Anakoluth: rhetorische Figur, beschreibt Satzbruch, d.h. die fehlerhafte Konstruktion einer syntaktischen Einheit 

Explikat 

Der Anakoluth beschreibt die stilistisch bewusste Störung der syntaktisch üblichen oder grammatikalisch korrekten Satzordnung (vgl. Spörl 2007). Durch die unerwartete und damit für den Lesenden überraschende Veränderung einer begonnenen Satzkonstruktion wirkt der Satz gebrochen, da die neue Äußerung als abweichend wahrgenommen wird. Der Anakoluth spielt demzufolge mit dem Wissen um die syntaktisch übliche, grammatikalisch korrekte und damit vom Lesenden erwartete Satzordnung und bricht eben diese Erwartung, ohne dass der Satz selbst jedoch abgebrochen wird.

Der Anakoluth kann der sozialen Charakterisierung des Sprechenden und seiner Redeweise dienen, wie in Mark Twains Abenteuer des Huckleberry Finn, in dem Huckleberry Finns einleitende Worte grammatikalisch gebrochen werden: "I never seen anybody but lied one time or another, without it was Aunt Polly, or the widow, or maybe Mary." (Twain 2012, S. 1)

Darüber hinaus kann der Anakoluth auch dazu dienen einen Sprechakt emotional zu markieren und ihn gleichermaßen authentisch, besonders lebhaft und unmittelbar wirken zu lassen. 


Literatur

Primärliteratur

  • Twain, Mark: The Adventures of Huckleberry Finn. London: Penguin Classics, 2012.

Sekundärliteratur

Erstveröffentlichung: 15.09.2015

 


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