Inhaltsverzeichnis

1 Wissenschaftlichkeit und Themenfindung
2 Literaturrecherche
3 Formale Kriterien / Layout
4 Aufbau und Gliederung
5 Sprachliche Anforderungen 

5.1 Wissenschaftliche Objektivität und argumentativer Aufbau
5.2 Stil und Ausdruck
5.3 Überprüfung

6 Zitation
7 Weitere Textformen
8 Literaturliste

5.1 Wissenschaftliche Objektivität und argumentativer Aufbau 

Wissenschaftliche Arbeiten werden der Forschung zugerechnet und unterliegen somit dem Anspruch der Objektivität. Damit verbunden ist eine sachgerechte Sprache, welche der Darstellung von Fakten und der Analyse und Interpretation angemessen ist. Darüber hinaus ergibt sich aus diesem Anspruch auch ein spezifischer Umgang mit Werturteilen.

Einerseits können wertende Äußerungen und Vermutungen nicht komplett aus einer wissenschaftlichen Arbeit ausgeschlossen werden. So stellen sie bspw. in Form von Hypothesen wesentliche Bestandteile der wissenschaftlichen Auseinandersetzung dar und initiieren und begleiten diese. Andererseits sind gerade Urteile, die im Zusammenhang mit literarischen Untersuchungsgegenständen stehen, häufig ästhetischen Ursprunges und somit intersubjektiv. Um sowohl wissenschaftliche Objektivität als auch die eigenständige Auseinandersetzung mit einem Thema zu gewährleisten, müssen Vermutungen und Urteile in den argumentativen Gedankengang eingebunden sein und sich dieser auch im Aufbau der Arbeit widerspiegeln. Dies gilt zum einen für die Makrostruktur der Arbeit, welche die Gliederung bzw. das Inhaltsverzeichnis darstellt. Zum anderen verbindet sich damit auch ein Anspruch an den argumentativen Aufbau, die sogenannte Mikrostruktur des Textes: Einzelne Gedankengänge oder Argumente sollten dabei in Absätzen gefasst werden; sie sind Teile eines hierarchisch übergeordneten Gedankens oder Argument. 

Eine derartige Gliederung des Textes hilft dabei die inhaltliche Struktur einer Arbeit auch optisch für den Leser erkennbar zu machen und die Lektüre zu erleichtern.

 

5.2 Stil und Ausdruck

Anforderungen auf syntaktischer Ebene

Beim Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit sind einige Regeln des sprachlichen Stils zu berücksichtigen. Zuallererst gilt die Anforderung der Lesbarkeit: Die oft komplexen Inhalte von wissenschaftlichen Texten sollten dem Leser präzise, prägnant und gut verständlich vermittelt werden. Dies gilt auch und vor allem für die syntaktische Struktur und die Länge der Sätze: Komplizierte hypotaktische Gefüge lassen sich in mehrere Sätze aufteilen, ein Satz sollte nicht länger als drei Zeilen sein.

Anforderungen auf lexikalischer Ebene und der Umgang mit rhetorischen Stilmitteln 

Da der Schreibstil einer wissenschaftlichen Arbeit nicht journalistisch, pauschalisierend oder plakativ gestaltet werden sollte, sind Ausschmückungen des Textes, z. B. anhand von Adjektiven zu vermeiden. Dies gilt zum einen für wertende Ausdrücke wie "die fesselnden Ausführungen", aber zum anderen auch für poetische Schreibweisen oder die Verwendung von Stilmitteln, wie man sie häufig in den Untersuchungsgegenständen findet.  

So ist bspw. die Verwendung von Ironie problematisch, da diese eine zu persönliche, wertende Aussagekraft besitzt und - viel wichtiger - nicht eindeutig und damit nicht objektiv ist. Einen Sonderfall stellen hingegen Metaphern dar: Wenngleich sie oftmals in der Literatur als Tabu wissenschaftlicher Sprachverwendung bezeichnet werden, können sie jedoch an bestimmten Stellen sinnvoll sein. Dabei sollten sie jedoch eindeutig und präzise sein, sodass eine Fehlinterpretation ausgeschlossen ist. Eindeutig sind Metaphern z. B., wenn sie bereits in den alltäglichen Sprachgebrauch integriert sind ("Deckmantel", "Baumkrone" etc.).

