Inhaltsverzeichnis

  1. Wissenschaftlichkeit und Themenfindung 
  2. Literaturrecherche 
    1. Einführung in die Literaturrecherche
    2. Orte der Literaturrecherche
      1. Bibliothekskataloge
      2. Datenbanken
      3. Bibliographien
    3. Methodik 
      1. Systematische Recherche
      2. Schneeballsystem
    4. Bewertung der Literatur
  3. Formale Kriterien/Layout 
  4. Aufbau und Gliederung
  5. Sprachliche Anforderungen
  6. Zitation
  7. Weitere Textformen

 

2.1 Einführung in die Literaturrecherche

Wissenschaftliche Ausarbeitungen an der Universität dienen nicht dazu, das sprichwörtliche Rad neu zu erfinden. Stattdessen wird das gewählte Thema anhand der individuellen Fragestellung neu aufgearbeitet, unter Bezug auf bereits in der Forschung genannte Aspekte. Diese bilden wiederum die Grundlage der eigenen Auseinandersetzung und Argumentation.

Am Beginn des Prozesses der Erstellung einer Ausarbeitung, und damit dem eigentlichen Schreiben vorgeschaltet, steht das Schaffen eines Überblicks über die bisher vorhandene Forschungsliteratur und dadurch den aktuellen Stand der Diskussion. In diesem Zuge muss außerdem sichergestellt werden, dass die gewählte Fragestellung nicht bereits bearbeitet und somit beantwortet wurde.

Die Herausforderung hierbei besteht darin, Literatur zu finden, die sich auf das gewählte Thema und die Fragestellung bezieht sowie aus ihr die relevanten Aspekte und Argumente zu filtern und mit der eigenen Fragestellung ins Verhältnis zu setzen. Dabei kann auch Literatur hilfreich sein, die auf den ersten Blick keine Schnittstelle zu der Fragestellung aufzuweisen scheint, jedoch Aspekte enthält, die die eigene Argumentation stützen können.

Die Literaturrecherche sollte so breit gefächert sein wie möglich, um einen Gesamteindruck über das Thema zu erhalten. Das ermöglicht schlussendlich, viele verschiedene Aspekte in die Ausarbeitung ein- fließen lassen zu können. Nur so können eigene Argumente ausreichend untermauert und neue Thesen aufgestellt werden.

Damit die Anzahl der zu bearbeitenden Werke jedoch nicht zu groß wird, ist eine Eingrenzung des Themas, wie oben beschrieben, ratsam. Um weiterhin nicht den überblick zu verlieren, ist es sinnvoll, ein Konzept zu erstellen, das in Bezug zur Fragestellung stehende Thesen, Fragen, Themen etc. beinhaltet. So kann der Recherchevorgang überschaubar und themenorientiert gehalten werden und der Bezug geht nicht durch unkoordinierte Recherchevorgänge verloren.

Im Rahmen der Literaturrecherche sind folgende Schritte von Bedeutung:

  1. Suche: Welche Literatur ist vorhanden?
  2. Bewertung: Welche Literatur ist für die eigene Ausarbeitung relevant und wichtig?
  3. Beschaffung: Wie kann die ausgewählte Literatur besorgt werden?

Einen Einstieg bzw. Überblick können Literaturlisten geben, die im Rahmen der jeweiligen Veranstaltung (Vorlesung / Seminar) gereicht werden. Zu Beginn des Rechercheprozesses können ebenfalls Enzyklopädien (Brockhaus, Meyer o. Ä.), Wörterbücher, Handbücher oder Einführungswerke genutzt werden, um Ansatzpunkte für die weitere Recherche zu erhalten. Diese Werke sollten jedoch nicht als wissenschaftliche Literatur der Ausarbeitung zugrunde gelegt werden.

 

2.2 Orte der Literaturrecherche

2.2.1 Bibliothekskataloge

Die Suchmaschine und der OPAC (Online Public Access Catalogue) der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen bieten die Möglichkeit einer umfassenden Recherche, wobei der Blick direkt auf die vorhandenen Bestände gelenkt wird. Da die Autoren oder genauen Titel gerade zu Beginn meist nicht bekannt sind, sollte die Suche thematisch ausgerichtet werden, mithilfe von im Titel enthaltenen Worten oder Schlagwörter (Schlagwörter sind Begriffe, die den Inhalt des Werkes beschreiben, sie müssen demnach nicht im Titel enthalten sein). Die vorhandenen Werke sind mit Standortangaben versehen, einige sind zudem als E-Book verfügbar, auf die auch von außerhalb des Campus zugegriffen werden kann.

Neben den Katalogen einzelner Bibliotheken gibt es Verbundkataloge, die mehrere Kataloge vereinen, sowie Metakataloge, die eine weltweite Suche ermöglichen. Ein Beispiel für einen Metakatalog ist der 'Karlsruher Virtuelle Katalog' KVK, der im Internet abrufbar ist.

 2.2.2 Datenbanken

Datenbanken enthalten Werke eines bestimmten Fachgebietes und sind nicht an Bestände einzelner Bibliotheken gebunden. Im Gegensatz zu den Katalogen sind Datenbanken z. T. mit Lizenzen versehen, sodass der Zugang über ein Hochschulnetz Voraussetzung für den Zugriff ist.

