von Tanja Pieper, Julia Thilo, Sara Aitchafhi und Nele Cichon

Soziale und gesellschaftliche Themen stehen im Fokus des Kinder- und Jugendkinos im September. So erzählt das Drama Schwimmen eine Geschichte über Mobbing, Selbstfindung und -darstellung im medialen Zeitalter. In Ein leichtes Mädchen taucht Naima in das luxuriöse Leben ihrer älteren Cousine ein und lernt nicht nur die schöne Fassade, sondern auch die Schattenseiten dieses Lifestyles kennen. In Systemsprenger hingegen gibt das Jugendamt einem neunjährigen Problemkind eine letzte Chance auf ein gemeinsames Leben mit der Mutter – doch nur, wenn Anti-Aggressionstrainer Micha es schafft, das rebellische Mädchen in Schach zu halten.

Auch die Kleinen gehen diesen Monat nicht leer aus: Das Animationsstudio DreamWorks bringt mit Everest – Ein Yeti will hoch hinaus einen weiteren farbenfrohen und actionreichen Abenteuerfilm heraus, dieses Mal über die Freundschaft zwischen einem jungen Yeti und einem Teenager-Mädchen. Außerdem kehren die beliebten bunten Vögel und fiesen Schweinchen in Angry Birds 2 zurück auf die Leinwand und erleben ein neues Abenteuer, bei dem sie dieses Mal sogar Seite an Seite kämpfen müssen.

 

Petting statt Pershing
Kinostart: 05.09.2019, FSK 12

Die 17-jährige Ursula Mayer (Anna Florkowski) ist eine neugierige und aufgeschlossene junge Frau, die im Westdeutschland der 1980er Jahre lebt. Ursula wohnt mit ihren spießigen Eltern, ihrem Kriegsveteran-Großvater und ihrem kleinen Bruder zusammen und fühlt sich zunehmend einsam und missverstanden, bis eines Tages ein neuer Lehrer in ihre Provinz zieht. Siegfried Grimm (Florian Stetter), charismatisch, frisch und linksalternativ, erobert Ursulas Herz im Sturm. Grimm führt nicht nur neue Unterrichtsmethoden in den Schulalltag ein, organisiert Selbstbefreiungskurse im Freien und gewaltfreie Proteste, sondern hat zudem noch die Zeit, im gesamten Dorf freigiebig mit seiner Liebe und seinen Bedürfnissen umzugehen. Jede Frau im Ort, sogar Ursulas Mutter, kommt einmal an die Reihe – nur Ursula selbst nicht. Von ihrer ersten Liebe hintergangen, schwört sie, sich zu rächen.

Regisseurin und Drehbuchautorin Petra Lüschow gibt mit Petting statt Pershing ihr Spielfilmdebüt "über das Politische im Privaten und über die Mechanismen, die uns gefangen halten" [1]. Seine Deutschlandpremiere feierte der Film auf den Internationalen Hofer Filmtagen 2018.


Angry Birds 2
Kinostart: 12.09.2019, FSK 0

Ein neues Abenteuer für die Angry Birds! Dieses Mal müssen sie sich mit den Bad Piggies zusammenschließen, denn die neuen Feinde bedrohen die Heimatinseln beider Gruppen. Um die geheimnisvolle Vogel-Frau Zeta von der Eroberung der Inseln abzuhalten, ist Teamgeist gefragt. Die Vögel und Schweine müssen, allen Konflikten zum Trotz, an einem Strang ziehen und ihre Fähigkeiten gemeinsam nutzen, denn nur so können sie die Bedrohung stoppen.

Die bunten Vögel, die zunächst durch ein animiertes Handyspiel bekannt wurden, schafften es 2016 erstmals auf die Kinoleinwand. Auch die Fortsetzung, für die erneut Christoph Maria Herbst, Axel Prahl und Anja Kling als Synchronsprecher verpflichtet werden konnten, verspricht viel Unterhaltung und schrägen Humor.


Ein leichtes Mädchen
Kinostart: 12.09.2019, FSK 16

 

Naima (Mina Farid) ist 16 Jahre alt, hat die Schule beendet und nun einen Sommer Zeit zu entscheiden, wo ihr Leben sie hinführen soll. In die Fußstapfen ihrer Eltern treten und als Hotelangestellte weiterhin ein bescheidenes Leben in Cannes führen? Alles scheint darauf zuzulaufen, bis plötzlich unerwartet Naimas ältere Cousine Sofia (Zahia Dehar) auftaucht, die Ablenkung vom Tod ihrer Mutter sucht. Als Schatten der lebenshungrigen Sofia erlebt Naima einen Sommer in der Welt der Schönen und Reichen, erhält sogar Zutritt zu einer prunkvollen Yacht. Doch all das hat seinen Preis: Ist Naima bereit, ihren Körper und ihre Seele für ein Leben in der Oberschicht zu verkaufen?

