Auf der Berlinale 2016 wurden wieder Kinder- und Jugendfilme mit dem Gläsernen Bären und anderen Preisen ausgezeichnet. Als bester Kinderfilm wurde das chilenisch-argentinische Drama Rara ausgezeichnet; der Preis der Jugendjury ging an den indischen Film Ottaal. Auch die Auszeichnung für den besten Jugendfilm ging nach Chile: Las plantas überzeugte die internationale Jury; die Jugendjury zeichnete den lettischen Film Es esmu šeit (Mellow Mud)
 aus.

Einen ausführlichen Festivalbericht von Holger Twele finden Sie hier.

Die Auszeichnungen im Überblick:

  • GENERATION KPLUS

Auszeichnungen der Jugendjury

Die Mitglieder der Kinderjury Generation Kplus haben folgende Filme ausgezeichnet:

Gläserner Bär für den Besten Film:

Ottaal (The Trap)


Regie: Jayaraj Rajasekharan Nair, Indien 2015


Jurybegründung: "Dieser Film hat uns besonders berührt durch die wunderschöne Natur, die chillige Musik und die ausgezeichneten Schauspieler. Die supertolle Kameraführung mit künstlerischen Einschüben hat uns begeistert. Wir finden es gut und wichtig, dass ein trauriges Thema behandelt wird. Es fehlt trotzdem nicht an Humor und Lebensfreude."

Lobende Erwähnung

Jamais contente (Miss Impossible)

Regie: Emilie Deleuze, Frankreich 2016


Jurybegründung: "Mit viel Humor erzählt dieser Film eine außergewöhnliche Geschichte, mit der wir uns gut identifizieren konnten. Der Film lebt von einem großartigen Schauspieltalent. Die Musik ist so mitreißend, dass wir am liebsten aufgesprungen wären, um zu tanzen."

Gläserner Bär für den Besten Kurzfilm

El inicio de Fabrizio (Fabrizio’s Initiation)


Regie: Mariano Biasin, Argentinien 2015


Jurybegründung: "Diesen sehr humorvollen Kurzfilm finden wir interessant und lustig. Die guten Schauspieler haben uns zum Lachen gebracht. Die Botschaft des Filmes hat uns bestärkt, nicht alles überstürzen zu müssen."

Lobende Erwähnung (Kurzfilm)

Ninnoc

Regie: Niki Padidar, Niederlande 2015


Jurybegründung: "Dieser Kurzfilm unterscheidet sich von den anderen, weil er ein eher trauriges Thema humorvoll aus der Sicht eines Kindes beschreibt. Mit schönen Beispielen wird geschildert, dass jeder Mensch anders ist, aber trotzdem einen Platz in der Gemeinschaft findet."

 

Auszeichnungen der Internationalen Jury

Die Internationale Jury Generation Kplus hat folgenden Preise vergeben:

Großer Preis der Internationalen Jury von Generation Kplus für den Besten Film

(€ 7.500, gestiftet vom Deutschen Kinderhilfswerk)

Rara

Regie: Pepa San Martín, Chile / Argentinien 2016


Jurybegründung: "Von der ersten Szene an haben wir einen authentischen, sorgfältig konstruierten Einblick in das Leben einer Jugendlichen erhalten, die mit den alltäglichen Problemen des Erwachsenwerdens kämpft. Jede Szene dieses kraftvollen Films lebt von den wohldurchdachten Bewegungen und der Geschichte. Die Charaktere und Beziehungen geben eine moderne Realität wieder, die sowohl die Zeit, in der wir leben, widerspiegelt, als auch unser Konzept von der perfekten Familie hinterfragt. Das Schauspiel, das Drehbuch und vor allem die Regie dieser wunderbaren Erzählung über Loyalität, Verzweiflung, Hoffnung und vollkommener Liebe in all ihren Facetten haben uns sehr ergriffen."

