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von Sara Aitchafhi, Nele Cichon, Tanja Pieper und Julia Thilo 

Der erste Kinomonat des Sommers zeigt sich vielversprechend: In einem Internat lernen sich Tim, Karl, Klößchen und Gaby kennen. Die vier abenteuerlustigen Kinder decken zusammen eine Verschwörung auf und so entsteht aus ihnen die Bande TKKG. Ebenfalls spannend wird es in Pets 2, denn Terrier Max, Kaninchen Snowball und Co. stehen allesamt vor großen Aufgaben. Mit X-Men: Dark Phoenix kommt eine Fortsetzung in die Kinos, welche an X-Men: Apocalypse aus dem Jahr 2016 anschließt. Und mit Men in Black: International bekommt die Kultfilmreihe ihr erstes Spin-off, das die Alienjäger auf Einsätze rund um den Globus schickt. 

Weniger actiongeladen, aber dafür dramatisch und fürs Herz ist Drei Schritte zu dir: Zwei junge Menschen, die an der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose leiden, verlieben sich ineinander. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr müssen sie jedoch immer vier Meter Abstand halten. Ebenso tragisch, dennoch von französischem Witz und Charme geprägt, ist Der Klavierspieler vom Gare du Nord, in dem ein rebellischer, aber sehr talentierter junger Mann lernen muss, dass Talent allein nicht für eine Karriere als erfolgreicher Musiker ausreicht.

 

TKKG 
Kinostart: 06.06.2019, FSK 6

Auf ihrem neuen Internat sind Willi (Lorenzo Germeno) und Tim (Ilyes Moutaoukkil) nicht nur Zimmergenossen, die beiden charakterlich gegensätzlichen Jungen freunden sich an. Schnell geraten sie in ein Abenteuer, das über die üblichen Jungsstreiche hinausgeht: Willis Vater wird entführt und mit ihm verschwindet eine Statue von beträchtlichem Wert. Da sich die beiden Jugenddetektive von der Arbeit der Polizei keine Lösung des Falls erhoffen, holen sie sich die Polizistentochter Gabi (Emma-Louise Schimpf) und den cleveren Karl (Manuel Santos Gelke) mit ins Boot, um die Wahrheit herauszufinden. 

Der familienfreundliche Jugendkrimi basiert auf der Jugendbuchreihe von Rolf Kalmuczak, die auch in der Hörbuchform sehr beliebt ist. Es handelt sich nicht um die erste Verfilmung von Abenteuern des Erfolgsteams:  es gibt bereits zwei Fernsehserien, die unter dem Titel Ein Fall für TKKG (1985 und 2014) veröffentlicht wurden. Im Kino liefen zudem Ein Fall für TKKG: Drachenauge (1992) und TKKG – Das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Maschine (2006).


X-Men: Dark Phoenix 
Kinostart: 06.06.2019, FSK 12

Die X-Men, ein Team junger, starker Mutanten rund um Charles Xavier (James McAvoy), haben den Kampf gegen den ersten und mächtigsten Mutanten Apocalypse nicht nur überlebt, sie haben ihn auch gewonnen und so die Menschheit gerettet. Zehn Jahre später werden sie noch immer wie Helden gefeiert und unternehmen nun eine gefährliche Mission nach der anderen. Selbst als einige Astronauten im Weltall verunglücken und auf Rettung hoffen, sind Mystique (Jennifer Lawrence), Beast (Nicholas Hoult), Quicksilver (Evan Peters) und Co. zur Stelle. Dabei wird ihr Raumschiff jedoch von einer außerirdischen Kraft getroffen, welche von Jean Grey (Sophie Turner) absorbiert wird. Das hat Konsequenzen: Eine mysteriöse, tief in ihr verborgene Macht, über die Jean keine Kontrolle hat, kommt zum Vorschein und gefährdet das Leben auf allen Planeten. Es liegt nun an den X-Men ihr Teammitglied aufzuhalten. Doch eine außerweltliche Formwandlerin (Jessica Chastain) scheint ebenfalls an Jeans Kräften interessiert zu sein.

