von Tanja Pieper, Julia Thilo, Nele Cichon und Sara Aitchafhi

"Ab durch die Mitte!" lautet anscheinend das Lebensmotto einiger Protagonisten der Augustfilme: In Blinded by the Light versucht der kreative Pakistani Javed trotz seines strengen Vaters, der für ihn ein religiöses Leben vorsieht, seinen eigenen Weg zu gehen, und auch Uma ist in Paradise Hills nicht länger bereit, ihr Leben von anderen bestimmen zu lassen. Ebenso eigensinnig und temperamentvoll ist Lotta in ihrem ersten Kino-Abenteuer Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo!, in dem sich die Elfjährige und ihre Freunde den Anfeindungen einer Mitschülerin stellen müssen. Auch in Paranza – Der Clan der Kinder hat Zusammenhalt einen großen Wert, denn die Kinder leben in einer Gesellschaft, in der Gewalt vorherrscht. Clara hat in I am Mother hingegen nichts mit anderen Kindern zu tun: Sie wird von einem Roboter aufgezogen, bis das Auftauchen einer fremden Frau ihr Leben auf den Kopf stellt.


Benjamin Blümchen
Kinostart: 01.08.2019, FSK 0


Benjamin Blümchen (Stimme: Jürgen Kluckert) und Otto (Manuel Santos Gelke) steht eine wichtige Mission bevor: Sie müssen den Neustädter Zoo retten! Was als harmlose Modernisierungsmaßnahme beginnt, entpuppt sich bald als etwas völlig anderes. Die vom Bürgermeister (Uwe Ochsenknecht) engagierte Zora Zack (Heike Makatsch) versucht alles, um den Elefanten um den Finger zu wickeln und so ihre Version von luxuriösen Wohnungen auf dem Zoogelände zu verwirklichen. Kann ihr zwielichtiger Plan noch gestoppt werden?

Seit dem Jahr 1977 wird die Hörspielserie Benjamin Blümchen produziert, mittlerweile gibt es mehr als 140 Folgen und drei Staffeln der gleichnamigen Trickfilmserie. Der in diesem Sommer erscheinende Kinofilm ist der erste Spielfilm über die Hörspiel- und Zeichentrickfigur. Bereits seit 1994 leiht Jürgen Kluckert dem Elefanten seine Stimme und konnte auch für den Film als Sprecher gewonnen werden.


A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando
Kinostart: 15.08.2019, FSK 0


Andy mag mittlerweile zwar zu alt für seine Spielzeuge sein, doch dafür finden Cowboy Woody (Originalstimme: Tom Hanks), Buzz Lightyear (Tim Allen) und Co. in der kleinen Bonnie (Madeleine McGraw) eine genauso liebevolle und kreative neue Besitzerin. Gerade als sie sich an ihr neues Leben gewöhnt haben, bringt Bonnie eines Tages ein neues Spielzeug in ihr Kinderzimmer: Forky (Tony Hale), eine von Bonnie selbst gestaltete und umfunktionierte Gabel. Doch genau deshalb steckt Forky mitten in einer Identitätskrise und ist fest davon überzeugt, er sei Müll, weshalb er bei jeder Gelegenheit versucht, sich selbst zu entsorgen. Als er sich bei einem Familienausflug aus dem Auto stürzt, startet für Woody und Buzz eine abenteuerliche Rettungsmission, auf der sie auf das ein oder andere bekannte Gesicht treffen.

Fast zehn Jahre nach Toy Story 3 erscheint nun unverhofft das vierte Abenteuer der beliebten Spielzeugsammlung aus dem Hause Pixar, denn eine weitere Fortsetzung war ursprünglich nicht vorgesehen. Für dieses Wiedersehen setzte sich Pixar-Mitbegründer und Schöpfer des Toy Story-Franchises John Lasseter erneut in den Regiestuhl und auch viele der alten Stimmen werden in der Originalfassung erneut zu hören sein.


