von Corinna Norrick-Rühl

Reimen, mitmachen, Dschungeltiere entdecken und Tiergeräusche nachahmen: dieses handliche, von Susanne Weber und Tina Schulte gestaltete Pappbilderbuch ist genau richtig für die allerjüngsten LeserInnen.

Weber, Susanne/Schulte, Tina: Und wie macht die Giraffe?
Orell Füssli, Zürich, 2017.
16 Seiten (letzte Seite klappt aus), 8,95 €
ISBN 978-3-280-03530-6.
Empfohlen ab 2 Jahren.

Inhalt

Wie es von einem Pappbilderbuch für die Allerkleinsten zu erwarten ist, ist der Inhalt hier schnell erzählt: Im Urwald leben viele bunte und schöne Tiere. Der kleine Affe führt die Kleinkinder durch den Dschungel und stellt ihnen verschiedene Tiere und ihre Geräusche vor. Dabei erzählt er alles, was er über seine Tierfreunde weiß, in angenehm vorzulesender Reimform. So werden die Kinder herangeführt an den Löwen, den Elefanten, den Papagei – und die Giraffe, die zum Erstaunen der Tiere gar keine Geräusche macht, sondern stillschweigend in den Baumwipfeln vor sich hin futtert.

Kritik

Susanne Weber und Tina Schulte legen mit Und wie macht die Giraffe? ein gelungenes Bilderbuch vor, das sicher zu einem Favoriten im Vorlesereigen werden wird. Die gereimten Texte – einfach erzählt, kurz und knackig, gut (vor) zu lesen – werden hervorragend ergänzt von den freundlich-fröhlichen Illustrationen – bunt, aber nicht grell, mit Ecken und Kanten, aber nicht zu abstrakt.

Bilderbücher in Reimform sind wieder im Kommen, auch im Deutschen, nicht nur in Übersetzungen aus dem anglophonen Raum. Dabei ist es eine Gratwanderung, ob die Reime anbiedernd und gewollt wirken oder gelingen. Susanne Weber trifft jedoch genau den richtigen Ton – nicht nur, weil es um Tiergeräusche geht! Besonders altersgerecht sind die Aufforderungen zum Mitmachen, die Weber in die Reime mit einbaut. Beim Elefanten etwa heißt es "Heb deinen Arm und tröte laut, dass selbst dein bester Freund abhaut." (o.S.)

Die Seite mit dem Text (mal rechts, mal links) bleibt überwiegend weiß, auch wenn die Dschungelpflanzen und -tiere bisweilen auf die Gegenseite rüberwachsen und -kriechen. Durch dieses Wechselspiel zwischen der weißen Seite und der bunten Urwaldwelt entsteht ein schöner Kontrast, der Ruhe in das Buch bringt und gerade für die Augen kleiner Kinder geeignet ist. Weniger ist manchmal eben mehr. Dennoch bergen die Illustrationen auch viele kleine Details, sodass größere Geschwister auch Spaß am Mitlesen haben werden: Hier und da versteckt sich eine haarige Spinne, ein schöner blauer Kolibri ist stets auf der Suche nach neuen Blüten, usw.

Zugegebenermaßen sind die Tiere etwas fantasievoll zusammengewürfelt. Während man Elefant, Giraffe und Löwe eher in der trockenen afrikanischen Savanne verorten würde, gehören der Papagei und der Affe sicher in den saftigen Regenwald. Davon abgesehen bietet das Buch aber für die Allerkleinsten einen ersten Einblick in eine bunte und exotische Tierwelt, die sonst nur im Zoo zu bestaunen ist. Und am Ende der Geschichte rund um die Dschungeltiere steht eine Überraschung inkl. einer Seite zum Ausklappen, denn da wird das Geheimnis rund um die Giraffe gelüftet. Welches Geräusch macht sie denn – nun? "Jeder tönt auf seine Weise / und die Giraffe … ist ganz leise." (o.S.)

Fazit

Eine gelungene Dschungelsafari zum Vorlesen und Mitmachen für Kinder von zwei bis etwa vier Jahre.


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