Nachdem Simon Kinberg seit nunmehr fast 15 Jahren als Produzent und Drehbuchautor an dem X-Men-Franchise beteiligt war, veröffentlicht er mit X-Men: Dark Phoenix nun sein Regiedebüt. Der Film setzt die Handlung aus X-Men: Apocalypse (2016) fort und stellt den zwölften Beitrag der erfolgreichen Reihe dar.


Men in Black: International
Kinostart: 13.06.2019, FSK noch nicht bekannt

Die ‚Men in Black‘ sind die größte und zugleich unbekannteste Organisation der Welt; Sie beschützen die Menschen heimlich vor außerirdischen Begegnungen und Angriffen. Zwanzig Jahre zuvor vergaßen sie allerdings, der kleinen Molly die Erinnerungen auszulöschen, nachdem sie einen Einsatz miterlebt hatte. Nach jahrelangem Forschen hat die nun erwachsene Molly (Tessa Thompson) endlich das Hauptquartier ausfindig gemacht und kann Agent O (Emma Thompson) von ihren Fähigkeiten überzeugen. Als Agent M wird sie nun für ihren ersten Auftrag nach London geschickt, wo ihr vom dortigen Chef High T (Liam Neeson) ihr Partner zugeteilt wird: der legendäre Agent H (Chris Hemsworth). Gemeinsam stellen sie sich nun zum einen einer gestaltwandelnden außerirdischen Lebensform, die sich auf der Erde verbreitet, und müssen zum anderen einen Maulwurf in ihren eigenen Reihen ausfindig machen.

Men in Black: International stellt den ersten Spin-off der Men in Black-Trilogie dar und hebt die Geheimorganisation dabei auf ein ganz neues Level: Waren die Agenten J (Will Smith) und K (Tommy Lee Jones) zuvor nur in New York auf Alien-Jagd zu sehen, führt das neueste außerirdische Abenteuer die Zuschauenden, wie es der Titel schon andeutet, einmal um die Welt.


Drei Schritte zu dir 
Kinostart: 20.06.2019, FSK 6

Stella (Haley Lu Richardson) leidet an der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose. Ihr ganzes Leben lang muss sie regelmäßig zu Behandlungen und richtet es nach diesen aus. Das Aufeinandertreffen mit dem ebenfalls an Mukoviszidose erkrankten Will (Cole Sprouse, bekannt aus der Jugendserie Riverdale) ist für die beiden jungen Menschen eine schicksalhafte Begegnung: Sie verlieben sich ineinander und wachsen an dem jeweils anderen. Will lernt das Leben auch mit der Krankheit zu lieben und Stella erfährt, wie es ist, sich fallen zu lassen und jeden Moment ohne Angst zu genießen. Jedoch dürfen sie sich nicht berühren, um eine Infizierung durch den jeweils anderen zu vermeiden.

Die Thematisierung einer lebensbedrohlichen Krankheit in diesem Rahmen macht Drei Schritte zu dir zu einem Liebesfilm der anderen Art. Das Schicksal ist ein mieser Verräter und ähnliche Produktionen haben bereits gezeigt, wie jung und alt gleichermaßen von Filmen, die Tod und Liebe, sowie Trauer und Freude auf direkte Weise verbinden, in den Bann gezogen werden. Eben die Darstellung des unperfekten Lebens, der Ängste und Probleme der beiden Protagonisten, als auch das gegenseitige tiefe Verständnis machen Justin Baldonis Regiedebüt (bekannt aus Jane the Virgin) facettenreich und interessant. 


Der Klavierspieler vom Gare du Nord 
Kinostart: 20.06.2019, FSK keine Angabe

Mathieu Malinski (Jules Benchetrit) spielt Klavier. Mitten im Pariser Bahnhof Gare du Nord verliert er sich in dem jeweiligen Stück und ermöglicht nicht nur den lauschenden Passanten eine kurze Pause vom alltäglichen Leben, auch er selbst schafft sich mit der Musik einen Rückzugsort. Der Direktor des nationalen Konservatoriums für Musik, Pierre Geithner (Lambert Wilson), hört Mathieu eines Tages spielen und ist sofort begeistert von dessen Talent. Doch der Klavierspieler vom Gare du Nord zeigt kein Interesse an einer Zusammenarbeit. Als der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Mathieu kurze Zeit später wegen Diebstahl verhaftet wird, kreuzen sich die Wege der beiden erneut: Die Haftstrafe wird in Sozialstunden umgewandelt, die Mathieu am Konservatorium abarbeiten soll. Pierre hat große Pläne für das junge Talent: der renommierteste Klavierwettbewerb des Landes steht an. Doch der Weg dorthin ist steinig. Mathieu muss über seinen eigenen Schatten springen und lernen, dass Talent nicht alles ist, bevor er sich mit der Konkurrenz messen kann.