Blinded by the Light
Kinostart: 22.08.2019, FSK 12

Blinded by the Light spielt im Jahr 1987 und handelt von dem jungen Pakistani Javed (Viveik Kalra), der mit seiner streng religiösen Familie in England wohnt. Der Jugendliche möchte Schriftsteller werden und verfasst Gedichte. Als er von Bruce Springsteen hört, flüchtet er sich in dessen Liedtexte: Hier findet Javed Parallelen zu seinem eigenen Leben, kann sich sogar mit den Zeilen identifizieren. Sein konservativer Vater (Kulvinder Ghir) ist hiervon jedoch ganz und gar nicht begeistert, obwohl die neuentdeckten Songs dem Leben seines Sohnes so sehr ähneln...

Inspiriert von der Musik von Bruce Springsteen zeigt das Coming-of-Age-Drama von Regisseurin Gurinder Chadha (Kick It Like Beckham) einen Jugendlichen, der in seiner Heimatstadt mit Intoleranz, einem stark konservativen Vater und den alltäglichen Hürden des Teenager-Daseins zurechtkommen muss. Die Musik hilft ihm, seine Emotionen auszuleben und endlich den Mut zu sammeln, seine eigene Stimme zu finden.


Good Boys
Kinostart: 22.08.2019, FSK 12


Was als harmloses Schwänzen der Schule beginnt, endet mit einer Verfolgungsjagd und Drogen im Gepäck. Dabei wollten die Sechstklässler Max (Jacob Tremblay), Thor (Brady Noon) und Lucas (Keith L. Williams) sich eigentlich nur bei einem Teenager-Pärchen aus der Nachbarschaft ein paar Tricks zum Küssen abschauen, damit sie auf der anstehenden Party nicht als Loser dastehen. Mit einem Spionageflug der Drohne von Max’ Vater nimmt das Unheil seinen Lauf und schon bald befinden sich die drei Jungen mitten in einem Abenteuer, das sie so nie erleben wollten.

Die Komödie von Regisseur Gene Stupnitsky erhielt in den USA ein R-Rating: Jugendliche im Besitz von Drogen, eine genaue Inspektion von Sexspielzeug durch 12-Jährige und eine sehr explizite Sprache mögen von manchen als unterhaltsam erachtet werden, von anderen als albern und provokant. Gene Stupnitsky arbeitete an mehreren Folgen der US-Serie The Office mit und schrieb unter anderem das Drehbuch für die 2011 erschienene Komödie Bad Teacher.


I Am Mother
Kinostart: 22.08.2019, FSK 12


In I am Mother wird die jugendliche "Tochter" (Clara Rugaard) in einem High-Tech Bunker unter der Erde von einem Roboter, genannt "Mutter" (Stimme: Rose Byrne), aufgezogen. Es handelt sich bei dieser speziellen Art des Aufwachsens um den Versuch der Rettung der Menschheit, denn diese ist fast gänzlich ausgestorben. Von "Mutter" erfährt "Tochter", dass die Welt außerhalb des Bunkers nicht mehr bewohnbar ist. Erst als eines Tages eine fremde, verletzte Frau (Hilary Swank) bei ihnen auftaucht, beginnt sie an der Wahrheit der Aussagen ihrer Mutter zu zweifeln.

Die australische Sci-Fi-Produktion mit Drama- sowie Horrorelementen ist Grant Sputores Spielfilmdebüt. Das Drehbuch schaffte es 2016 bereits auf die "Black List", die Liste mit den beliebtesten Drehbüchern von noch nicht produzierten Filmen. Anstatt auf Animation zurückzugreifen, wurde für die Darstellung des Roboters "Mutter" ein Anzug von Weta Workshop gebaut, welche auch hinter den Spezialeffekten in der Der Herr der Ringe-Trilogie stecken.


