von Kerstin Beckefeld

Mit exotischen Settings, spektakulären Action-Szenen und neuen Charakteren sorgt auch der fünfte Teil der Filmreihe um die Piraten der Karibik für großartige Unterhaltung. Im Mittelpunkt des Films steht wie üblich der Kult-Pirat Captain Jack Sparrow. Er wird verfolgt von Captain Salazar und seiner Geistercrew, die aus dem mysteriösen Bermudadreieck entkommen sind. Um die Geister zu besiegen, macht Jack sich gemeinsam mit Will Turners Sohn Henry auf die Suche nach dem Dreizack des Poseidon.

Inhalt

Mit Hilfe von Jack Sparrow (Johnny Depp) und dem Dreizack des Poseidon will Henry (Brenton Thwaites) seinen Vater Will Turner (Orlando Bloom) vom Fluch der Flying Dutchman erlösen. Auch Carina Smyth (Kaya Scodelario) will den Dreizack finden und schließt sich dem Abenteuer an. Doch der Geisterkapitän Salazar (Javier Bardem) verfolgt Jack, um sich dafür zu rächen, dass dieser ihn und sein Schiff einst mithilfe seines magischen Kompasses im Bermudadreieck einsperrte.

Auf Jacks bemitleidenswertem Schiffchen, der Dying Gull, schaffen sie es kaum Salazar zu entkommen, doch als sich auch Jacks ehemaliger Widersacher Barbossa (Geoffrey Rush) der Suche nach dem Dreizack anschließt, befreit er die Black Pearl aus der Flasche, in die Blackbeard das Piratenschiff einst eingeschlossen hatte. Gemeinsam fliehen sie vor Salazar und die intelligente Carina schafft es, sie zur Insel des Dreizacks führen, wo sich eine Passage öffnet, die das Meer teilt und am Ende des Durchgangs den magischen Dreizack freilegt. Doch Salazar erreicht den Dreizack zuerst.

Während des Kampfes zerstört Henry den Dreizack, um Jack zu retten. Dadurch bricht Henry auch den Fluch Salazars und seiner Geistercrew, die nun wieder sterblich werden. Als sich die Passage schließt, opfert sich Barbossa und reißt Salazar mit in den (beinahe sicheren) Tod, um Carina, Henry und Jack zu retten. Jack ist nun der unbestrittene Captain der Black Pearl und seine Crew steht wieder hinter ihm.

An dem Tag, an dem Will Turner für einen Tag an Land gehen darf, beobachten Henry und Carina vom Ufer aus den Horizont. Will betritt nach zehn Jahren wieder das Land und sieht Henry wieder. Auch Elisabeth kommt auf sie zu und die Familie ist wieder vereint.

(c) Walt Disney Company

Kritik

Der fünfte Teil der erfolgreichen Pirates of the Caribbean-Filmreihe leitet einen Generationenwechsel ein, denn diesmal steht Will Turners Sohn zusammen mit Jack Sparrow im Zentrum des Geschehens, wenngleich mit Will und Elisabeth zwei Helden aus den ersten drei Filmen Gastauftritte feiern.

Mit Henry Turner und Carina Smyth installiert der Franchise auch ein neues Liebespaar, das im fünften Teil aber vorerst noch den ewigen Widerstreit zwischen Aberglaube und Wissenschaft austrägt: Während Henry jahrelang die Legenden der Meere studierte, um einen Weg zu finden, seinen Vater zu erlösen, verkörpert die gebildete Carina, die sich in ihrer Suche nach dem Dreizack von ihren wissenschaftlichen Kenntnissen leiten lässt, den Glauben an die Wissenschaft. Wie in den vorherigen Teilen, in denen Elisabeth Turner den Part der emanzipierten Frau übernimmt, hat Fluch der Karibik 5 mit seinem frühneuzeitlichen Setting wieder eine moderne weibliche Figur, die allerdings mit ihren allzu selbstgefälligen Sprüchen ambivalent erscheint.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht weiterhin Jack Sparrow, der mit seinen ironischen Kommentaren und Slapstick-Einlagen für die komischen Momente des Films sorgt. Zu Beginn des Films wirkt Sparrow allerdings heruntergekommener als in den vorigen Filmen - eine Verwahrlosung, die zwar in der Figur angelegt ist, allerdings auch an Johnny Depps Drogen- und Alkoholexzesse in der wirklichen Welt erinnert. Obwohl sich Jacks Zustand im Verlauf des Films etwas bessert, lässt er den Charme seines jüngeren Ichs vermissen - etwas, das sich offen in der Rückblende zeigt, in der ein jugendlicher CGI-Jack Salazar übertölpelt und seinen ersten Triumph überhaupt davonträgt.

(c) Walt Disney Company

Ganz im Stile der vorherigen Filme beeindruckt auch der fünfte Teil mit exotischen Settings wie einem karibischen Dorf, einer Edelsteininsel oder Barbossas pompösem Schiff. Die Atmosphäre dieser Umgebungen wird maßgeblich durch die für die Fluch der Karibik-Reihe typische Ausstattung und den Lichteinsatz geprägt, die noch immer nicht an Reiz verlieren. Zur Atmosphäre tragen natürlich auch die computergenerierten Animationen bei: Während Schiffe und Meer gelungen animiert sind, wirkt die Geistercrew allerdings irritierend unnatürlich; Salazars wallende Haare bewegen sich auch an Bord des Schiffs, als würden sie im Wasser schweben; ein an Rotoskopie-Effekte erinnerndes ästhetisches Verfahren, das (zumindest die Rezensentin) eher von der Handlung ablenkt, als dass es die mysteriöse Atmosphäre fördert.

Wegen der stilistischen Ähnlichkeit zu den früheren Filmen der Reihe was den Gruselfaktor und die Inszenierung der Kampfszenen anbelangt, ist davon auszugehen, dass auch Pirates of the Caribbean – Salazars Rache für Jugendliche ab 12 Jahren gut geeignet ist. Auch hier werden die allzu spannenden oder schaurigen Momente durch Sparrows Komik gebrochen und entschärft.

Fazit

Pirates of the Caribbean – Salazars Rache bietet mit viel Action und Komik ein fantastisches Filmerlebnis. Die Settings und die visuellen Effekte sind so detailreich und aufwändig, wie die Zuschauer es von der erfolgreichen Filmreihe gewohnt sind. Zwar hätte man sich von Disney etwas mehr Mut zu neuen Ideen gewünscht, doch trotz einiger Schwächen ist Fluch der Karibik 5 ein insgesamt gelungener Neustart der erfolgreichen Filmreihe.

Titel: PIRATES OF THE CARIBBEAN – SALAZARS RACHE
Originaltitel:
Pirates of the Caribbean – Dead Men Tell No Tales
Genre: Fantasy, Abenteuer
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2017
Dauer: 129 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Erscheinungsdatum (Deutschland): 25.05.2017
Verleih: Walt Disney Company (Germany) GmbH
Einspielergebnis weltweit: $651 Mio  (Stand: 20.06.2017)
Regie: Joachim Rønning, Espen Sandberg
Drehbuch: Jeff Nathanson
Hauptcast: Johnny Depp, Javier Bardem, Brenton Thwaites, Ksys Scodelario, Geoffrey Rush, Orlando Bloom
Kamera: Paul Cameron
Musik: Geoff Zanelli
Schnitt: Roger Barton
Produzent: ​Jerry Bruckheimer

 


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