Der Klavierspieler vom Gare du Nord wurde 2018 unter der Regie von Ludovic Bernard in Frankreich produziert. Die Tragikomödie zeigt auf eindrucksvolle Weise die Wirkung und Kraft der Musik, sowie ihre Fähigkeit, Leben zu verändern.


Das Geheimnis des grünen Hügels 
Kinostart: 20.06.2019, FSK keine Angabe

Gruselgeschichten am Lagerfeuer erzählen – so herrlich und unbeschwert beginnen die Sommerferien für Koko (Marco Tociji) und seine Freunde! Doch schon bald finden des Nachts in ihrem kroatischen Dorf immer wieder Einbrüche statt. Die Polizei scheint die Fälle nicht ernst genug zu nehmen, also beschließen Koko und seine Bande, die Diebe selbst zu fassen.

23 Jahre jung war Ivan Kušan, als er 1956 mit seiner Geschichte über „Das Geheimnis des grünen Hügels“ seinen ersten Roman veröffentlichte und damit den Grundsein für seine erfolgreiche Buchreihe über die Abenteuer des jungen Amateur-Detektivs Koko legte. Drei dieser Abenteuer sind bereits verfilmt worden, wobei auch Čejen Černić Teil des Filmteams war. Mit der Adaption von Kušans Erstlingswerk gibt sie nun ihr Langfilmdebüt als Regisseurin. Die Gruselgeschichte am Lagerfeuer setzt den Ton des Films, der sein junges Zielpublikum mit zahlreichen Spannungs- und Gruselelementen herausfordert und auch mal auf die falsche Fährte führt. Mehr als reiner Nervenkitzel ist er dennoch, denn über das eher simple Gut-Böse-Schema, das etwa die Geschichten der Fünf Freunde auszeichnet, geht der Abenteuerfilm mit seiner Auflösung hinaus.


Brightburn: Son of Darkness
Kinostart: 20.06.2019, FSK 16

Nach einem Meteoriteneinschlag findet ein kinderloses Ehepaar Elizabeth Banks, David Denman) in der Nähe ihrer Farm ein offensichtlich aus dem All stammendes Baby und beschließt, den Jungen bei sich aufzuziehen. Klingt nach dem Beginn einer neuen Superman-Adaption – nur dass der Brandon genannte Junge (Jackson A. Dunn) nach der Entdeckung seiner Superkräfte keinerlei Veranlassung dafür sieht, sie für das Gute einzusetzen, ganz im Gegenteil.

Die Prämisse von „Brightburn: Son of Darkness“ fand bei Horrorfilm-Aficionados durchaus Anklang – die Ausgestaltung jedoch spaltet die Geister. Während etwa ein Loblied auf theplaylist.net Brandons Zerstörung allegorische Aussagekraft zuschreibt, echauffiert man sich anderswo über das lieblos erzählte, bedeutungslose Mischmasch disparater Genre-Elemente. So richtig hell ist das Feuer, welches der Film mit seiner Ausgangsidee entzündet, offenbar nicht, eher eine Glut – die aber glimmt dafür immer wieder ganz schön böse und sehr blutig auf und wärmt so das Slasherfan-Herz.


Tolkien
Kinostart: 20.06.2019, FSK noch nicht bekannt

Wir schreiben das Jahr 1916: An der Westfront des Ersten Weltkrieges tobt die Schlacht an der Somme. Mitten unter den Soldaten ist auch der junge J.R.R. Tolkien (Nicholas Hoult), der erst im Vorjahr sein Studium abgeschlossen hat und erst viele Jahre später als Autor von „Herr der Ringe“ zu Weltruhm kommen wird. Der junge Mann sucht auf dem Schlachtfeld nach einem seiner College- „Gefährten“ und erinnert sich dabei an wichtige Stationen seines Lebens.

