[17.01.2019]

Der Kinderfilm der DEFA spielte in der DDR eine wichtige Rolle. Heute sind die knapp 200 Filme wertvolle Erinnerungen an eine vergangene Kindheit. Zugleich sind die Kinderfilme der DEFA kulturelle Zeugnisse einer bis heute nachwirkenden Gesellschaft. An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg kommen vom 6.-8. Februar 2019 WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Disziplinen und Regionen zusammen, um sich zu den beschriebenen Themen auszutauschen. Ziel der Tagung ist, die Kinderfilme der DEFA in ihrer Geschichte differenziert zu erfassen und nach ihrer aktuellen Bedeutung für die Gesellschaft und ihre Perspektive auf Kindheit zu fragen.

In ihrer Entstehungszeit waren die DEFA-Kinderfilme in spannungsreichen gesellschaftlichen Umständen situiert. Denn die Filmproduktionen waren als Erziehungsmedien instrumentalisiert und zugleich waren sie künstlerische Deutungen zum Alltag in der DDR. Der Kinderfilm der DEFA ist in diesen Facetten wissenschaftlich bislang nur unzureichend bearbeitet worden.

Fragen

Die Tagung widmet sich Fragen wie: Welche Themen wurden behandelt und vor allem wie wurden sie behandelt? Welche ästhetischen Strategien kann man unterscheiden und wie sehen diese aus? Was kann der Kinderfilm über die jeweilige Beschaffenheit der Gesellschaft sagen? Wie vermittelte der Kinderfilm Werte, welche dramatischen oder narrativen Besonderheiten sind zu entdecken? Auch geht es darum, diese Erkenntnisse an aktuelle Fragen zu binden, also herauszufinden, welche Aspekte des DEFA-Kinderfilms Vorbild für heutige bildungs- und kulturpolitische sowie ästhetische Entwicklungen sein können.

Programm

Mittwoch, 06.02.2019

14:00-14:30 Uhr
Begrüßung der Teilnehmer

Panel 1: Der DEFA-Kinderfilm als zeitgeschichtliches Dokument (Moderation: Bettina Kümmerling-Meibauer)

14:30-16:30 Uhr

  • Kamerarealität als Quelle zeitgeschichtlicher Deutung am Beispiel von Philipp der Kleine (1976) und Moritz in der Litfaßsäule (1983)
    Klaus-Dieter Felsmann (Berlin)
  • Ernste Spiele (1980)  – Antifaschismus im DEFA Kinderfilm
    Réka Gulyás (Berlin)
  • Geschichten und Protagonisten im DDR-Kinderfilm. Eine quantitative Inhaltsanalyse der DEFA-Produktionen im Vergleich zu heute
    Steffi Ebert (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Panel 2: Die DEFA-Kinderfilme der Nachkriegszeit (Moderation: Steffi Ebert)

17:00-18:20 Uhr

  • Irgendwo in Berlin  – Brüche und Kontinuitäten in den Kinderbildern der Filme Gerhard Lamprechts von der Weimarer Republik zu den frühen Nachkriegsjahren.
    Werner Barg (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
  • Von Teddy Roosevelt zu Teddy Thälmann. Eine generationenspezifische Metamorphose in Heiner Carows Sheriff Teddy (1957)
    Sonja Klocke

Abendkinoveranstaltung mit anschließendem Gespräch (Puschkino Halle)

20:30Uhr-22:30Uhr

  • Vorführung des DEFA-Kinderfilms Kai aus der Kiste (1988)
    Im Gespräch: Günter Meyer, Johannes Schlecht
    Moderation: Erik Dietrich

Donnerstag, 07.02.2019

Panel 3: Musik und Ton im DEFA-Kinderfilm (Moderation: Werner Barg)

9:00 – 11:00 Uhr

  • "Berlin ist Reklame genug!"  – Transformationen von Wolf Durians Kai aus der Kiste: vom Fortsetzungsroman zum Kinderfilmmusical
    Erik Dietrich (Universität Siegen)
  • Der "Märchenton" im DEFA-Film
    Tobias Kurwinkel (Universität Bremen)
  • "Lasst uns froh und heiter singen"  – Affektmobilität als filmische Figuration utopistischer Gemeinschaftsbildung in Die Störenfriede (1953)
    Christian Rüdiger (Freie Universität Berlin)

Panel 4: Kindheitsdarstellungen im DEFA-Kinderfilm (Moderation: Sebastian Schmideler)

11:30 – 12:50 Uhr 

  • Insel der Schwäne  – Die Plattenbausiedlung als Ort der Entwurzelung
    Henrike Hahn (Universität Leipzig)
  • Von Rabenvätern und Piraten: Defizitäre Vaterfiguren im DEFA-Kinderfilm
    Benita Blessing

Panel 5: Zensur, Propaganda und (subtile) Kritik im Kinderfilm der DEFA (Moderation: Sonja Klocke)

14:00 bis 16:00 Uhr

  • Eine verbotene Brechtsche Satire: Die DEFA-Märchenkomödie Das Kleid (1961/1991)
    Qinna Shen (Bryn Mawr College)
  • Der DEFA-Kinderfilm und die Kinderfernsehserie Spuk im Hochhaus (1981/82) zwischen fantastischem Genre, Ästhetik des Komischen und sozialer Alltagskritik – Potenziale, Kontexte, Rekurse
    Sebastian Schmideler (Universität Leipzig)
  • Poetische Propaganda? Daniel und der Weltmeister (1963) in Film und Buch
    Bettina Kümmerling-Meibauer (Eberhard Karls Universität Tübingen)/Jörg Meibauer (Johanns Gutenberg Universität Mainz)

Abendveranstaltung

ab 20:00 Uhr

  • Podiumsdiskussion: "Geschichten für die Zukunft? Was bleibt vom DEFA-Kinderfilm?"
    Im Gespräch: Christian Exner, Bernd Sahling, Tony Löser, Christian Klisan
    Moderation: Steffi Ebert

Freitag, 08.02.2019

Panel 6: Medienrezeption und Medientransformationen (Moderation: Tobias Kurwinkel)

9:00-11:00 Uhr

  • Zwischen Grenzgängern und Vielsehern: Das Filmerlebnis Berliner Kinder und Jugendlicher zwischen 1961 und 1965
    Andy Räder (Universität Rostock)
  • Das diskursive Spannungsfeld zwischen literarischer Vorlage und Märchenverfilmung im DEFA-Kinderfilm
    Michael Brodski (Johannes Gutenberg Universität Mainz)
  • BUMMI  – vom Transfer einer populären Zeitschriftenfigur in Kino und Fernsehen
    Ralf Forster (Filmmuseum Potsdam)/ Jeanette Toussaint (Potsdam)

Panel 7: Die aktuelle Bedeutung der DEFA-Märchenfilme (Moderation: Benita Blessing)

11:30–13:30 Uhr

  • Die DEFA-Märchenfilme im KiKA von ARD und ZDF
    Gerlinde Frey-Vor
  • Kult und Nostalgie: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel aus medien- und kultursoziologischer Perspektive
    Marie-Christin Krämer (Universität Hildesheim)
  • Die Rezeption von Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (1973) nach der Wende
    Carolin Führer (Eberhard Karls Universität Tübingen)

[Quelle: Tagungswebseite]


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