von Corinna Norrick-Rühl

Frech schwingt sich der Affe mit der Ananas in der linken Hand aufs Cover, begleitet von Bär und Chamäleon. Katrin Dageför legt hier ein ABC-Buch vor, das mit Wortwitz und Suchspaß aufwarten kann. Und schon auf den ersten Blick stechen die ungewöhnlich kantigen Illustrationen hervor, die sowohl Erwachsenen als auch Kindern Freude machen werden.

Dageför, Katrin: Das Alphabet fängt mit dem Affen an. Ein tierisches ABC.
edition buntehunde, Regensburg, 2016.
28 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3934941960.
Empfohlen ab 2 Jahren.

Inhalt

Der Inhalt eines ABC-Buchs ist schnell erzählt, von A wie Affe bis Z wie Ziege und Zebra wird fast jedem Buchstaben eine Seite gewidmet (U und V sowie X und Y müssen sich jeweils eine Seite teilen), jeweils eine Doppelseite ergibt einen einfachen Reim. Dabei ist der Sinn des Reims eher untergeordnet, denn wichtiger ist Katrin Dageför die Integration von Wörtern mit den jeweiligen Buchstaben. Das klingt etwa so: "Die Katze jagt den Kakadu. Der Löwe schaut den Läusen zu."

Der Reim ist nur vordergründig als Text wichtig, denn eigentlich soll das Buch zum Rätseln und Suchen anregen. Auf den Seiten befinden sich zahllose unerwähnte Tiere und Gegenstände, die alle mit dem jeweiligen Buchstaben beginnen. Diese vielen zusätzlichen Wörter sind als Unterstützung im Nachsatzblatt abgedruckt. Dadurch wird den Lesenden ein alphabetisches Bildpanorama geboten. Zum Beispiel finden sich auf der Seite "D" ein Dachs, ein Drache, eine Dose, eine Diskokugel, ein Donut und ein Delfin, der duscht.

Kritik

Die kurzen Texte sind in der wunderschönen und charaktervollen Schrift "Right where it belongs" des finnischen Gestalters Juha Korhonen gesetzt. Die Schrift mutet wie mit Wasserfarbe selbstgemalt an, die Textfarben sind kräftig und die Textgröße ist so gewählt, dass auch LeseanfängerInnen damit keine Probleme haben sollten. "Right where it belongs" ist eine perfekte Schriftwahl und eine ideale Ergänzung zu den Illustrationen von Dageför, die wiederum als solche wirklich gelungen sind. Ihr Stil ist reduziert und kantig. Gleichzeitig sind die Abbildungen kindgerecht und interessant für erwachsene LeserInnen. Die Tiere sehen sympathisch und witzig aus, sie lächeln freundlich und haben sichtlich Spaß in ihrer alphabetisch geordneten Fantasiewelt.

Aber bei aller Begeisterung für die Gestaltung bleibt das Gefühl der Beliebigkeit zurück. So hält die eine Qualle unter Wasser einen Quarktopf, ein Quartett und eine Quitte, während die andere Querflöte spielt. Zudem sind die Texte und die dazugehörigen Reime mitunter recht unausgegoren, so wie "Der faule Esel hat gut lachen. Die Frösche haben viele Sachen."

Fazit

ABC-Bücher gibt es wie Sand am Meer, die Konkurrenz ist groß. Für mich ist Das Alphabet fängt mit dem Affen an eher ein Nice-to-have als ein Must-have. Es ist ein Buch, das schön anzusehen und zu durchblättern ist. Die Liebe zum Detail bei den Illustrationen wird deutlich. Es wird Kindern ab zwei viel Freude bereiten, die zahlreichen Gegenstände und Tiere zu benennen und das Alphabet zu trainieren. Gleichzeitig kann es passieren, dass ältere Kinder mit Sinn für Erzählstrukturen frustriert sind, weil keine fortlaufende Geschichte bzw. keine thematischen Zusammenhänge sichtbar werden.

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