Anapher: rhetorische Figur, beschreibt Wiederholung von Worten oder Wortgruppen zu Beginn syntaktischer Einheiten 

Explikat

Bei der Anapher werden (ggf. leicht variierte) Wörter oder Wortgruppen zu Beginn mehrerer aufeinander folgender Sätze, Satzteile oder Verse wiederholt. Dies dient der Strukturierung und Rhythmisierung von Texten und darüber hinaus wird über die Anapher die Bedeutung der wiederholten Elemente hervorgehoben (vgl. Spörl 2007).  

So wird über mehrere Anaphern in Mio, mein Mio verdeutlicht, dass Bo Wilhelm Olsson oder auch Bosse, der langgesuchte Königssohn ist: 

An den KÖNIG LAND DER FERNE

Er ist auf dem Weg, er, den Du so lange gesucht hast. Er reist durch Tag und Nacht, und er hält in seiner Hand das Zeichen, den goldenen Apfel. (Lindgren 1995, S. 10) 

"Du hältst das Zeichen in deiner Hand! Du bist der, den ich holen soll. Du bist der, den der König so lange gesucht hat!" (ebd. S. 14) 

Es ist auch die Anapher, die die Trostlosigkeit der Aufgabe, vor der Mio und JumJum stehen, verdeutlicht:

'Wenn nur der Weg nicht so düster wäre', sagte JumJum. 'Wenn nur die Berge nicht so schwarz wären und wir nicht so klein und einsam.' (ebd. S. 83)

Ein weiteres Beispiel aus dem Bilderbuch Der Bär, der nicht da war von Wolf Erlbruch (Bild) und Oren Lavie (Text):

Er war zu saumelig, um selbst zu gehen. Er war zu saumelig, um selbst zu stehen. Er war zu saumelig, um selbst zu sitzen. (Erlbruch und Laviw 2014, S. 7)

 


Literatur

Primärliteratur

  • Lindgren, Astrid: Mio, mein Mio. Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger, 1995.
  • Erlbruch, Wolf (Bild) und Oren Lavie (Text): Der Bär, der nicht da war. München: Kunstmann Verlag, 2014.

Sekundärliteratur

Erstveröffentlichung: 15.09.2015, Aktualisierung: 15.02.2017

 


catchme refresh
Joomla Extensions powered by Joobi

Veranstaltungen

August 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6