Fach- und/oder Fremdwörter sind in wissenschaftlichen Arbeiten unabdingbar, nichtsdestotrotz sollte darauf geachtet werden, dass der Text nicht durch eine Überfrachtung mit diesen Begriffen an Lesbarkeit verliert, indem er schwer verständlich oder gar unverständlich wird. Nicht zielführend sind auf der anderen Seite ausführliche Erläuterungen, die zur Vermeidung eines Fach- und/oder Fremdwortes genutzt werden.

Stilistisch nicht ideal sind des Weiteren Genitiv-Reihungen, Häufungen von Nominalisierungen, Wiederholungen, Füllwörter, Floskeln (z. B. "quasi", "an für sich", "irgendwie")‚ sowie Umgangssprache. Eine Sammlung von passenden stilistischen Formulierungen finden Sie in dieser Übersicht der PH Freiburg zu Redemitteln für schriftliche, wissenschaftliche Texte

Ein weiteres sprachliches Problem, welches sich ebenfalls aus dem Anspruch der Objektivität ergibt, ist der Umgang mit dem Wort "Ich" im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit. Wenngleich in den letzten Jahre eine Verschiebung zugunsten einer personalisierten, entsprechend perspektivierten Sprache in wissenschaftlichen Texten festzustellen ist, ist die Verwendung des "Ichs" im Rahmen einer Hausarbeit generell zu vermeiden. Dies stellt sich in anderen wissenschaftlichen Textsorten wie dem Essay anders dar; hier ist die Ich-Perspektive sogar obligat.

Tempus

Die zusammenfassende Wiedergabe eines literarischen Textes wird generell im Präsens formuliert. Einzige Ausnahme stellt dabei die Verwendung des einfachen Perfekts dar, die dazu dient, Vorzeitigkeit zu markieren. So zeigt der folgende Ausschnitt aus einer Rezension zu Der kleine Vampir und die Fragen aller Fragen über den Wechsel zwischen Präsenz und Perfekt deutlich die zeitliche Abfolge unterschiedlicher Ereignisse in der fiktiven Welt von Anton und dem kleinen Vampir an. 

Anton, immer noch gezeichnet durch den Biss, den ihm Olga Fräulein von Seifenschwein bei der Vampirzeremonie verpasst hat, um ihn in einen Vampir zu verwandeln – elektromagnetische Impulse bereiten ihm Kopfschmerzen, allzu grelles Licht meidet er, da seine die Augen mitunter schmerzen –, lebt inzwischen abwechselnd mal bei seinem Vater, mal bei seiner Mutter: Seine Eltern haben sich getrennt, sowohl Antons Vater als auch seine Mutter haben mit ihrem neuen Lebensgefährten jeweils neue Beziehungen. (Planka, Sabine: Sommer-Bodenburg, Angela: Der kleine Vampir und die Fragen aller Fragen)

Die Verwendung des Präsens als atemporale Zeitform ist dabei erneut eng verknüpft mit dem Anspruch der Objektivität, der einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung zugrunde liegt. So wird über das Präsens, welches die (fiktiven) Geschehnisse eben nicht zeitlich in der Vergangenheit verordnet, wie dies bei Alltagserzählungen über das Zusammenspiel aus Perfekt und Plusquamperfekt der Fall ist, bereits deutlich, dass es sich bei den wiedergegeben Geschehnissen, Handlungsfolgen und den mit ihnen verbundenen Figuren um fiktive handelt. 

Modus

Im Rahmen des wissenschaftlichen Schreibens wird zur Wiedergabe von anderen Forschungspositionen, Thesen und Argumenten der Konjunktiv I verwendet, der als Form der indirekten Rede die für das Zitieren angemessene Form darstellt, da er Neutralität des Schreibenden gegenüber dem Zitierten signalisiert. 

 

5.3 Überprüfung

Am Ende des Arbeitsprozesses zum Erstellen einer Hausarbeit steht das Korrekturlesen und Ausbessern von Rechtschreib- und Grammatikfehlern sowie gegebenenfalls Anpassungen bezüglich des Stils.

Das Erstellen einer Hausarbeit mit dem Computer ermöglicht ständige Überarbeitungen und Ausbesserungen einzelner Absätze, Sätze oder Satzteile während des Arbeitsprozesses. Da also im Nachhinein bereits vor längerer Zeit geschriebene Passagen verändert werden können, entstehen zwei mögliche Gefahren: Zum einen kann es zu grammatischen Fehlern im Satzgefüge kommen, zum anderen können durch den zeitlichen Versatz Stilbrüche entstehen. Beim Korrekturlesen sollten diese Aspekte nicht unbeachtet bleiben.

 

 

 


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