von Henriette Nagel

Auch nach fast dreißig Jahren hat diese Koproduktion von Regisseur Robert Zemeckis, Drehbuchautor Bob Gale und Produzent Steven Spielberg nichts von ihrem Reiz verloren und ist nicht nur für Science-Fiction-Fans ein echter Genuss.

Inhalt

Marty McFly (Michael J. Fox) reist ungeplant mit der Zeitmaschine seines Freundes Dr. Emmet "Doc" Brown (Christopher Lloyd) in das Jahr 1955 zurück, in dem seine Eltern sich kennengelernt haben. Ohne eine Ladung Plutonium ist die Zeitmaschine nutzlos und Marty kann nicht in seine Gegenwart 1985 zurückkehren. Nur der dreißig Jahre jüngere Doc kann ihm helfen. Gemeinsam entwickeln die beiden einen Plan, um Marty mit Hilfe eines Blitzes zurück in die Zukunft zu schicken. Doch so einfach ist es nicht, denn Marty verhindert aus Versehen, dass seine Eltern sich kennenlernen. Stattdessen verknallt sich seine jugendliche Mutter Loraine (Lea Thompson) in ihn, und Martys Existenz ist in Gefahr. Denn wenn er seinen unsicheren Vater nicht dazu bringt, seine Mutter zu erobern, wird er niemals geboren werden und löst sich noch vor seine Rückreise buchstäblich in Luft auf.

Kritik

Robert Zemeckis Inszenierung hat einfach alles: Eine mitreißende Story, einen großartigen Soundtrack (von Alan Silvestri) und fantastische Schauspieler. Selbst die Spezial-Effekte, die sich seit den 80er Jahren fulminant weiterentwickelt haben, können sich heute noch sehen lassen.

Besonders lobenswert sind die schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller. Ursprünglich war Eric Stoltz für die Rolle des Marty vorgesehen. Nach fünf Wochen Dreharbeiten entschieden sich Zemeckis und Gale jedoch dafür, nicht weiter zu drehen, da Stoltz den Witz der Rolle nicht richtig transportieren konnte. So wurde Micheal J. Fox für die Hauptrolle besetzt, obwohl er gleichzeitig für die TV Serie Familienbande drehen musste. Fox stand für Zurück in die Zukunft zwölf Wochen lang jede Nacht und an den Wochenenden vor der Kamera, damit der Film rechtzeitig fertig wurde. Obwohl Szenen mit Eric Stoltz nicht veröffentlicht wurden, scheint die Entscheidung für Michael J. Fox im Nachhinein als richtig: Fox verleiht der Rolle so viel Humor, Charme und sportliche Lässigkeit, dass Marty für viele Teenager sicher ein Vorbild ist. Marty spielt Gitarre, fährt hervorragend Skateboard, ist clever und windet sich geschickt aus brenzligen Situationen heraus. Zugleich muss er jedoch mit typischen Problemen eines siebzehnjährigen Teenagers zurecht kommen: Er schämt sich für seinen weichlichen Vater, sorgt sich um seine alkoholkranke Mutter und hat Schwierigkeiten mit seinem Schuldirektor.

Verleih: Universal Studios

An Fox' Seite mimt Christopher Lloyd den herrlich durchgeknallten Wissenschaftler, der mit seinen wild fliegenden Haaren an eine Karikatur von Albert Einstein erinnert. Dass ein Siebzehnjähriger, der sich für Musik, Skateboards und seine feste Freundin interessiert, seine Zeit auch gerne mit einem in die Jahre gekommenen Wissenschaftler verbringt, mag merkwürdig erscheinen. Doch Christopher Lloyd und Michael J. Fox lassen durch ihre Darstellung keinen Zweifel an der tief empfunden Freundschaft der beiden Hauptcharaktere zu.

Neben den Hauptdarstellern brillieren auch die übrigen Schauspieler mit ihren Darstellungen. Lea Thompson spielt die verhärmte und unglückliche Frau eines verweichlichten Manns ebenso überzeugend wie den lebenshungrigen Teenager, der sich in den eigenen Sohn verknallt. Auch Crispin Glover und Thomas F. Wilson (Georges Widersacher Biff Tannen) verstehen es hervorragend, die Wandlung ihrer Charaktere als Teenager und Erwachsene authentisch darzustellen.

Die schauspielerischen Leistungen sind umso bemerkenswerter, weil sie ihre jeweils recht stereotyp angelegten Rollen mit Leben ausfüllen: Ein dummer Schlägertyp, ein interessanter Fremder, der Loser und die Schöne finden sich heute in vielen Teenagerkomödien. Bei Zurück in die Zukunft geht das Konzept auf.

Regisseur Robert Zemeckis feierte seinen Durchbruch 1984 mit Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten. An den Erfolg der Zurück in die Zukunft-Filme  knüpfte er in den 90er Jahren mit Forrest Gump (1994) und Cast Away (2000) an.

Fazit

Der erste Teil der Zurück in die Zukunft-Trilogie ist eine rasante, spannende und sehr amüsante Science-Fiction-Komödie. 1985 der erfolgreichste amerikanische Kinofilm des Jahres, ist der Film heute ein unverzichtbarer Klassiker. Der Erfolg von Zurück in die Zukunft, der eigentlich als Einzelfilm geplant war, ermöglichte zwei Fortsetzungen, in denen Marty und "Doc" Brown erst in das Jahr 2015 (Teil 2), dann in das Jahr 1885 in den Wilden Westen reisen. Auch diese Forstsetzungen sind sehr sehenswert.

Titel: Zurück in die Zukunft
Originaltitel: Back to the Future
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1985
Dauer: 111 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Erscheinungsdatum (Deutschland): 03.10.1985
Verleih: Universal Studios
Einspielergebnis (weltweit): $381 Mio.
Regisseur: Robert Zemeckis
Drehbuch: Bob Gale, Robert Zemeckis
Darsteller: Michael J. Fox (Marty McFly), Christopher Lloyd (Dr. Emmett “Doc” Brown), Lea Thompson (Lorraine), Crispin Glover (George McFly)
Kamera: Dean Cundey
Musik: Alan Silvestri
Schnitt: Harry Keramidas, Arthur Schmidt
Produzent: Bob Gale, Neil Canton, Kathleen Kennedy, Frank Marshall, Steven Spielberg

catchme refresh
Joomla Extensions powered by Joobi

Veranstaltungen

Juni 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30