Immer Trouble mit Gender?

Genderperspektiven in Kinder- und Jugendliteratur und -medien(forschung)

28. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (GKJF)

(4. bis 6. Juni 2015 in Bielefeld, Haus Neuland)

Im Zentrum der Gender Studies bzw. Geschlechterforschung steht die Frage nach dem Verhältnis von Geschlecht und Kultur, Gesellschaft und Wissenschaften. Welche Bedeutung kommt dem Geschlecht bei der Konstitution von Identitäten / Gemeinschaften / Institutionen zu, und wie werden Geschlechtermarkierungen umgekehrt von ihnen beeinflusst? Auch die Kinder- und Jugendliteraturforschung geht seit langem der Frage nach, wie Kinder- und Jugendliteratur und -medien in den je spezifischen historischen und gesellschaftlich-diskursiven Bedingungen an der Aushandlung von Geschlecht beteiligt sind. So steht Gender als eine der zentralen Kategorien sozio-kultureller und individueller Selbstdeutung und -darstellung ebenso im Fokus literaturhistorischer Untersuchungen zu Inszenierungen von Weiblichkeit und Männlichkeit wie in den aktuellen kultur-, literatur- und medienwissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Narrativen, Bildsprachen, Genres und Medien, nicht zuletzt auch bei der Erforschung der Rezeptionsprozesse 'alter' und 'neuer' Medien. Sowohl mit Blick auf neuere theoretische Impulse, die von den Gender Studies ausgehen, als auch angesichts aktueller Entwicklungen im Handlungs- und Symbolssystem Kinder- und Jugendliteratur ist Gender als analytische Kategorie vielversprechend: So lassen sich neuere Konzepte etwa des Doing Gender, die die Rolle von Medien bei der (Re-)Produktion, aber auch Dekonstruktion von Geschlechterbildern hervorheben, auf ihre Anschlussfähigkeit für Literaturwissenschaft und -didaktik hin diskutieren. Differenzierte Betrachtungen scheinen insbesondere angesichts des thematisch und formal weit gespannten Spektrums gegenwärtiger literarisch-medialer Verhandlungen erforderlich: von populären Buchserien und Medienverbund- Angeboten, die sich zwischen Prinzessinnen und Piraten, wilden Kerlen und frechen Mädchen, Vampiren und schönen Schwänen in ihren Adressierungen deutlich positionieren, bis hin zu postmodernen Bilderbüchern und Adoleszenzromanen, die in komplexen Formen Genderzuschreibungen und Identitätskonstruktionen durchkreuzen. Genderbezogene Fragestellungen sollen vom 4. bis 6. Juni 2015 in unterschiedlichen disziplinären Zugängen diskutiert werden: von Literatur- und Medienwissenschaft, Literaturdidaktik und Leseforschung. Einbezogen werden sollen dabei theoretische Konzepte, Produktions- und Rezeptionszusammenhänge, historische Dimensionen und gegenwärtige Entwicklungen in unterschiedlichen Genres und Medien.

Das Tagungsprogramm kann hier eingesehen werden.

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