von Corinna Beermann und Jessica Neumann, B.A.

Die 41. Ausgabe der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse stand unter dem Motto "Kibum klingt".  Rund 30.000 Besucher – Familien ebenso wie Schulklassen – erkundeten die Ausstellungsräume und besuchten die fast durchgängig ausgebuchten Lesungen. Corinna Beermann und Jessica Neumann haben sich auf der KIBUM 2015 umgeschaut und berichten hier von ihren Eindrücken.

Über die KIBUM Oldenburg

Die Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse (KIBUM) wird seit 1974 jährlich im November als Kooperation zwischen der Stadt Oldenburg und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg veranstaltet. Die Organisation erfolgt durch die Stadt- und Universitätsbibliothek Oldenburg.

In Deutschland ist die KIBUM die größte nicht-kommerzielle Kinder- und Jugendbuchmesse. Gegenstand sind nahezu 2.500 im vorangegangenen Jahr erschienene Kinder- und Jugendbücher des deutschsprachigen Raums, wobei keine Vorauswahl getroffen wird. Neben der Präsentation der Bücher besteht die Möglichkeit, mit prämierten digitalen Medienprodukten in Berührung zu kommen. Nach Altersgruppen gestaffelt ist ein Zugang zu Computerspielen, Apps, Hörbüchern und Websites ermöglicht.

Neben den Ausstellungsräumen bietet die KIBUM ein Rahmenprogramm, bestehend aus einer Vielzahl von Veranstaltungen: Autorenlesungen, Vorträge, Workshops, Ausstellungen, Theatervorstellungen und ein Fachbesuchertag. Neben der Präsentation der Medien ist die aktive Leseförderung Ziel der KIBUM. 

Seit 1977 wird im Rahmen der Messe der "Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg" verliehen – ausgezeichnet werden hier Erstlingswerke.

Die KIBUM 2015 "klingt" 

Die 41. KIBUM, die vom 7. bis 17. November 2015 stattfand, stand unter dem Motto "KIBUM klingt!" Schirmherr der diesjährigen Veranstaltung war der Musiker Schriftsteller Heinz Rudolf Kunze.

Eines der Ziele der Messe war es, die Zusammenhänge zwischen Musik/Klang und Literatur zu ergründen. Dem Motto entsprechend waren die Ausstellungsräume des Kulturzentrums liebevoll mit musikalischer Dekoration hergerichtet; große schwarze Noten hingen von der Decke, aus Notenblättern gefaltete Papierflieger "schwebten" über den Bücherregalen und bunte Schilder erinnerten an Meilensteine der Musikgeschichte.

Die Ausstellungsräume waren verschiedenen Aspekten unterstellt. Neben einem Medienraum konnten die BesucherInnen Seminarräume zu den Kategorien Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch besuchen. Im Foyer befanden sich zudem die nominierten Werke des Deutschen Jugendliteraturpreises sowie des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises. Letzterer ging in diesem Jahr an Florian Wacker, der für sein Werk Dahlenberger ausgezeichnet wurde.

Mit bunten Kissen und Matratzen ausgestattete Leseecken boten in jedem Ausstellungsbereich Raum, um in selbst ausgewählten Büchern zu schmökern. Dieses Angebot fand großen Anklang bei den rund 30.000 BesucherInnen. Nach der Aussage Heike Janssens, der Fachdienstleiterin der Stadtbibliothek Oldenburg und Mitverantwortlichen der KIBUM, sei ein zufriedenstellender Anstieg der Besucherzahlen in den letzten Jahren zu beobachten. Dies werde auch an den Anmeldezahlen für die Veranstaltungen des Rahmenprogramms deutlich. Insgesamt seien 9.700 Anmeldungen für die 191 Veranstaltungen eingegangen. Das für alle Altersgruppen offene Programm war in diesem Jahr das größte in der Geschichte der KIBUM. Die Veranstaltungen sind nach Altersgruppen kategorisiert (1-5 Jahre, 6-9 Jahre, 10-12 Jahre, Jugendliche, Erwachsene). Zudem gab es eine Reihe von ergänzenden Ausstellungen.

