Am 24. und 25. Oktober 2013 findet an der Universität Siegen eine Tagung zum Thema "Puppen – Menschheitsbegleiter in Kinderwelten und imaginären Räumen" statt. Organisatorinnen sind Dr. Jana Mikota (Kinder- und Jugendliteraturwissenschaft) und Prof. Dr. Insa Fooken (Entwicklungspsychologie der Lebensspanne).

Puppen begleiten die Menschheitsgeschichte seit prähistorischen Zeiten und sind Ausdruck der Symbolisierungs- und Mentalisierungsfähigkeit des Menschen. Sie stellen kulturelle Artefakte dar, sind Spiegel und Projektionsfläche gesellschaftlicher Verhältnisse, gelten als wichtige (genderbezogene) Sozialisationsagenten sowie mediale Performer und können auch therapeutische Funktionen übernehmen. Das Ziel dieser geplanten interdisziplinär und komparatistisch ausgerichteten Tagung mit Workshop-Charakter besteht darin, verschiedene wissenschaftliche und angewandte Fachrichtungen (z.B. aus den Bereichen der Kinder- und Jugendliteratur bzw. Literaturwissenschaft, Medien, Psychologie, Inklusions-, Spiel- und Theaterpädagogik, Psychotherapie, Kunst und Kulturgeschichte etc.) unter der Leitidee der "BEDEUTUNG VON PUPPEN" aus sozial-gesellschaftlich-kultureller und individuell-persönlicher Perspektive kritisch-reflexiv zusammenzubringen und innovative Forschungs- und Praxiszusammenhänge auszuloten.

Der "Input" der beiden Organisatorinnen kommt zum einen aus dem Bereich der Kinderliteratur. Hier treten Puppen seit dem 18. Jahrhundert in unterschiedlichen Zusammenhängen auf: Als Spielgefährtinnen (v. a. der Mädchen), als Spielzeug mit Menschenantlitz, als Weiblichkeitsvorbild, als Ratgeberinnen usw. Neben Puppenerzählungen finden sich Puppentheater-Geschichten genauso wie Bilderbücher mit Puppen als Protagonistinnen. Trotz der vielfältigen Genres und unterschiedlichen Traditionen gibt es aber bislang in der deutschsprachigen Kinderliteraturforschung weder gründliche Studien noch eine systematische bibliografische Erfassung von Puppengeschichten. Dabei wird deutlich, dass bis in das aktuelle 21. Jahrhundert hinein Puppenerzählungen eine wichtige, wenngleich deutlich gewandelte Rolle innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur spielen. Der andere "Input" besteht aus themenrelevanten entwicklungspsychologischen Erkenntnissen zum Thema Puppen. Auch hier wird deutlich, dass der mögliche Beitrag, den Puppen als ein in besonderer Weise "animierbares" Spielzeug im Kontext der sozio-kognitiven und sozio-emotionalen Entwicklung von Kindern (und Menschen) spielen, noch viele Fragen offen lässt. Mit der geplanten Tagung möchten wir nicht nur fachdisziplinäre Antworten geben, sondern den "Puppen-Diskurs" insbesondere interdisziplinär öffnen.

In den verschiedenen Beiträgen sollten bisherige Forschungsergebnisse und Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen vorgestellt werden, um daraus neue Forschungsperspektiven innerhalb und jenseits der fachdisziplinären Grenzen zu entwickeln. Das Themenspektrum ist offen.

Das Programm der Tagung können Sie hier lesen.

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