Paranza – Der Clan der Kinder
Kinostart: 22.08.2019, FSK 16

Perspektivlos und ohne Hoffnung: Die Clique um den 15-jährigen Nicola (Francesco Di Napoli) hat Neapel in ihrer Hand, nachdem die Bosse der Camorra umgebracht oder eingebuchtet wurden. Sie wollen schnell an Geld kommen und schrecken dabei auch vor Straftaten nicht zurück. Bei ihren Machenschaften handelt es sich um keine Kavaliersdelikte, trotzdem haben sie keine Angst vor dem Gefängnis. Die Clique nennt sich die 'Paranzas' und nutzt den Krieg zwischen verfeindeten Clans in Neapel für sich. Durch die omnipräsente Gewalt werden die Jugendlichen jedoch zur leichten Beute für die Clans.

Das italienische Drama von Claudio Giovannesi, das im Hauptwettbewerb der Berlinale 2019 seine Premiere feierte, basiert auf Roberto Savianos Roman La paranza dei bambini, welcher auch in deutscher Übersetzung vorliegt (Der Clan der Kinder) und von realen Ereignissen inspiriert ist.


Golden Twenties
Kinostart: 29.08.2019, FSK 0


Ava (Henriette Confurius) hat sich ihr Leben mit Mitte 20 ganz anders vorgestellt: Mit einem frisch abgeschlossenen Studium und dennoch ohne Berufschancen zieht sie wieder in ihr Kindheitszimmer bei ihrer Mutter (Inga Busch) ein, welches mittlerweile zu einem Sport- und Abstellzimmer umfunktioniert wurde. Auch sonst ist nichts mehr wie es mal war – ihr ehemaliger Freundeskreis hat sich aufgelöst und der neue Freund ihrer Mutter ist fast genauso alt wie sie selbst. Mit jedem mitleidsvollen Blick und gut gemeinten Ratschlag nimmt Avas Hoffnungslosigkeit zu. Gerade als sie beginnt zu glauben, dass ihr Leben sich vollkommen festgefahren hat, wird sie unerwartet als Hospitantin am Theater angenommen. Eine ganz neue Welt breitet sich vor ihr aus, in der sie nicht nur Herausforderungen erwarten, sondern auch der Schauspieler Jonas (Max Krause), der es ihr besonders angetan hat…

Sophie Kluge präsentiert mit ihrem Langfilmdebüt Golden Twenties einen Coming of Age-Film über das Verloren-Sein und den Selbstfindungsprozess während der Mittzwanziger – einer Zeit des Übergangs in ein neues Leben – und schafft es dabei, Ernst und Komik miteinander zu verbinden.


Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo!
Kinostart: 29.08.2019, FSK 0


Die elfjährige Lotta Petermann (Meggy Hussong) führt kein leichtes Leben: Ständig wird sie von ihren beiden blöden Brüdern (Lenny und Marlow Kullmann) geärgert, während ihre Eltern viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind, um ihr genug Aufmerksamkeit zu schenken. Auch in der Schule hat sie zu kämpfen, unter anderem mit der eingebildeten Mitschülerin Berenike (Laila Ziegler) und ihren 'Glamour-Girls'. All das wäre unerträglich, wären da nicht ihre besten Freunde Cheyenne (Yola Streese) und Paul (Levi Kazmaier) an ihrer Seite. Als die drei Freunde als einzige nicht zu Berenikes großer Party eingeladen werden, schmieden sie einen Plan nach dem anderen, um sich doch irgendwie hineinschleichen zu können. Doch dabei stellen sie mehr als einmal ihre Freundschaft auf die Probe…

Mit Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo! finden die Figuren aus der beliebten, gleichnamigen Kinderbuchreihe, geschrieben von Alice Pantermüller und illustriert von Daniela Kohl, erstmals Zutritt zur großen Leinwand. Regisseurin Neele Leana Vollmar (Rico, Oskar und die Tieferschatten) verfilmt hiermit den ersten von mittlerweile 15 Bänden.