Durch einen Prostitutionsskandal erlangte Zahia Dehar mit 17 Jahren Bekanntheit, später wurde sie Muse von Karl Lagerfeld. Nun schlüpft sie in die Rolle der verführerischen, selbstbewussten Sofia - eine Figur, die sich an das Leben der Schauspielerin anzulehnen scheint. Regisseurin Rebecca Zlotowski erzählt auf feinfühlige Weise eine Geschichte über Freundschaft und Erwachsenwerden sowie über die Sehnsucht und Traurigkeit, die sich aus sozialen Unterschieden ergeben können.


Mein Leben mit Amanda
Kinostart: 12.09.2019, FSK 6

 

David (Vincent Lacoste) ist 24 Jahre alt, lebt in Paris und genießt sein unbeschwertes und spontanes Leben in vollen Zügen. Er hat mehrere Jobs und ist ungebunden. Seine Schwester Sandrine (Ophélia Kolb) und seine Nichte Amanda (Isaure Multrier) besucht er nur ab und zu. Doch eines Tages kommt Sandrine ums Leben und David soll nun die Verantwortung für das junge Mädchen übernehmen, das schon ganz eigene Vorstellungen vom Leben hat. Ist er dieser unerwarteten Verantwortung gewachsen? Auch Amanda muss sich die Frage stellen, ob sie von nun an bei David leben möchte.

Das französische Drama von Mikhaël Hers zeigt das Zusammentreffen zweier Menschen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher wohl kaum sein könnten. Mein Leben mit Amanda besticht mit seiner herzzerreißenden Handlung und beleuchtet den Pariser Sommer von einer etwas anderen Seite.


Schwimmen 
Kinostart: 12.09.2019, FSK 12

Schwimmen handelt von den Freundinnen Elisa (Stephanie Amarell) und Anthea (Lisa Vicari), die nicht nur ihr titelgebendes Hobby verbindet. Die beiden Mädchen wachsen in einer durchweg digitalen Welt heran und befinden sich in der Pubertät, welche ihren derzeitigen Lebensabschnitt noch etwas schwieriger macht. Auf der Suche nach Halt und Orientierung finden sie beieinander Zuflucht. Mit ihren Handykameras filmen die besten Freundinnen ihren Alltag und bald schon kommen sie auf die Idee, auch heimlich Mitschüler auf Video festzuhalten, welche Elisa früher gepeinigt haben. Die früheren Opfer werden bei diesem Unterfangen jedoch zu Täterinnen...

Die Themen Selbstdarstellung im Internet und Grenzüberschreitung stehen im Mittelpunkt dieses Dramas, das von Perspektivwechseln und Auslassungen geprägt ist. Selbstaufgenommene Videos ergänzen die Inszenierung durch drastische Bilder, die mehr Aussagekraft haben als eine Beschreibung oder sonstige Wiedergabe des Geschehenen.


Systemsprenger 
Kinostart: 19.09.2019, FSK 12

 

Die neunjährige Benni (Helena Zengel) ist ein "Systemsprenger": ein Kind, das laut Jugendamt trotz aller Erziehungs- und Sozialisierungsversuche keine Verhaltensverbesserung zeigt. Benni versteht den ganzen Trubel und den ständigen Tadel jedoch nicht, sie will nur zu ihrer Mutter (Lisa Hagmeister) zurück. Doch diese hat Angst vor der eigenen Tochter und so engagiert die Jugendamt-Mitarbeiterin Frau Bafané (Gabriela Maria Schmeide) den Anti-Aggressionstrainer Micha (Albrecht Schuch). Dieser ist die letzte Chance, Mutter und Tochter wieder zusammenzubringen.

Systemsprenger sorgte auf den 69. Internationalen Filmfestspielen in Berlin für große Begeisterung: Das Familiendrama wurde sowohl mit dem Alfred-Bauer-Preis als auch mit dem Leserjurypreis der Berliner Morgenpost ausgezeichnet. Systemsprenger ist nicht der erste Erfolgsfilm der Regisseurin Nora Fingscheidt: Für ihren Dokumentarfilm Ohne diese Welt (2017) erhielt sie auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis den Dokumentarfilmpreis.


Der Distelfink 
Kinostart: 26.09.2019, FSK 12

 

Als Theodore (Oakes Fegley/Ansel Elgort) eines Tages mit seiner Mutter (Nicole Kidman) eine Ausstellung in Manhattans Metropolitan Museum of Art besucht, ahnt er nicht, dass dieser Tag sein Leben für immer verändern wird: Plötzlich zieht eine Rauchwolke durch die Hallen und die Fensterscheiben brechen aus den Rahmen. Der Junge wird Zeuge eines terroristischen Attentats, das seine Mutter nicht überlebt. Alles was Theodore bleibt, ist das Gemälde eines Distelfinks, welches er aus dem Museum stiehlt. Das Leben des jungen Mannes ist von nun an geprägt von Kriminalität – wird Theodores Schicksal vom Gemälde beeinflusst? Ist es verflucht und schadet seinem Besitzer?

