Rapunzel im 21. Jahrhundert

von Annika Kramer

Die animierte 3D-Verfilmung des Märchenklassikers überzeugt nicht nur durch Charme und Witz, sondern auch durch technisch täuschend echte Spezialeffekte.



Inhalt

Nachdem Rapunzel nach ihrer Geburt aufgrund ihrer Zauberhaare von der bösen Gothel entführt wird, wächst sie, abgeschottet von der Außenwelt, in einem hohen Turm auf. Während ihre Haare immer weiterwachsen und ihre "Adoptivmutter" diesen Umstand ausnutzt, um ewig jung zu bleiben, erwacht in Rapunzel der Wunsch, sich die Welt hinter ihrem Turmfenster einmal etwas genauer anzuschauen. Als durch Zufall der gejagte Eugene Fitzherbert, der sich selbst Flynn Rider nennt, in ihrem Turm auftaucht, weiß Rapunzel sofort, was er für sie tun kann. Einmal nur will sie sehen, woher die vielen Lichter stammen, die jedes Jahr an ihrem Geburtstag in den Himmel steigen. Rapunzel versteckt Eugenes gestohlenes Diadem und kann ihn somit dazu überreden, ihr die richtige Welt zu zeigen – im Gegenzug bekommt er die Krone wieder. Eine aufregende und abenteuerliche Reise beginnt, auf der nicht nur Eugene, sondern auch Rapunzel gejagt wird. Im Gegensatz dazu werden ebenso neue Freunde wie das Pferd Maximus und eine Horde starker, aber liebenswerter Ritter dazu gewonnen. Bald schon wird beiden klar, dass sie füreinander bestimmt sind, bis Gothel sich jedoch wieder zwischen die beiden drängt. Doch Disney wäre nicht Disney, wenn der Film kein Happy End bereithalten würde.

Verleih: Walt Disney

Kritik

Die 50. abendfüllende Disney-Animation frischt das bekannte Rapunzel-Märchen auf: Dass man aus einem Klassiker so ein bildgewaltiges 3D-Abenteuer zaubern kann, ist überraschend. Jede Bewegung, jeder Griff und letztlich auch jeder Haarschwung wirkt real. Unter Regie von Byron Howard und Nathan Greno wurden Bewegungsabläufe, Lichteffekte und Detailaufnahmen perfektioniert. Allein für das Haar, das sowohl im inhaltlichen als auch technischen Mittelpunkt der Geschichte steht, musste eine Software entwickelt werden, die die Bewegungen des Haarkleids perfekt wiedergibt. Mit Kelly Ward kümmerte sich eine promovierte Computerwissenschaftlerin um die Entwicklung der Simulations-Software. Auch die Landschaften des Drehbuchs wurden nach der Vorlage real existierender Orte konzipiert. So wurde Rapunzels Turm vor dem Wasserfall dem Nationalpark Yosemite nachempfunden, der im Film aus über 10 Mio. Punkten für die einzelnen Wassertropfen besteht. Täuschend echt also.

Doch nicht nur technisch überzeugt der Film: Rapunzel und Eugene, die in der deutschen Synchronisation von Moritz Bleibtreu und Alexandra Neldel gesprochen werden, sind nicht nur durch ihre Stimme sympathische Hauptcharaktere der Geschichte. Immer witzig und charmant laufen sowohl Eugene als auch Rapunzel selbst in schwierigen Situationen zur Höchstform auf. Sei es eine spöttische Bemerkung über die Darstellung Eugenes Nase auf einem Fahndungsplakat oder aber die immer wieder betonte Nützlichkeit und Vielfältigkeit einer Bratpfanne in Zeiten größter Not. Und auch die tierische Besetzung kommt nicht zu kurz: Das liebenswürdige Chamäleon, das Rapunzel durch dick und dünn folgt sowie das eitle Ross Maximus stellen sich im Laufe der Geschichte als echte Helden – und schließlich auch wahre Lebensretter – heraus.

Fazit

Rapunzel – Neu verföhnt spricht natürlich vor allem Kinder an, doch auch Erwachsene werden Spaß mit dem Film haben. Schließlich gibt es neben der abenteuerlichen Liebesgeschichte um Rapunzel und Eugene für alle etwas zu lernen: Es ist gut, Träume zu haben. Denn solange man ein Ziel vor Augen hat, weiß man, dass man auf etwas hinarbeitet, für das es sich zu kämpfen lohnt. Denn am Ende des Märchens hat sich jeder auf irgendeine Weise seinen Wunsch erfüllt. Denn wie Eugene schließlich so passend sagt: "An jeder Ecke wurden Träume wahr."

Titel: Rapunzel – Neu verföhnt
Originaltitel: Tangled
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2010
Dauer: 90 Minuten
Altersfreigabe: Ohne Altersbeschränkung
Erscheinungsdatum (Deutschland): 09.12.2010
Verleih: Walt Disney
Einspielergebnis: $ 570 Mio.
Regisseur: Nathan Greno, Byron Howard
Drehbuch: Dan Fogelman
Synchronsprecher (deutsch): Alexandra Neldel (Rapunzel), Moritz Bleibtreu (Flynn Ryder), Gothel (Monika Bielenstein)
Kamera: Gerhard Schirlo
Musik: Alan Menken
Schnitt: Tim Mertens
Produzent: Roy Conli

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