Weihnachtszeit heißt auch für die Filmindustrie Kinderfilmzeit: Gerade in während der Feiertage gehören Familienkinotage zum Pflichtprogramm. Entsprechend hoch ist die Auswahl an Kinderfilmen, die viele Menschen in die Multiplexkinos locken sollen. Wir stellen die wichtigsten Neustarts im Dezember 2014 vor.

Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere

(Start: 10.12.2014)

Den unvermeidbaren Blockbuster gleich zu Beginn: Der letzte Teil von Peter Jacksons Der Hobbit-Trilogie kommt rechtzeitig zu Weihnachten in die Kinos. Jackson hat die vergleichsweise schmale literarische Vorlage Tolkiens mit nicht zu kurzen Schlachtszenen und Special-Effects-Orgien angedickt. Das ist nach wie vor beeindruckend und für Tolkien-Fans eh eine sichere Bank,  bereits die Herr der Ringe-Filme wurden von der in diesen Dingen nicht zimperlichen Fanschar in weiten Teilen positiv aufgenommen. Und Jackson ist nach wie vor erkennbar selber Fan – dass einem Enthusiasten und Überzeugungstäter derartige Budgets und eine weitgehende künstlerische Freiheit zugestanden werden, ist nicht die Regel. Wobei man auch sagen muss, dass Peter Jackson, anders als in seinem alles andere als kindertauglichen Frühwerk, von sich aus auf künstlerischen Eigensinn verzichtet und die Maschinerie gut bedient. Zuschauer allen Alters, die die zeitgenössische Blockbuster-Ästhetik inzwischen über haben, sollten „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“ also meiden, zumal der Untertitel einen nicht eben zurückhaltenden Ausgang verspricht. Alle anderen können für knapp zweieinhalb Stunden dem fröhlichen Eskapismus frönen. Der Film startet in Deutschland am 10. Dezember, freigegeben ab 12 Jahren.

Paddington

(Start: 04.12.2014)

Der ultimative Weihnachtsfilm dieses Jahr aber ist Paddington, die erste Realfilmverfilmung von Michael Bonds Kinderbuchklassiker (die Puppenserie Paddington und  die Zeichentrickserie Die Abenteuer von Paddington Bär waren noch nicht der wahre Jakob). Der Trailer ist vielversprechend: Hugh Bonneville (Downton Abbey) gibt erneut den idealtypischen Engländer, eine wieder sagenhaft unterkühlte Nicole Kidman spielt eine bösartige Tierpräparatorin – und der kunstvoll animierte Bär aus Peru tapst gutgelaunt und lakonisch von einer Katastrophe in die nächste ("Things are always happening to me. I’m that sort of bear", wie Paddington auf Winnie-the-Pooh-Art meint). Hier stimmt der abgegriffene Satz einmal: Ein großer Spaß für die gesamte Familie – Eltern, die das Buch kennen, können sich der Nostalgie hingeben, Kinder sich mit einem liebenswert ungelenken Felltier identifizieren. Der Film startet am 4. Dezember.

Der kleine Drache Kokosnuss

(Start: 18.12.2014)

Die Macher der Prinzessin Lillifeee-Filme schlagen wieder zu: Mit Der kleine Drache Kokosnuss findet nun auch der knuffige Kinderzimmerliebling aus Ingo Siegners Bestsellerbuchreihe den Weg auf die Leinwand. Launig und gerade für Vorschulkinder ungemein unterhaltsam erlebt der Feuerdrache Kokosnuss zusammen mit seinen Freunden, dem Fressdrachen Oskar und dem Stachelschwein Matilda, allerlei schräge Abenteuer. Der computergenerierte Animationsfilm lässt sich in 2D und 3D ab dem 18.12. auf der Leinwand bestaunen.

Bibi & Tina: Voll verhext

(Start: 25.12.2014)

Detlev Buck macht es noch einmal: Auch für den zweiten Bibi & Tina-Kinofilm greift er auf die im ersten Teil bewährte Mixtur zurück: Eine charmante Story, in der sich Bibi diesmal in den Wohnwagenbewohner Tarik verknallt, während sie einen mysteriösen Diebstahl auf Schloss Grafenstein untersucht; schwungvolle Songeinlagen (wieder komponiert von „Rosenstolz“-Mitglied Peter Plate), ein pfiffiges Schauspielerensemble (darunter Lina Larissa Strahl als Bibi, Lisa-Marie Koroll  als Tina und Mavie Hörbiger als Kommissarin). Den 1,1 Millionen Bibi-Fans, die schon den ersten Teil im Kino gesehen haben, wird es auf jeden Fall gefallen.