Lobende Erwähnung

Genç Pehlivanlar (Young Wrestlers)


Regie: Mete Gümürhan, Türkei/Niederlande 2016


Jurybegründung: "Der Film wirft uns direkt in die Welt der Jungen. Die Kamera nimmt uns mit auf eine Reise, während der wir sie mit ihren Freuden und Qualen ringen sehen. Ohne predigerhaft oder herablassend zu sein, zeigt uns der Regisseur die schönen und zugleich realistischen Seiten eines Ringerinternats, blutige Nasen, Schmerz, Tränen und die Freude über den perfekten Kampf runden dieses Bild ab. In dem Moment, in dem wir beginnen uns mit den Charakteren zu identifizieren und ihre Höhen und Tiefen mitzuerleben, beginnen wir sie anzufeuern."

Spezialpreis der Internationalen Jury von Generation Kplus für den Besten Kurzfilm

(€ 2.500, gestiftet vom Deutschen Kinderhilfswerk)

Semele

Regie: Myrsini Aristidou, USA/Zypern 2015


Jurybegründung: "Der zaghaft schlichte Stil der Regisseurin ist im perfekten Einklang mit der Geschichte und erlaubt den emotionalen Untertönen, sich langsam ihren Weg an die Oberfläche zu bahnen. Ruhige Blicke und vorsichtiges Lächeln schaffen die gemeinsame Bindung zwischen Vater und Tochter. Hier geht es ganz einfach um ein Mädchen, das ihren Vater sehen möchte."

Lobende Erwähnung

Aurelia y Pedro (Aurelia and Pedro)


Regie: Omar Robles, José Permar, Mexiko 2016


Jurybegründung: "Zwei Dinge stechen in diesem Film hervor: Die besondere Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Sohn und die Schönheit der abgelegenen Landschaft, in der sie leben. Wir verfolgen ihr tagtägliches Dasein, das Ziegenhüten und die Essensvorbereitungen in der Hütte am Berghang. Doch die wirkliche Leistung des Regisseurs ist es, uns die Verbundenheit zwischen Mutter und Sohn zu zeigen und uns mit der Liebe, die sie verbindet, zu berühren."

  • GENERATION 14PLUS

Auszeichnungen der Jugendjury

Die Mitglieder der Jugendjury Generation 14plus haben die folgenden Preise vergeben:

Gläserner Bär für den Besten Film

Es esmu šeit (Mellow Mud)


Regie: Renārs Vimba, Lettland 2016


Jurybegründung: "Uns hat ein Film besonders begeistert, der trotz weniger Dialoge sowie dezenter Mimik kraftvolle und ausdrucksstarke Bilder geschaffen hat. Dank einer überzeugenden Darstellung der Protagonistin konnten wir uns auf eine Reise begeben, bei der die Suche nach persönlicher Selbstbestimmung, Stärke und Verantwortung bewegend dargestellt wurde. Inspirierend steht dieser Filmbeitrag für eine entscheidende Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden."

Lobende Erwähnung

Las plantas (Plants)

Regie: Roberto Doveris, Chile 2015


Jurybegründung: "Waches Wahrnehmen und Innehalten. Sehr direkt und gleichzeitig zart portraitiert der Film eine junge Frau in ihrer Verletzlichkeit, ihrem Herantasten an den eigenen sexuellen Ausdruck und ihre Einsamkeit. Die vielschichtige Inszenierung, in der surreale und authentische Alltagsmomente eine faszinierende Verbindung eingehen, hat uns nicht nur künstlerisch beeindruckt, sondern vor allem auf einer persönlichen Ebene getroffen und nachdenklich gestimmt."

