Symbol: Trope, beschreibt ein "nicht konventionelles" (Spörl 2007) und mehrdeutiges literarisches Zeichen 

Explikat

Der literaturwissenschaftliche Symbolbegriff – im Gegensatz zu anderen Symbolbegriffen innerhalb der Geistes- und Kulturwissenschaften – zeichnet sich durch das Unterstreichen der nicht konventionellen Bedeutungszuweisung zwischen bezeichnetem und bezeichnendem Gegenstand aus. Auf dieser Grundlage erhält das Symbol seinen repräsentativen Charakter und bedarf damit der Deutung und Interpretation, da die Bedeutung des Symbolzeichens eben noch nicht fixiert oder reguliert ist. Das Symbol verweist demnach über sich selbst hinaus auf etwas anderes. Eng verbunden ist das Symbol mit der Metapher, der Allegorie und anderen bildlichen Redeweisen und Tropen (vgl. ebd.). 

Auch wenn die Bedeutungszuweisung beim Symbol als nicht konventionell verstanden wird und der Interpretation bedarf, ist darüber hinaus auch ein Kontext bzw. Rahmen vonnöten, in dem bestimmte Gegenstände als Zeichen, die etwas anderes repräsentieren, verstanden werden können (vgl. ebd.). 

Gleichzeitig können einmal etablierte Symbole im Anschluss auch wie fast konventionelle Zeichen verwendet werden, selbst wenn sie trotz allem auf unterschiedliche Gegenstände verweisen (vgl. ebd.). 

So kann der Affe beispielsweise als "Symbol der Verantwortungslosigkeit" (Metzler 2012, S. 9) gelesen werden, wie es bei Fipps der Affe und seinen Streichen und Verwüstungen der Fall ist (vgl. ebd. S. 9 -10):

Also sprach der Professor, erhub sich und setzte den Hut auf./ Wehe, die Nase hernieder, ins Mundloch rieselt die Tinte./ Wehe, durch Gummi verklebt, fest haftet das nützlich Sacktuch./ Drohend mit Zorngebärde erhebt er den schlanken Spazierstock./ Autsch! Ein schmerzlich Geflecht umschlinget den schwellenden Daumen./ Hastig begibt er sich fort; indessen die Würde ist mäßig. (Busch)

Doch ebenso kann der Affe auch als "Symbol der Mimikry" (Metzler 2012, S. 9) und als "Symbol des Teufels bzw. des Bösen" (ebd.) gestaltet sein, eine Verbindung, die sich beispielsweise in der Figur des Affen Kniff aus dem letzten Teil der Chroniken von Narnia wiederfinden lassen könnte. So heißt die Figur nicht nur bezeichnenderweise im englischen Original 'Shift', sondern überredet auch den Esel Grauohr, sich als Aslan zu verkleiden:

"Du siehst wundervoll aus, ganz wundervoll", schmeichelte der Affe. "Wer dich jetzt sieht, muß dich für Aslan halten, für den Großen Löwen selbst." (Lewis 1974, S. 16) 

Er tut dies, um darüber seine eigenen Machtwünsche zu erfüllen: 

"Denk doch nur an das Gute, das wir tun können", ermunterte ihn Kniff. "Du hast mich als Ratgeber, das weißt du. Ich dächte mir vernünftige Befehle aus, die du geben könntest. Dann müßte uns jeder gehorchen, sogar der König." (ebd.)


Bibliografie

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Erstveröffentlichung: 17.09.2015


catchme refresh
Joomla Extensions powered by Joobi

Veranstaltungen

April 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3