Antonomasie: Trope, Ersetzung eines Eigennamens durch eine ihn identifizierende Kennzeichnung oder Ersetzung einer Eigenschaft, Funktion oder Sache durch Repräsentanten dieser (vgl. Spörl 2007)

Explikat

Die Antonamsie verweist auf zwei verschiedene Ersetzungsverfahren. Der erste Bereich, der eng mit der Metonymie verwandt ist, beschreibt die Ersetzung eines Eigennamens durch eine den Namensträger eindeutig im Kontext des Sprechens identifizierende Eigenschaft, die in aller Regel in einer Kontiguitätsbeziehung zum eigentlich Gemeinten steht (vgl. ebd.). 

So spricht Elinor in Tintenherz über Staubfinger nicht mit seinem Namen – über den rhetorischen Gehalt des Namens selbst kann und sollte an anderer Stelle diskutiert werden – sondern verweist auf seine Tätigkeit als Feuerschlucker, wenn sie ausführt: "Viel Spaß mit dem Streichholzfresser!" (Funke 2003, S. 76)

Die zweite Begriffsdimension, die die Antonamsie an die Synekdoche annähert, beschreibt die nahezu umgekehrte Ersetzung einer charakteristischen Eigenschaft, Funktion oder Sachen durch einen ihrer im Kontext allgemein bekannten Repräsentanten (vgl. Spörl 2007).


Literatur 

Primärliteratur

  • Funke, Cornelia: Tintenherz. Hamburg: Cecile Dressler Verlag, 2003. 

Sekundärliteratur

Erstveröffentlichung: 17.09.2015


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