15. und 16. November 2013, Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Die Tagung "Wörter raus!?" möchte die Kinderbuchdebatte um eine diskriminierungsfreie Sprache im Kinderbuch aufgreifen und die unterschiedlichen Positionslinien und Perspektiven schärfen. Eingeladen wurden freie Autor/inn/en sowie Expert/inn/en aus den Bereichen Verlag, Übersetzungswesen, Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturdidaktik und Publizistik.

Zu Beginn des Jahres 2013 löste die Ankündigung des Verlegers Klaus Willberg, herabwürdigende  Begriffe wie "Neger" in Kinderbuch-Klassikern von Otfried Preußler durch wertneutrale Begriffe zu  ersetzen, eine heftige Debatte in der deutschen Medienlandschaft aus. Während es Willberg darum ging, (einige wenige) veraltete und politisch nicht mehr korrekte Begriffe zu entfernen, um eine  behutsame Modernisierung zu erreichen und so auch den Erwartungen der multiethnischen Gesellschaft an ästhetische Erziehung gerecht zu werden, sprachen die Kritiker der Veränderung von "Tugendterror der Political Correctness", von "Orwellschem Neusprech", von einem "Vergehen an der Freiheit der´Kunst" und plädierten für Werktreue.

Die Heftigkeit, mit der die Debatte über einige Zeit geführt wurde, deutet darauf hin, dass es um mehr ging als um Kunst und Literatur. Verhandelt wurden gleichzeitig die Problematik des alltäglichen Rassismus in unserer Gesellschaft und dessen sprachliche Manifestation.

Für den Bereich Bildung, Erziehung und Unterricht ergeben sich daraus komplexe Fragestellungen. Wie definiert sich der Anfang von Diskriminierung? Wie hängen Sprache, Denken und Handeln in dieser Hinsicht zusammen? Wie erleben kindliche Rezipient/inn/en das Vorkommen von altertümlichen und ehemals harmlosen, heute aber bewusst herabwürdigen den Wörtern in kinderliterarischen Werken? Wie wirkt sich ein verdeckt diskriminierendes Potential von Wörtern auf die literarische Rezeption und die kindliche Persönlichkeitsentwicklung aus? Inwiefern wird auf diese Weise sogar rassistischen Haltungen Vorschub geleistet? Es ist aber auch zu fragen, inwiefern Kinderliteratur verstörend und anarchisch sein darf und inwieweit  es  kindlichen Leser/inne/n zugemutet werden kann, sich mit der historischen Dimension von Literatur auseinanderzusetzen und Unterscheidungen vorzunehmen zwischen vergangenem und heutigem Sprachgebrauch.

Den Tagungsflyer können Sie hier lesen. Das Programm finden Sie hier. Abstracts zu den einzelnen Beiträgen stehen hier zur Verfügung.

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