Vom 05. bis zum 07. März 2014 findet an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf eine Tagung zum Thema "Graphisches Erzählen - Comic-Adaptionen literarischer Texte" statt. Exposés für Vorträge können noch bis zum 31. Oktober 2013 eingereicht werden.

Comics zeichnen sich durch eine prinzipielle Hybridität aus, da in dieser Kunstform textuelle und visuelle Elemente aufs engste miteinander verwoben sind. Bild und Text stehen sich in Comics nicht einfach gegenüber, sondern bilden vielmehr eine unauflösliche Einheit, die durch ein Wechselspiel von Medienkooperation und Medienkonkurrenz geprägt ist. In Comic-Adaptionen literarischer Texte erreichen diese intermedialen Relationen einen zusätzlichen Komplexitätsgrad, da zu der gattungskonstitutiven Bild-Text-Kombination der Bezug auf einen literarischen Prätext hinzutritt. Im Vergleich mit der literarischen Vorlage erweist sich dabei das Verhältnis der textuellen und der visuellen Elemente als hochgradig dynamisch: Die auf medienspezifische Ursachen zurückzuführende Reduktion der literarischen Vorlage auf textueller Ebene wird durch die neu hinzutretende visuelle Dimension erweitert.

Ziel der Tagung "Graphisches Erzählen – Comic-Adaptionen literarischer Texte" ist es, die medialen Transformationsprozesse zu analysieren, die für derartige Adaptionen charakteristisch sind. Die für die Tagung leitende Fragestellung wird dabei auch durch den Umstand bestimmt, dass gerade in den letzten Jahren vermehrt Comic-Adaptionen von kanonisierten Texten insbesondere der deutschsprachigen Literatur erschienen sind. Das Spektrum reicht dabei von Nacherzählungen der literarischen Vorlage bis zu den Prätext hochgradig verfremdenden Adaptionen, wie dies etwa bei den Comics Faust und Don Quijote von Flix der Fall ist. Da diese Adaptionen in jedem Fall auch als Interpretationen der Vorlage zu verstehen sind, ergibt sich in gewissen Grenzen eine Analogie zwischen dem kreativen Prozess der Comiczeichner und dem analytischen Zugriff der Comicforscher. Aus diesem Grund ist es ein besonderes Anliegen der Veranstalter, auch Comiczeichner in die Tagungskonzeption einzubeziehen und somit eine gemeinsame Plattform für den Austausch zwischen Comicforschern und Comiczeichnern anzubieten.

Willkommen sind Beiträge zu Comic-Adaptionen literarischer Texte, die sich mit einer der folgenden Fragen auseinandersetzen:

  • Inwiefern dekonstruieren Comic-Adaptionen die Differenz von visuellen und textuellen Elementen? Wie lässt sich das Verhältnis zwischen Text und Bild im Sinne einer Kooperation bzw. Konkurrenz zwischen den Medien beschreiben? Welchen Einfluss üben andere Medien und Künste (insbesondere visuelle Künste wie bildende Kunst und Film) auf Comic-Adaptionen aus?
  • Profiliert sich der Comic durch den Kontakt mit der Literatur als Kunstform? Inwiefern dekonstruieren Comic-Adaptionen insbesondere von klassischen und kanonisierten literarischen Texten die (vermeintliche) Differenz zwischen ›hoher‹ und ›niedriger‹ Kultur? Welchen Einfluss haben populärkulturelle Phänomene auf die Gestaltung der Comic-Adaptionen?
  • Inwiefern setzen die Comic-Adaptionen die Kenntnis der literarischen Vorlage voraus? Werden durch die Comic-Adaptionen neue Leserschaften für klassische literarische Texte oder Comics gewonnen?
  • Lassen sich die Comic-Adaptionen als Meta-Comics beschreiben, die ihr eigenes Medium und die mediale Differenz zur literarischen Vorlage reflektieren?
  • Welchen Einfluss haben die unterschiedlichen Publikationsformen von Comic-Adaptionen (Buchform, Zeitungen, Webcomics etc.) auf deren ästhetische Gestaltung?
  • Welche Analogien und Differenzen lassen sich aus einer komparatistischen Perspektive zwischen Comic-Adaptionen deutschsprachiger Comic-Zeichner und solchen aus ›klassischen‹ Comic-Ländern wie Belgien, Frankreich, Japan und den USA feststellen?
  • Welche Perspektiven auf Comic-Adaptionen eröffnen weitere methodische Ansätze wie z.B. die Gender-Theorie oder die postkoloniale Theorie? Auf welche Weise werden Kategorien wie ›Geschlecht‹ und ›Rasse‹ – möglicherweise auch in entscheidender Differenz zur literarischen Vorlage – in den Comics inszeniert bzw. dekonstruiert?

Die Tagung wird von Dr. Florian Trabert, Mara Stuhlfauth und Johannes Waßmer organisiert und findet vom 5. bis 7. März 2014 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt. Die Tagung ist Teil eines vom Lehrförderfonds der Heinrich-Heine-Universität geförderten Projekts und schließt an zwei im Wintersemester 2013/14 stattfindende Bachelor-Seminare zum Tagungsthema an. Die an diesen Seminaren teilnehmenden Studierenden sind in die Organisation und Durchführung der Tagung eingebunden.

Themenvorschläge aus den Gebieten der Literaturwissenschaft und Comicforschung erbitten wir bis zum 31. Oktober 2013. Über die Annahme Ihres Vorschlags werden wir Sie bis Mitte November 2013 informieren.

Die Übernahme der Kosten für Anfahrt und Unterkunft ist angestrebt, kann aber noch nicht zugesichert werden. Eine Publikation der Beiträge ist geplant.

Exposés für Vorträge und Anmeldungen zur Teilnahme senden Sie bitte an:

Dr. Florian Trabert
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
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Rückfragen richten Sie bitte an einen der Veranstalter:
Dr. Florian Trabert (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Mara Stuhlfauth, M.A. (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Johannes Waßmer, M.A. (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


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