Archaismus: tropenähnliches Ersetzungsverfahren, bei der ein altertümlicher Ausdruck an die Stelle des eigentlichen und ggf. nicht verfügbaren gesetzt wird (vgl. Spörl 2007)

Explikat

Archaismus beschreibt das bewusste Verwenden von Ausdrücken, die nicht mehr der aktuellen und damit üblichen Sprechweise entsprechen, sondern deutlich als veraltet oder gar altertümlich vom Lesenden wahrgenommen werden und somit auffällig sind (vgl. ebd.). 

Eingesetzt werden Archaismen häufig zur Variation des Textes, zur besonderen Heraushebung des mit Hilfe eines Archaismus bezeichneten Gegenstandes oder aber zur Charakterisierung des Sprechenden (vgl. ebd.), wie im Falle von Celeste aus Flat-Out Celeste, deren Sprache nicht nur durch fehlende Kontraktionen, sondern auch archaische Ausdrücke gekennzeichnet ist. So beschreibt sie beispielsweise ihr Philosophie-Referat als "oration" (Park 2014, Pos. 76). Ihre Sprechweise grenzt sie dabei nicht nur von ihren Klassenkameraden und -kameradinnen ab, die auf sie und ihr Referat mit Unwillen reagieren, sondern wird auch von ihrem Bruder dezidiert als veraltet beschrieben: 

"I assume you are referencing my speech patterns." She sniffed and lifted up her chin. "That is not funny." 
"It's a little bit funny, my Victorian sister."
(ebd. Pos. 629)

Neben dieser Funktion können Archaismen ebenso wie Neologismen auch Reaktion auf das Fehlen eines passenden eigentlichen Ausdrucks sein (vgl. Spörl 2007).


Literatur 

Primärliteratur

  • Park, Jessica: Flat-Out Celeste. New Hampshire: Flat Finn, 2014. 

Sekundärliteratur

Erstveröffentlichung: 15.09.2015


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