von Anna Fredrich

Mit einem herzlichen "Witaj!" lud die Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse (KIBUM) ihre Besucher vom 04. bis zum 14.11.2017 ins Kulturzentrum PFL ein, um die polnische Kinder- und Jugendliteratur zu entdecken. Das vielseitige Programm bot eine Auswahl von Veranstaltungen für jede Altersklasse, die entweder zu oder mit polnischen Autorinnen und Autoren sowie Illustratorinnen und Illustratoren gestaltet wurden.

Das PFL (Peter Friedrich Ludwigs Hospital, Foto: 2017)

Über die KIBUM Oldenburg
Die in Oldenburg seit 1974 jährlich stattfindende Kinder- und Jugendbuchmesse (kurz: KIBUM) öffnet im Spätherbst als größte nichtkommerzielle Messe ihrer Art in Deutschland die Türen für Kinder, Jugendliche, Eltern, Lehrer und alle anderen Interessierten. Die KIBUM wird als Kooperation zwischen der Stadt Oldenburg und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg veranstaltet und von der Stadt- und der Universitätsbibliothek organisiert.
Vorgestellt werden auf der KIBUM die im Laufe des Jahres neu erschienen Kinder- und Jugendbücher, die ohne einschränkende Vorauswahl aus allen deutschsprachigen Ländern (nahezu 2500 Neuerscheinungen) kommen. MessebesucherInnen können sich in dem Kulturzentrum PFL und den umliegenden Gebäuden umschauen, in den Bücher stöbern und sich über die aktuellen Neuerscheinungen informieren. Ein wichtiges Ziel der Messe ist die aktive Förderung des Lesens. Zudem werden elektronische Medienprodukte, Autorenlesungen, Vorträge, Workshops und Ausstellungen sowie Theaterstücke und ein Kinderfilmfestival angeboten.
Seit 1977 wird im Rahmen der KIBUM der "Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg" an herausragende Erstlingswerke der AutorInnen und IllustratorInnen von Kinder- und Jugendbüchern verliehen.

Die KIBUM 2017: "Witaj! KIBUM trifft Polen"
Die diesjährige KIBUM hat sich gemäß ihres Mottos der Kinder- und Jugendliteratur Polens verschrieben und wird damit zum Höhepunkt der Kultur- und Informationsreihe "Polen Begegnung" der Stadt Oldenburg. Hierfür kooperiert Oldenburg mit Breslau, der Kulturhauptstadt Europas 2016. Im Rahmen der KIBUM soll darauf aufmerksam gemacht werden, welches breite inhaltliche Spektrum der polnische Kinderbuchmarkt abdeckt. Hierzu wurden einige zeitgenössisch bakannten polnischen Autorinnen und Autoren und Illustratorinnen und Illustratoren nach Oldenburg eingeladen – darunter z.B. Pawel Pawlak und Ewa Kozyra-Pawlak aus Breslau, Josef Wilkon und Marta Ignerska aus Warschau und Uri Orlev aus Jerusalem.
Das Bilderbuch nimmt in Polen eine herausragende Position ein, daher ist die Schirmherrschaft des Kinderbuchautors und Künstlers Janosch in diesem Jahr mehr als angemessen. Der gebürtige Schlesier ist in Bad Zwischenahn nahe Oldenburg aufgewachsen und ist somit auch eine Lokalprominenz des Oldenburger Umlandes. Ein besonderes Glanzlicht der Messe ist daher die Ausstellung Oh, wie schön ist... Bilderbuchkunst von Janosch, flankiert von einem üppigen Veranstaltungsprogramm. Zu finden war die Ausstellung in den Räumen der Artothek und der BKK Galerie in der Peterstraße 1.

Die Leselandschaften im PFL laden zum Verweilen ein


Interaktives und Intermediales Entdecken auf der KIBUM


Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2017: Lesung der Nominierten
Ein weiteres Highlight war die alljährige Verleihung des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises und die vorab arrangierte Lesung der Nominierten. Die Lesung wurde am Mittwoch, den 08.11. von 15-16 Uhr in der Kinderbibliothek am PFL in der Peterstraße 1 veranstaltet. Jury-Mitglied Dr. Tobias Kurwinkel übernahm die Rolle des Moderators und wurde dabei von den Schülern des Lothar-Meyer-Gymnasiums Varel unter Leitung von Frau Julia Leu unterstützt: Gruppen bestehend aus zwei bis drei Schülern trugen ihre eigens verfassten Texte zu den jeweiligen Werken vor, um die Nominierten anzukündigen. Dieses Element hat nicht nur die Distanz zwischen den anwesenden Autorinnen bzw. Autor und ihren jungen Rezipienten verringert, sondern den Schülern ebenfalls die Möglichkeit gegeben sich aktiv an der Gestaltung der Nominiertenlesung zu beteiligen.
In diesem Jahr nominiert waren: Anne Becker mit ihrem Jugendbuchmanuskript Klickediklack, Julya Rabinowich mit ihrem Jugendbuch Dazwischen: ich und Ulrich Fasshauer mit seinem Kinderbuch Das U-Boot auf dem Berg. Die Autorinnen bzw. der Autor lasen jeweils eine selbstgewählte Passage aus ihrem Werk vor und im Anschluss hatte das Publikum die Möglichkeit, Fragen, Lob- und Kritikäußerungen direkt mit den Autorinnen bzw. dem Autor zu diskutieren. Es ist den Autoren gelungen den Witz, die Ernsthaftigkeit ihrer Erzählungen in den Lesungsraum und auf die Zuhörer zu übertragen. Die Lesung jedes Buches wurde mit viel Begeisterung vom Publikum aufgenommen.

Die Nominierten (v.l. Anne Becker, Ulrich Fasshauer, Julya Rabinowich)

Resumé
Bereits seit 42 Jahren lädt die KIBUM jährlich ein, die aktuellen Neuerscheinungen im Bereich Kinder- und Jugendbücher in einer einladenden Bücherlandschaft zu entdecken. Mittlerweile ist die Messe, die immer auch ein bestimmtes Motto thematisiert, zu einer Oldenburger Tradition geworden. Neben Familien, Schulklassen und LehrerInnen besuchen auch interessierte Privatpersonen die Ausstellungen, Lesungen und Vorträge, die die KIBUM zu bieten hat.

Auch in diesem Jahr konnte die KIBUM wieder rundum überzeugen: Die Messe bot Erwachsenen wie auch Kindern ein breit gefächertes Angebot, um die Kinder- und Jugendliteratur Polens erleben zu können. Vorherrschend unter den Besuchern waren natürlich die Schulklassen der Region, aber auch Erwachsene oder Kinder in Begleitung ihrer Eltern. Die liebevoll gestalteten Räume mit Leseecken und interaktive Elementen wie der Computerraum luden zum Verweilen und zum aktiven Erleben ein.

Die vergangenen Messen erleben – durch die Messeberichte zur KIBUM 2015 und 2016.

(Fotos: Anna Fredrich)


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