Der Distelfink basiert auf Donna Tartts Erfolgsroman The Goldfinch (2013). Die Inspiration für die Geschichte rund um das Distelfink-Gemälde verdankt sich einem Werk des Malers Carel Fabritius mit gleichem Motiv. Das Gemälde wurde bei der Explosion eines Schwarzpulverlagers 1654 zerstört; auch der Maler verlor bei dieser Explosion sein Leben. Regisseur John Crowley setzte bereits in vorherigen Produktionen wie Boy A (2007) und Brooklyn (2015) die Macht von Porträts in den Fokus.


Everest – Ein Yeti will hoch hinaus
Kinostart: 26.09.2019, FSK: noch nicht bekannt

 

Einfach nur nach Hause! Das ist der Wunsch des jungen Yetis mit magischen Fähigkeiten der von dem Teenager-Mädchen Yi auf den Namen "Everest" getauft wird – passend zu seiner Heimat. Yi möchte dem Yeti helfen, zurück zu seiner Familie zu finden. Es beginnt eine spannende Reise durch ganz China, bis hinauf in die Gipfel des Himalayas. Neben vielen Abenteuern müssen die Freunde auch Gefahren meistern und aufpassen, dass Everest nicht in die Hände eines fiesen Laborleiters gelangt, der seine eigenen Pläne für das magische Geschöpf hat.

Seit über 20 Jahren lässt das Animationsstudio DreamWorks mit Filmen wie Shrek, Madagascar oder Drachenzähmen leicht gemacht die Kinderherzen höherschlagen. Mit Everest – Ein Yeti will hoch hinaus kommt nun der erste Film aus diesem Hause, dessen Schauplatz für das zauberhafte Abenteuer ungleicher Freunde das moderne China ist.


Get Lucky – Sex verändert alles 
Kinostart: 26.09.2019, FSK 12

 

Für sechs Jugendliche beginnt ein Sommer, der alles verändern wird. Aaron (Bjarne Meisel), David (Benny Opoku-Arthur), die Geschwister Julia (Emma Katharina Suthe) und Emma (Lilly Terzic), Mehmet (Jascha Baum) und Hannah (Luissa Cara Hansen) verbringen ihre Ferien gemeinsam an der Ostsee und kommen dort bei Ellen (Palina Rojinski) unter, der Tante von Emma und Julia. Sie alle sind mit ihren ganz eigenen Problemen beschäftigt, von Träumen über Unsicherheiten bis hin zur Eifersucht, jedoch dreht sich bei ihnen alles um die Liebe und Sex. Da sind sie bei Tante Ellen genau richtig, denn die Sexualberaterin steht ihnen während des Urlaubs stets mit Rat und Tat zur Seite und beantwortet auch gerne mal ganz unangenehme Fragen, die sich sonst keiner zu stellen trauen würde.

Ziska Riemann saß für diesen Film im Regiestuhl und entwickelte zusammen mit der Autorin und Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning das Drehbuch. Henning veröffentlichte zuvor bereits ein Buch mit dem Titel Get Lucky – Sex verändert alles! und ist im Film in einer Nebenrolle zu sehen.


Shaun das Schaf 2: Ufo-Alarm
Kinostart: 26.09.2019, FSK 0

 

Shauns Heimat Mossingham ist eigentlich ein idyllischer Ort, doch eines Tages tauchen merkwürdige Lichter am Himmel auf. Ein Raumschiff landet im Mossingham Forrest und der neugierige Shaun lernt bald darauf dessen Pilotin kennen: Lu-La, ein Alien-Mädchen aus einer fremden Galaxie. Mit ihr stürzt sich das schelmische Schaf nun in neue Abenteuer, flieht vor Alien-Jägern und hilft der außerirdischen Spielkameradin dabei, wieder nach Hause zu finden.

Bekannt wurde das beliebte Knetschaf des Aardman Animation Studios durch die die seit 2007 ausgestrahlte Fernsehserie Shaun das Schaf; auch der erste Kinofilm über Shauns Abenteuer erhielt positive Kritiken und zog allein in Deutschland mehr als zwei Millionen Zuschauer und Zuschauerinnen in die Kinos.

 

Kinostarts im Überblick:

05. September 2019: Petting statt Pershing

12. September 2019: Angry Birds 2; Ein leichtes Mädchen; Mein Leben mit Amanda; Schwimmen

19. September 2019: Systemsprenger

26. September 2019: Der Distelfink; Everest – Ein Yeti will hoch hinaus; Get Lucky – Sex verändert alles; Shaun das Schaf 2: Ufo-Alarm

[1] https://xn--petralschow-yhb.com/portfolio-item/petting-statt-pershing/ zuletzt aufgerufen am 02.09.2019 um 18:55 Uhr

Erstveröffentlichung: 05.09.2019


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