Inhaltsverzeichnis

  1. Wissenschaftlichkeit und Themenfindung  
    1. Wissenschaftlichkeit
    2. Themenfindung
  2. Literaturrecherche
  3. Formale Kriterien/Layout 
  4. Aufbau und Gliederung 
  5. Sprachliche Anforderungen
  6. Zitation
  7. Weitere Textformen

 

1.1 Wissenschaftlichkeit

Das wissenschaftliche Arbeiten ist ein zentraler Bestandteil des Studiums; der Anspruch der Wissenschaftlichkeit wird an Ausarbeitungen wie beispielsweise Seminar-, Haus- oder Abschlussarbeiten gestellt. Doch was bedeutet Wissenschaftlichkeit, welche Kriterien sind damit verbunden und wann entspricht eine Ausarbeitung diesem Anspruch? Im Folgenden soll der Begriff anhand der Darstellungen Umberto Ecos eingeführt werden.

Die zentralen Merkmale einer wissenschaftlichen Arbeit sind, dass ihr sowohl ein Untersuchungsgegenstand wie beispielsweise ein Roman oder ein Film, als auch ein Thema zugrunde liegen; beides muss für alle Leser*innen bereits zu Beginn deutlich erkennbar sein (Eco 2002, S. 40). Mit diesem Gegenstand und dem Thema wird sich im Zuge der gesamten Ausarbeitung befasst. Dabei ist zu beachten, dass nicht nur bereits vorhandene Texte wiedergegeben werden sollen, sondern dass eine eigenständige Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgt. Dies kann auf zwei Arten geschehen: Zum einen können neue Aspekte hervorgebracht werden, zum anderen können bereits vorhandene Aspekte aus neuen Perspektiven betrachtet werden (Eco 2002, S. 41f.).

Anforderung an diese Auseinandersetzung ist ein erkennbarer Nutzen der Darstellungen, Analysen, Schlussfolgerungen usw. für die Wissenschaft (Eco 2002, S. 42f.). Dies ist wiederum nur möglich, wenn sich eigenständig mit einem Thema befasst wurde. 

Schlussendlich muss eine Überprüfbarkeit der aufgestellten Hypothesen und Schlussfolgerungen gewährleistet werden (Eco 2002, S. 44f.). Hergestellt wird diese durch Quellennachweise. Werden diese vier Anforderungen an einen Text erfüllt, entspricht er den Kriterien der Wissenschaftlichkeit.

 

1.2 Themenfindung

Am Beginn einer wissenschaftlichen Arbeit steht die Findung eines Themas, das der Auseinandersetzung zugrunde liegen soll. Hierzu können selbstverständlich Inhalte des Studiums bzw. einzelner Seminare und Vorlesungen als Orientierungshilfe genutzt werden. Des Weiteren kann ein Brainstorming als Zugang dienen, z. B. in Form von Clustering. Hierbei steht ein Begriff im Zentrum, von dem ausgehend spontane Ideen und Assoziationen notiert und miteinander verbunden werden. Zu diesen können wiederum Assoziationsketten entwickelt werden, wodurch ein Netz entsteht, das einen Überblick sowie Ansatzpunkte und Impulse für die Themenfindung bieten kann.

Als Beispiel für einen zentralen Begriff wird hier die phantastische Kinder- und Jugendliteratur verwendet, als Thema "Transzendente Elemente in der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur" sowie als Untersuchungsgegenstand das Werk "Narnia" von C.S. Lewis.

Wichtig ist, dass eine Eingrenzung vorgenommen wird. So betrachtet man z. B.

  • eine spezielle Perspektive / einen speziellen Blickwinkel,
  • einen begrenzten Zeitraum,
  • einen Teilaspekt, von dem aus oder auf den hin das Thema bearbeitet wird,
  • eine begrenzte Anzahl von Positionen / Theorien.

Eine Arbeit kann auch dazu dienen, einen Überblick zu geben; hierbei findet dann eine Begrenzung bezüglich der Tiefe statt.

Eine Möglichkeit der Eingrenzung des oben genannten Beispiels ist die Fokussierung auf den Teilaspekt einer Figur des als Untersuchungsgegenstand gewählten Werkes; es bietet sich die Figur des Löwen Aslan an.

Sind ein Untersuchungsgegenstand sowie ein Thema gefunden und ist dieses eingegrenzt, muss im Folgenden eine Fragestellung entwickelt werden, die im gewählten Themenfeld verortet ist, mithilfe derer das Thema bearbeitet werden kann und die sich auf den Untersuchungsgegenstand bezieht. Dabei ist es auch möglich, komparatistisch, d. h. vergleichend zu arbeiten. So kann beispielsweise ein Thema auch an zwei Untersuchungsgegenständen erforscht werden.

Die gewählte Frage ist eine offene und wird im Laufe der Bearbeitung argumentativ und logisch beantwortet. Wichtig ist, dass sie den Leser*innen von Beginn der Arbeit an bekannt ist und dass alle Bestandteile der Ausarbeitung zur Beantwortung dienen.

Beispiel: Inwieweit kann die Figur des Löwen Aslan mit Jesus Christus verglichen werden?

Vom Thema und der Fragestellung zu unterscheiden ist wiederum der Titel der Ausarbeitung. Dieser sollte möglichst genau, knapp und einprägsam formuliert sein und zum Lesen der Arbeit anregen. Dabei sind wichtige Schlüsselwörter enthalten. Ein Untertitel kann zur weiteren Präzisierung dienen.

Beispiel: Erlöserfigur Aslan? – Christliche Motive in C.S. Lewis‘ "Narnia"

Wurde sich für ein Thema, einen Untersuchungsgegenstand, eine Fragestellung und einen Titel entschieden, sollte überprüft werden, ob sie den oben genannten Kriterien der Wissenschaftlichkeit entsprechen.

 


Literatur

  • Eco, Umberto: Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt. 9. Auflage. Heidelberg: C. F. Müller, 2002 (= UTB für Wissenschaft; 1512).

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