines Kinderbuches lenken: Den Illustrator, ohne dessen Werk unsere Kinderheit nicht die gewesen wäre, die sie war und ohne die unser Kinderbuchmarkt nicht der wäre, der er heute ist und in Zukunft sein wird."

v.l.n. r.: Nina Dulleck, Anna Zamolska, Felicitas Kuhn. © Anna Zamolska

Die erste Preisträgerin des Goldenen Pinsels ist die 94-jährige österreichische Künstlerin Felicitas Kuhn, die in ihrem Leben ca. 300 Kinderbücher bebildert hat. Ihre Wahl begründet Nina Dulleck wie folgt:

"Sie hat den Buchmarkt in den 70er, 80er und 90ern mit ihren kindnahen, anmutigen und technisch hochwertigen Illustrationen vor allem zu den Märchen geprägt. Wenige kennen bisher ihren Namen, doch im deutschsprachigen Raum sind wohl alle schon mit ihren Bildern in Berührung gekommen.
Wir hatten vier ihrer Bücher zu Hause. Es kommt mir vor, als hätten wir eine ganze Bibliothek mit ihren Werken gehabt. Doch das liegt vermutlich daran, dass mir ihre Bücher im Kindergarten wie auch in der Grundschule begegnet sind und ich sie immer wieder und wieder zur Hand genommen habe. Ich habe Stunden damit verbracht ihre Bilder zu betrachten. Nebenher habe ich lesen gelernt.
Es hat mich, seit ich selber als Illustratorin tätig bin, über die Jahre stets gewundert, dass diese Künstlerin in meinem Land bisher keine nennenswerte Würdigung gefunden hat (soviel ich weiß). Nachdem ich Jahre lang darauf gewartet habe, dass endlich jemand darauf kommt, sie für ihr Lebenswerk zu ehren, habe ich nun beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen."



Am 26. Februar 2020 fand die nichtöffentliche Preisverleihung im Künstlerheim Baden statt, bei der Familienangehörige von Felicitas Kuhn aus drei Generationen anwesend waren, und zwar ihr Sohn, zwei Enkel und zwei Urenkel. Vom Thienemann-Esslinger Verlag war Frau Henrike Blum zugegen.

Nach der Begrüßung durch Nina Dulleck und ihrer Schilderung, wie sie den Preis begründet hat, folgte die Laudatio von Anna Zamolska, Literaturwissenschaftlerin und Redakteurin bei KinderundJugendmedien.de. Sie hatte 2017 ein Briefinterview mit Felicitas Kuhn geführt und die 2014 erstmals wieder neu aufgelegten Märchen mit Illustrationen aus der Hand Kuhns besprochen, um die fehlende Bewertung seitens der Literaturwissenschaft nachzuarbeiten.

Die Preisskulptur des Goldenen Pinsels wurde von Robert Scheffner kreiert, der als selbständiger Illustrator und Animator/Regisseur arbeitet.

Preisskulptur für den Illustrationspreis Der Goldene Pinsel. © Robert Scheffner

 

Mehr zu Felicitas Kuhn:

 

 


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