Finn und die Magie der Musik

(Start: 04.12.2014)

Weniger kriegerisch geht es in Mels van der Hoevens Film Finn und die Magie der Musik zu, wobei die Problematik, die hier verhandelt wird, eine durchaus existenzielle ist. Es geht um die ausbleibende Akzeptanz eines Vaters, der die Wünsche und Interessen seines Sohnes nicht anerkennen kann. Dass der Konflikt anhand eines allzu offensichtlichen Gegensätzen – der Sohn, eine in der Kinderliteratur typische Außenseiterfigur – will unbedingt Geige lernen, der Vater wünscht sich einen Fußballer – illustriert wird, lässt den Film anfangs nicht sonderlich originell wirken. Schnell aber nimmt die Geschichte eine recht anrührende – wenngleich auch keineswegs kitschfreie – vorsichtige Wendung ins Phantastische. Ein alter Mann, der in einem verfallenen Holzhaus lebt, bringt dem Jungen das Spielen bei, und die Musik bewirkt, dass Finn seine tote Mutter wiedersieht. Der Film operiert – wie gesagt – hart an der Grenze zum Kitsch, aber das ist ja meist eher ein Problem von erwachsenen Zuschauer. Filmstart ist der 4. Dezember.



Wiedersehen mit Brundibar

(Start: 04.12.2014)

Wiedersehen mit Brundibar ist nach Rhythm Is It die nächste Dokumentation, die zeigt, wie Jugendliche in einem Theaterprojekt überraschende Erfahrungen machen, die ansonsten nicht möglich gewesen wären. Die Kamera begleitet die  Jugendtheatergruppe der Berliner Schaubühne, die das Stück "Brundibar" aufführen sollen. "Brundibar" wurde von Kinder, die im KZ Theresienstadt interniert waren, im Lager aufgeführt, die Deutschen dokumentierten die Aufführung und nutzten sie für den Propagandafilm Der Führer baut den Juden eine StadtWiedersehen mit Brundibar erzählt die gemeinsame Arbeit an dem Stück heute als einen Prozess der Verlebendigung von Geschichte. Immer wieder weisen die jungen Schauspieler auf den nervigen Geschichtsunterricht, die in ihren Augen offensichtlich eher unbefriedigende Auseinandersetzung mit dem Holocaust im schulischen Rahmen hin. Im Gespräch mit einer Überlebenden und dem Versuch, imaginativ nachzuvollziehen, was es bedeutet, Theater zu spielen, wenn man weiß, dass man sterben muss, entsteht Empathie. Wiedersehen mit Brundibar ist ein Plädoyer für einen aktiven und lebendigen Umgang mit Geschichte. Kinostart ist der 4. Dezember.

Weitere Neustarts

Um die Freundschaft zwischen zwei Mädchen, die auf einem Pferdehof arbeiten, dreht sich das Coming-of-Age-Drama Von Mädchen und Pferden von Monika Treut. Aus Norwegen kommt mit Hokus Pokus Willi Wiberg ab dem 4.12. ein charmanter Trickfilm für die Kleinen.

Vorschau auf den Januar: Doktor Proktors Pupspulver

Auch Krimiautoren brauchen mal Entspannung: Jo Nesbø, sonst ein Spezialist für brutale Handlungsstränge, lieferte die Romanvorlage für diesen sehr, sehr skurillen deutsch-norwegischen Kinderfilm: Der geniale Tüftler Doktor Proktor bringt eine brillante Erfindung nach der anderen heraus, die dann postwendend von seinem Erzrivalen, dem bösartigen Hochstapler Thrane kopiert wird. Die neueste Erfindung von Doktor Proktor ist geradezu nobelpreiswürdig: Mit seinem Pupspulver bekommt man genügend Antrieb, um bis zum Mond zu fliegen. Als Thrane die Formel für das Pupspulver stehlen will, eilen das Nachbarsmädchen Lise und ihr Freund Bulle Proktor zu Hilfe. Für die einen mag Doktor Proktors Pupspulver der Untergang des Kinderabendlandes sein – der Rest dürfte mit dieser wohltuend schrägen Klamotte jede Menge Spaß haben. Ab dem 15. Januar 2015 im Kino.

Außerdem läuft im Januar Disneys neues Animationsfilmprojekt Baymax – Riesiges Robowabohu an. Kinderstar Quvenzhané Wallis nutzt das Musical-Remake Annie, um sich nach Beasts of the Southern Wild in der Riege der Top-Kinderschauspielerinnen festzusetzen.


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