Exemplarisch besuchten die Autorinnen dieses Beitrags die musikalische Autorenlesung von Karsten Teich über "Cowboy Klaus und die Hühner". Teich präsentierte einige seiner Werke ganz im Sinne des Mottos der Messe, indem er musikalische Elemente in seine Lesung integrierte. Unterstützend projizierte er Illustrationen aus seinen Werken an eine Leinwand, zeichnete live und ließ die Kinder aktiv an der Lesung teilhaben. Neben den Büchern wurde auch ein auf einem seiner Bücher basierender Kurzfilm gezeigt. Alles in allem gelang es Teich, durch die Verbindung der unterschiedlichen Elemente eine für die Kinder spannende Atmosphäre zu schaffen. Das junge Publikum war begeistert; Florentine (8), Merit (7) und Linus (8) sind sich einig: "Der Film Das pupsende Pony war am besten!"

Klassenausflug zur KIBUM

Neben zahlreichen PrivatbesucherInnen finden jedes Jahr auch zahlreiche Schulklassen ihren Weg zur KIBUM. Durch vorherige Anmeldung der Schulen ist es den SchülerInnen möglich, Veranstaltungen des Rahmenprogramms sowie den Medienraum kostenfrei zu besuchen. 

Laut Janssen nutzt ein Großteil der LehrerInnen das seit letztem Jahr existente Angebot der Messe-Rallye, die in den Ausführungen für Kinder ab acht bzw. ab zehn Jahren verfügbar ist. Die Kinder erforschen mithilfe des Fragebogens Aspekte rund um die KIBUM und das Messegelände.

Zudem haben die LehrerInnen die Möglichkeit, sich zur Vor- und Nachbereitung des Messebesuchs im Unterricht didaktische Materialien auf der Homepage der KIBUM herunterzuladen. Diese Materialien befassen sich mit einzelnen AutorInnen und Werken, wobei je eine Inhaltsangabe sowie didaktische Überlegungen und Ansatzpunkte für die weitere Thematisierung im Rahmen des Unterrichts gegeben werden.

Als Erinnerung an den Besuch bekommt jede Schulklasse das KIBUM-Buch überreicht. In diesem Jahr ist es aus der Zusammenarbeit des Klang-Dichters Erwin Grosche mit 12 Kindern aus Oldenburger Grundschulen entstanden und trägt passend zum Motto den Titel "KlingKlangvolles".

Die Klassenausflüge wurden von vielen SchülerInnen positiv bewertet, so war Philipp (10) mit seiner Klasse bereits zum zweiten Mal hier. Er fühlte sich vor allem im Sachbuchraum wohl, wo er gemeinsam mit seinem Freund Sebastian in einem Buch zum Computerspiel Minecraft blätterte, das beide begeistert in ihrer Freizeit spielen.

Neben den jüngeren SchülerInnen finden auch Auszubildende und BerufsschülerInnen den Weg zur KIBUM. So berichtete eine Lehrerin, dass ihre SchülerInnen im Rahmen ihrer Erzieherausbildung die Messe besuchen, wobei das besondere Augenmerk vor allem auf den Bilderbüchern und deren Eignung für das spätere Berufsumfeld gelegt wird.

Resümee

In den letzten 41 Jahren ist die KIBUM zu einer Oldenburger Tradition geworden. So berichtete eine Besucherin, dass der Messebesuch Familientradition habe. Obwohl ihre Kinder bereits erwachsen seien, lasse sie es sich nicht nehmen, spontan vorbeizuschauen, um sich nach interessanten Neuerscheinungen umzusehen.

Der Gesamteindruck der KIBUM war sehr positiv; die Messe bietet den Besuchern die Möglichkeit, in die Welt der Bücher abzutauchen.

Trotz allem sind Kleinigkeiten zu kritisieren. So erscheint die Sortierung der Bücher im großen Lesesaal sehr unübersichtlich. Es bleibt zum Teil unklar, welches System der Ordnung zugrunde liegt; Genre- und Alterskategorien werden nicht klar voneinander getrennt. Begünstigt wird dies durch BesucherInnen, die Bücher nicht an ihren Platz zurückstellen.

In Erinnerung bleibt vor allem die fröhliche, anregende und lockere Atmosphäre. Bunte, kindgerechte Dekorationen und eine Vielzahl an kuscheligen, gemütlich hergerichteten Sitz- und Leseecken schaffen einen Ort zum Wohlfühlen. Seinen Beitrag dazu leistete auch das freundliche und hilfsbereite Personal, das den Kindern viele Freiheiten ließ. 

Abschließend lässt sich sagen, dass ein Besuch der KIBUM lohnenswert ist, ob als Privatperson oder mit einer Schulklasse. Buchliebhaber und Lesefreunde können auf dieser Messe Inspiration und schöne Momente finden.


Einen Vorbericht über die KIBUM 2015 finden Sie hier.

 

Quellennachweis: alle Fotos stammen von Corinna Beermann und Jessica Neumann


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