Überwiegend in Rückblenden erzählt der finnische Regisseur Dome Karukoski von den Jugendjahren des späteren Erfolgsautors. Dass das Biopic zugunsten der Dramaturgie einige Ausschmückungen vornimmt und auch mal von den zeitlichen Abläufen der Ereignisse in Tolkiens Leben abweicht, ist erwartbar – dass die Versuche, Tolkiens Erlebnisse mit Motiven seines Werks zu verknüpfen, sehr unterschiedlichen Anklang finden, ebenso: des einen kluger Querverweis ist des anderen küchenpsychologischer Kitsch. Trotz Schwächen bietet Tolkien jugendlichen Mittelerde-Enthusiasten aber sicher einen so interessanten wie emotionalen Einstiegspunkt, um sich mit dem Leben des Autors und nicht nur mit seinen Werken zu beschäftigen.


Pets 2
Kinostart: 27.06.2019, FSK noch nicht bekannt

In dem actionreichen Animationsfilm geht es um Terrier Max (Synchronsprecher: Jan Josef Liefers) und seine tierischen Freunde, die es so richtig ausnutzen, wenn ihre Besitzer die Wohnung verlassen. Sie lassen sich von Küchengeräten massieren oder veranstalten Partys. Die Tiere haben jedoch nicht nur viel (heimlichen) Spaß, sondern auch Sorgen: Im Familienurlaub müssen sie auf ein kleines Menschenkind aufpassen, das flauschige Kaninchen Snowball (Fahri Yardım) begibt sich mit Shih-Tzu Daisy (Senna Gammour) auf eine Rettungsmission und Spitz Gidget (Jella Haase) hat Max‘ Lieblingsspielzeug an neurotische Katzen verloren. Nun setzt sie alles daran, das Spielzeug zurückzuerobern. Vorher muss sie jedoch von Chloe (Martina Hill) lernen, wie sie als Katze überzeugen kann...

Drei Jahre nach dem Kinoerfolg Pets erscheint in diesem Monat die Fortsetzung. Neben den bereits genannten Synchronstimmen leihen noch weitere bekannte Gesichter den Tieren ihre Stimmen: Dietmar Bär (Tatort), Dieter Hallervorden (Benjamin Blümchen, Honig im Kopf), Sängerin Stefanie Heinzmann, Komiker Mario Barth und Frederick Lau (Die Welle, SMS für dich) komplettieren den Synchroncat des Familienfilms.


Das melancholische Mädchen
Kinostart: 27.06.2019, FSK keine Angabe

Der verflixte erste Satz des zweiten Kapitels. Das denkt sich eine junge Schriftstellerin mit Schreibblockade (Maria Rathscheck) und widmet sich lieber der Suche nach einem Schlafplatz. Sie begegnet jungen Müttern und Großstadtneurotikern, schläft mal in Yogastudios, mal in den Betten fremder Männer und wartet nebenbei auf das Ende des Kapitalismus. Die depressive Protagonistin spricht jeden Satz ohne Emotion, ob zu sich selbst oder zum Publikum ist oft nicht ersichtlich. All das geschieht in immer wechselnden Kulissen, die sich gegenseitig an Kuriosität überbieten.

Susanne Heinrich studiert an der Deutschen Film und Fernsehakademie, wurde bereits für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert und feiert mit Das melancholische Mädchen ihr Spielfilmdebüt. Den Film einem Genre zuzuordnen ist schlichtweg unmöglich, der Mix aus Pop, Philosophie und Satire ist schwer zu greifen, funktioniert jedoch hervorragend. Das geringe Budget und die unbekannten Darstellerinnen und Darsteller hinderten den Film nicht an seinem Erfolg, stattdessen wurden die harte Arbeit und der Mut zum Experiment mit dem Max Ophüls Preis 2019 in der Kategorie Bester Spielfilm belohnt.

 

Kinostarts im Überblick:

06. Juni 2019: TKKG; X-Men: Dark Phoenix

13. Juni 2019: Men in Black: International

20. Juni 2019: Drei Schritte zu dir; Der Klavierspieler vom Gare du Nord; Das Geheimnis des grünen Hügels; Brightburn: Son of Darkness; Tolkien

27. Juni 2019: Pets 2; Das melancholische Mädchen

Erstveröffentlichung: 18.06.2019