Paradise Hills
Kinostart: 29.08.2019, FSK: noch nicht bekannt


Uma (Emma Roberts) wacht eines Tages in einem auf einer einsamen Insel gelegenen Haus auf. Doch dieses Haus ist kein Feriendomizil, es handelt sich um eine Einrichtung für junge Frauen, die sich nicht gesellschaftskonform verhalten. Das Programm, welchem sich Uma und die anderen Frauen unterziehen müssen, dreht sich rund um Diäten, Schönheitskuren und Benimmkurse. Schnell bemerken Uma und andere unfreiwillige Teilnehmerinnen, dass etwas mit der Insel und der Leiterin (Milla Jovovich) nicht stimmt und beginnen, ihre Flucht zu planen.

Das Fantasy-Drama feierte sein Debüt auf dem Sundance Filmfestival im Januar 2019. Es ist Alice Waddingtons erster Langfilm; die Regisseurin ist unter anderem für den Kurzfilm Disco Inferno (2015) bekannt.


Playmobil – Der Film
Kinostart: 29.08.2019, FSK 0


Als ihr kleiner Bruder Charlie auf einmal im Playmobil-Universum verschwindet, muss Marla handeln. Sie folgt ihm in die abenteuerliche Welt, um ihn dort zu suchen und zurück nach Hause zu bringen. Mit der Hilfe einer Fee, eines Geheimagenten und eines Food-Truck-Besitzers beginnt sie eine wilde Reise mitten durch die phantastische Parallelwelt und lernt dabei, wie wichtig es ist, an sich selbst zu glauben.

Nach Lego bringt nun auch Playmobil seinen ersten Animationsfilm auf die Kinoleinwände. Playmobil - Der Film bietet Abenteuer, Unterhaltung und lässt Kindheitsphantasien wahr werden. Regie führt Lino DiSalvo, der 17 Jahre lang bei den Disney Animation Studios tätig war und unter anderem am Welterfolg Die Eiskönigin mitarbeitete. In der Originalversion sorgte besonders das Synchronisationsdebut von Harry Potter-Star Daniel Radcliffe für Aufregung, doch auch die deutsche Synchronisationsliste kann sich sehen lassen: Neben Schauspieler Matthias Schweighöfer leihen unter anderem der Comedian Christian Ulmen und der Musiker Michael Patrick Kelly den bunten Playmobilfiguren ihre Stimmen.


Prélude
Kinostart: 29.08.2019, FSK 12


Der talentierte Klavierspieler David (Louis Hofmann) ist Lob und Bewunderung von allen Seiten gewohnt. Dass sein Talent ihn zwar besonders aber nicht einzigartig macht, muss er feststellen als er ans Musikkonservatorium kommt. Umgeben von anderen begabten Musikern sieht er sich plötzlich nicht nur Konkurrenz, sondern auch Selbstzweifeln gegenüber gestellt. Reicht sein Können, um das Stipendium für die renommierte New Yorker Juilliard School zu erlangen? Dass ihm die junge Gesangsstudentin Marie (Liv Lisa Fries) den Kopf verdreht und damit einen völlig neuen Konkurrenzkampf eröffnet, macht die Sache nicht besser. Der Druck auf David wird immer stärker und die Angst zu Versagen lässt ihn an seine psychischen Grenzen kommen.

Die Regisseurin und Drehbuchautorin Sabrina Sarabi feiert mit Prélude ihr Spielfilmdebut. Das Drama zeigt auf eindrucksvolle Weise die Macht von Leistungsdruck und Selbstzweifel, und lässt dabei oft alleine die Musik sprechen. Der Film brilliert in erster Linie dank der schauspielerischen Leistung von Louis Hofmann, dem eine authentische Darstellung des ehrgeizigen und gleichzeitig zerbrechlichen Klavierspielers David gelingt.

 

Kinostarts im Überblick:

01. August 2019: Benjamin Blümchen

15. August 2019: A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando

22. August 2019: Blinded by the Light; Good Boys; I Am Mother; Paranza - Der Clan der Kinder

29. August 2019: Golden Twenties; Mein Lotta-Leben - Alles Bingo mit Flamingo!; Paradise Hills; Playmobil - Der Film; Prélude

 

Erstveröffentlichung: 06.08.2019


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