von Svenja Thomas und Anna Fredrich

"Ach Papperlapapp!" – Ein Ausruf, um dummes Gerede und unsinnige Aussagen abzuweisen. Die österreichische Bilderbuchzeitschrift Papperlapapp macht sich diese umgangssprachliche Interjektion als Titel zu eigen. Seit ihrer Gründung 2016 erscheint sie drei bis vier Mal im Jahr und überrascht durch ihr originelles Konzept: Jedes Heft erscheint jeweils auf Deutsch in Kombination mit einer der Migrationssprachen, die in Österreich und Deutschland stark vertreten sind – die Option Deutsch-Englisch steht zusätzlich für Kinder mit Deutsch als Muttersprache zur Auswahl.

Allgemeines

"ABC – Was heißt hier P? P wie Papperlapapp."

Papperlapapp ist eine österreichische Bilderbuchzeitschrift, die seit 2016 drei bis vier Mal im Jahr erscheint und sich durch ein originelles mehrsprachiges Konzept auszeichnet. Jedes Papperlapapp-Heft erscheint im Format 20x22 cm und widmet sich auf rund 40 Seiten zwei Hauptgeschichten. Außerdem enthalten sind ein zweiseitiger Comic, ein Wimmelbild, philosophische Gedankenspiele, eine Bastelanleitung und eine sensomotorische Übung. Die Inhalte der Bilderbuchzeitschrift sind spielerisch gestaltet und wurden als Praxismaterial für Kindergärten und Volksschulen konzipiert. Es geht um Themen wie Freundschaft, Mut, Weltraum oder Anderssein – um Dinge, die Kinder beschäftigen. Die Beiträge sollen zum Schauen und Staunen, zum Vorlesen und Weiterblättern, zum Mitmachen und Basteln einladen. Zudem garantiert Papperlapapp die geprüfte Qualität der Inhalte: Ein Expertenbeirat übernimmt für die Altersgerechtigkeit der Bilderbuchzeitschrift ab fünf Jahren die Verantwortung.

Mehrsprachigkeit und Sprachförderung

"Wer A sagt, muss auch P sagen. P wie Papperlapapp."

Das Besondere an Papperlapapp ist das mehrsprachige bzw. sprachfördernde Konzept: Jedes Heft ist auf Deutsch in Kombination mit jeweils einer der stark vertretenen Migrationssprachen Österreichs und Deutschlands erhältlich. Die angebotenen Optionen sind: Deutsch-Albanisch, Deutsch-Arabisch, Deutsch-Bosnisch-Kroatisch-Serbisch, Deutsch-Polnisch, Deutsch-Rumänisch, Deutsch-Tschetschenisch, Deutsch-Türkisch. Zusätzlich dazu gibt es ebenfalls eine deutsch-englische Variante.

Die Hefte sind, wie folgt, aufgebaut: Unter dem deutschen Text befindet sich auf jeder Seite eine Übersetzung in die jeweilige Zweitsprache. Die Papperlapapp fördert durch ihr mehrsprachiges Konzept Kinder mit Migrationshintergrund: Je sicherer sie im Umgang mit ihrer Erstsprache werden, desto leichter wird es laut wissenschaftlichen Studien auch eine Zweitsprache zu erlernen – in diesem Fall die Bildungssprache Deutsch. Das Interesse und die Freude an Sprachen kann geweckt werden, indem Kinder idealerweise die Geschichten der Papperlapapp zuhause von ihren Eltern in ihrer Muttersprache vorgelesen bekommen und so kennenlernen. Wenn die Geschichte dann im Kindergarten oder in der Volksschule auf Deutsch thematisiert wird, können Kinder sich aufgrund ihrer Vorkenntnisse selbstbewusster und aktiver miteinbringen – das Erlernen der Bildungssprache wird so erleichtert.

Das Papperlapapp-Team

"ABC – Wer macht das P? P wie [das] Papperlapapp-Team."

Das Team hinter der Bilderbuchzeitschrift besteht aus Karin Hirschberger, Leiterin des Papperlapapp-Kinderzeitschriften-Verlags und Chefredakteurin der Papperlapapp, aus einem Redaktions- und Expertenbeirat, aus verschiedenen Illustratoren/Illustratorinnen und Autoren/Autorinnen und aus Art Direction und Editorial Design. Außerdem sind aufgrund des mehrsprachigen Konzeptes auch Übersetzer an der Realisierung der Bilderbuchzeitschrift beteiligt.

Aktuell: Heft Nr. 5

Die fünfte Ausgabe der Papperlapapp beschäftigt sich mit dem Thema der "Langeweile" und bricht mit Vorurteilen gegenüber diesem Gefühlszustand. So kann die Langeweile in dieser doch sehr schnellen und immer komplizierter werdenden Welt auch als positiver Anreiz für neue Ideen gesehen werden. Wenn die Fremdbeschäftigung ausbleibt, können Kinder diese Zeit für sich nutzen, um selbst kreativ zu werden, andere Seiten an sich zu entdecken und Neues auszuprobieren. So findet der große Affenkönig Kugelrund schon bald heraus, dass seine fürchterliche Langeweile ihn zu einem kreativen Näher macht. Und der gelangweilte Riese findet plötzlich viele neue Freunde, indem er sich auf ein Versteckspiel einlässt.

Fazit

Mit der Papperlapapp wurde eine Bilderbuchzeitschrift geschaffen, der es gelingt gleich auf mehreren Ebenen Brücken zu schlagen: Die Förderung des Kindes durch die Eltern zuhause stärkt das Selbstbewusstsein im Kindergarten und in der Schule, wodurch ein aktiveres Miteinander und stetige Lernerfolge ermöglicht werden. Mehrsprachiges Aufwachsen korreliert mit Lernproblemen? Ach Papperlapapp: Die zweisprachige Umsetzung der Inhalte verringert die Distanz zwischen Mutter- und Bildungssprache und regt zum Ausprobieren und Mitmachen an.

 

Zitate stammen aus der offiziellen Papperlapapp-Broschüre.

 


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