Gläserner Bär für den Besten Kurzfilm

Balcony


Regie: Toby Fell-Holden, Großbritannien 2015


Jurybegründung: "In einer scheinbar klassischen Erzählung über eine Freundschaft zweier Mädchen unterschiedlicher Kulturen, schafft es der Film durch eine raffinierte Dramaturgie zu verblüffen. Die Geschichte hält unserer immer noch von Klischees geprägten Gesellschaft einen Spiegel vor, der die Zuschauer am Ende mit ihren eigenen Vorurteilen konfrontiert. Provokant und bilderstark verdeutlicht dieser Beitrag zugleich die aktuellen Herausforderungen."

Lobende Erwähnung (Kurzfilm)

Kroppen är en ensam plats (The Body Is a Lonely Place)


Regie: Ida Lindgren, Schweden 2016


Jurybegründung: "Durch die Kombination ästhetischer und zugleich abstoßender Bilder mit einer intimen, multiperspektivischen Textcollage, entsteht ein experimentelles Gesamtwerk, das die mit einer Essstörung verbundenen Gefühle in einer faszinierenden Form zum Ausdruck bringt. Die Auseinandersetzung mit einem so wichtigen Thema hat uns mit ihrer Poesie sehr beeindruckt."

Auszeichnungen der Internationalen Jury

Die Internationale Jury Generation 14plus hat folgende Preise vergeben:

Großer Preis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den Besten Film

(€ 7.500, gestiftet von der Bundeszentrale für Politische Bildung)

Las plantas (Plants)


Regie: Roberto Doveris, Chile 2015


Jurybegründung: "Wir waren sehr stark zu einem Film hingezogen, der tief in unser Unterbewusstsein eingedrungen ist. Der Regisseur hat auf eindringliche und extrem filmische Art und Weise geschafft, das sexuelle Erwachen einer jungen Frau wider die Zwänge ihres familiären Umfeldes zu vermitteln. Die Handlung ist zugleich bemerkenswert mutig wie auch wundervoll verletzlich. Der gesamte Film zeugt von einem Filmemacher, der keine Angst hat, die Grenzen des filmischen Erzählens und dessen Sprache zu erweitern. Dieser Film ist ein unvergessliches sui generis.

Lobende Erwähnung

Zhaleika


Regie: Eliza Petkova, Deutschland 2016


Jurybegründung: "Die intelligente Darstellung kultureller Veränderungen sowie des Zusammenpralls von alten und neuen Werten in einer kleinen europäischen Stadt hat uns sehr bewegt. Mit einem großartigen Auge für Details, verbunden mit der bewegenden Geschichte einer jungen Frau, die ihren Platz in der Welt sucht und diese Freiheit erlangt, entfaltet sich sowohl in Darbietung, als auch in der Regie auf brillante Art und Weise der Naturalismus dieses Films."

Spezialpreis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den Besten Kurzfilm

(€ 2.500, gestiftet von der Bundeszentrale für Politische Bildung)

O noapte in Tokoriki (A Night in Tokoriki)


Regie: Roxana Stroe, Rumänien 2016


Jurybegründung: "Mit charakterstarker Sprache und herausragender Erzählkunst vermittelt der Film auf spielerische Weise eine aufrichtige und zugleich dringende Botschaft. Eine humorvolle Mise en Scène, ohne Dialog und der ironische Einsatz von Musik erzählen eine brillant fesselnde Geschichte über eine nicht tolerierte Liebe im ländlichen Europa und ihren Auswirkungen."

Lobende Erwähnung

Kroppen är en ensam plats (The Body Is a Lonely Place)


Regie: Ida Lindgren, Schweden 2016


Jurybegründung: "Wir fühlten uns ergriffen von einem einzigartigen Filmwerk, das einen komplexen Zustand in einer komplett innovativen Form beschreibt. Mit einer Palette wunderschöner Farben, einer großartigen Erzählung in Form eines Voice-Overs und mit einer mutigen sowie innovativen Sichtweise schafft es dieser Kurzfilm, auf ergreifende und emotional erschütternde Weise zu beschreiben, wie eine junge Frau mit einer Essstörung kämpft."

 

Quelle: Pressemitteilung

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