In Datenbanken finden sich bibliographische Angaben der Werke, zum Teil Zusammenfassungen bzw. Abstracts, jedoch nur selten Volltexte sowie nie Standortangaben (es sind jedoch direkte Verlinkungen zu Beständen einzelner Bibliotheken möglich).

Auf der Homepage der SuUB wird der Zugriff zu fachspezifischen Datenbanken ermöglicht. Zudem sind auf dem Portal KinderundJugendmedien.de zahlreiche Datenbanken verlinkt (z. B. Datenbank: Fachliteratur des Instituts für JugendliteraturDeutscher Bildungsserver, KiLiMM [Kinder- und Jugendliteratur, Medien- und Mediendidaktik] u. v. m.).

2.2.3 Bibliographien 

Bibliographien sind zu bestimmten Themen / Schlagwörtern angelegte Verzeichnisse, die den zu diesem Thema vorhandenen Literaturbestand aufführen. Somit geben sie einen überblick über den Forschungsstand und damit Ausgangspunkte für die eigene Recherche, indem in Katalogen nach den aufgeführten Titeln gesucht werden kann. Die Bibliographien selbst enthalten keine Standortangaben. Zu beachten ist zudem der Zeitpunkt der Veröffentlichung; oftmals sind die neuesten Werke noch nicht erfasst.

Kinderundjugendmedien.de stellt Bibliographien zu den Themen Kinder- und Jugendliteratur, Kinder- und Jugendfilm, Fantastik, Bilderbuch, Comics sowie Märchen und Sagen zur Verfügung.

Des Weiteren kann die Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft genutzt werden. Diese enthält Verweise auf die weltweit erschienenen Werke zur deutschen Sprach- und Literaturwis- senschaft und ist sowohl als Buchausgabe als auch als Onlineversion verfügbar. Online sind ca. 200.000 Titel verzeichnet.

Bibliographien sind zum Teil ebenfalls im Rahmen von Fachliteratur veröffentlicht.

Hinweise:

  • Mit dem Recherchevorgang sollte frühzeitig begonnen werden, um die Verfügbarkeit der gewünschten Literatur sicherzustellen. Zusätzlich können gegebenenfalls Fernleihen das angestrebte Zeitfenster verlängern.
  • Generell sollte, je nach gewähltem Thema und gewählter Fragestellung, die Aktualität der verwendeten Literatur beachtet werden. 

 

2.3 Methodik

2.3.1 Systematische Recherche

Um der Recherche eine Systematik zu geben, können die Bibliographien auf KinderundJugendmedien.de den Ausgangspunkt darstellen. Genutzt werden können Spezialbibliographien, die sich mit einem Thema befassen, aber auch allgemeine, wie die Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft.

Systematische Recherche kann ebenfalls auf die Nutzung von Lexika, wie dem Metzler Lexikon Literatur oder dem Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, aufbauen. Weiterhin empfehlen sich die Lexika des Corian-Verlags Kinder- und Jugendliteratur (Hrsg.: Kurt Franz, Günter Lange, Franz-Josef Payrhuber) und Lexikon des Kinder- und Jugendfilms (Hrsg.: Horst Schäfer). Diese können Klarheiten über Begrifflichkeiten schaffen und somit Ansatzpunkte für weiterführende Recherche bieten.

Des Weiteren können Datenbanken, wie die KiLiMM oder die Fachliteratur des Instituts für Jugendliteratur verwendet werden.

2.3.2 Schneeballsystem

Nicht ganz so systematisch ist die Vorgehensweise des Schneeballsystems. Hierbei wird ein Werk durchgearbeitet, wobei darauf geachtet wird, auf welche Literatur häufig verwiesen wird. Diese wird in der Folge ebenfalls durchgearbeitet, wobei wiederum nach weiteren Verweisen Ausschau gehalten wird.

Die Gefahr des Schneeballsystems ist, dass die Sicht sehr eingeschränkt bleibt und wichtige Aspekte nicht erfasst werden; es kann sich 'verrannt' werden.

 

2.4 Bewertung der Literatur

Um Literatur zu bewerten und schlussendlich zu entscheiden, ob sie für das Thema und die Beantwortung der gewählten Fragestellung relevant ist, ist es nicht notwendig, das Werk vollständig durchzuarbeiten.

Eine Möglichkeit der schnellen Bewertung ist ein Anlesen des Werkes bzw. einzelner Kapitel; gegebenenfalls ist sogar ein Abstract vorhanden. Anhand dessen kann geprüft werden, ob sich Schlagwörter ausfindig machen lassen, die bezüglich der Beantwortung der eigenen Frage sinnvoll erscheinen. Hilfreich können ebenfalls vorliegende Rezensionen sein, die einen Überblick sowie eine Bewertung bieten.

Eine weitere Methode ist das Closed-Circle-System. Hierbei werden Literaturverzeichnisse verschiedener thematisch verwandter Werke miteinander verglichen, wobei nach Verweisen gesucht wird, die von mehreren Autoren aufgeführt wurden. Ist dies der Fall, ist eine Relevanz des entsprechenden Werkes zu vermuten. Hierbei sollten jedoch die Erscheinungsjahre der verglichenen Werke berücksichtigt werden; aktuelle Literatur sollte durch die Methode nicht aus dem Blick geraten. Generell lässt sich festhalten, dass verwendete Literatur möglichst nicht älter als zehn Jahre alt sein sollte.

 

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