von Annika Kramer

Die Verfilmung des Buchklassikers von Paul Maar wechselt gekonnt zwischen orientalischer Traumwelt und der Wirklichkeit im verregneten Passau.

Inhalt

"Du darfst alles machen was du willst. Unter einer Bedingung: Du wirst mir gehorchen." – Spätestens nach dieser Drohung der Haushälterin Frau Jakob (Anke Engelke) weiß der Junge Lippel (Karl Alexander Seidel), das mit dieser Frau nicht zu spaßen ist. Während sein Vater Otto (Moritz Bleibtreu), ein berühmter Koch, nach Amerika fährt, muss Lippel, der mit richtigem Namen eigentlich Philipp heißt, alleine mit der strengen Haushälterin zurechtkommen. Doch damit nicht genug: auch in der Schule wird er von seinem Mitschüler Hermann (Marius Weingarten) geärgert und muss sich mit dem peniblen Konrektor herumschlagen. Als Lippel jedoch das Buch "Geschichten aus Tausendundeiner Nacht" von seinem Vater aus Amerika geschickt bekommt, verändert sich sein trostloser Alltag.

Plötzlich beginnen sich die Bilder in der Geschichte zu bewegen, real zu werden. Und Lippel findet sich mitten in der Geschichte aus dem Orient wieder. Als jedoch die fiese Frau Jakob Lippel das Buch wegnimmt, muss er die Geschichte im Schlaf zuendeträumen und erlebt so spannende Abenteuer mit seinen neuen Freunden Assam und Hamide, die das Königreich ihres Vaters vor ihrer bösen Tante retten wollen.

In Lippels Traumwelt verschmelzen die Wirklichkeit und die orientalische Welt aus seinem Buch auf mysteriöse Weise miteinander. So übernimmt beispielsweise Frau Jakob die Rolle
der bösen Tante Assam und Hamides oder Lippels Vater die des gnädigen Königs. Auch Arslan (Steve-Marvin Dwumah) und Hamide (Amrita Cheema), die in der realen Welt neue Mitschüler Lippels darstellen, kommen als Hauptfiguren und Kinder des Königs in seinem Traum vor. So lernt Lippel, sich nicht nur im Traum den Boshaftigkeiten seines Umfelds zu stellen, sondern überträgt den neugewonnenen Mut auch auf seine alltäglichen Probleme.

Hierbei werden Traumwelt und Realität sehr stark miteinander verknüpft. Mit der strengen Frau Jakob werden so nicht nur die böse Tante, sondern auch die gemeinen Wächter, die die Kinder verfolgen, verbunden. Denn immer, wenn die Wächter Lippel und seine Freunde in die Enge treiben, wird er durch Frau Jakob geweckt. Auch der kleinliche Konrektor von Lippels Schule übernimmt im Traum die Rolle des Herbergsvaters, der von Lippel als "aufgeblasener Affe" bezeichnet wird.

Durch diese Assoziationen kann Lippel seine Probleme und seine Sehnsucht zum Vater nicht nur im Traum, sondern letztendlich auch in der Realität überwinden und findet in Serafina (Christiane Paul), der Angestellten seines Vaters,  und dem Straßenhund Muck treue Freunde, die ihn auf seiner abenteuerlichen Reise begleiten.

Kritik und Fazit

Äußerst geschickt und absolut kinderfreundlich verbinden Regisseur Lars Büchel und Produzent und Drehbuchautor Ulrich Limmer in Zusammenarbeit mit dem Autor Paul Maar reale Alltagswelt und kindliche Traumwelt miteinander, um es vor allem jungen Zuschauern einfacher zu machen, sich mit der Geschichte und vor allem auch mit der Hauptfigur Lippel identifizieren zu können.

Auf spielerische Art und Weise wird versucht, den Kindern nahezubringen, wie Probleme und Hindernisse auch im Alltag überwunden werden können. Lippels Traum appelliert somit nicht nur an die Fantasie der Zuschauer, sondern versucht auch, Lösungsmöglichkeiten für Probleme der Realität vor Augen zu führen, sodass der Film nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene empfehlenswert ist.

 

 

Titel: Lippels Traum
Produktionsland: Deutschlandi
Produktionsjahr: 2009
Dauer: 101 Minuten
Altersfreigabe: Ab 6 Jahren
Erscheinungsdatum (Deutschland): 08.10.2009
Verleih: Universum
Einspielergebnis: unbekannt
Regisseur: Lars Büchel
Drehbuch: Paul Maar, Ulrich Limmer
Buchvorlage: Paul Maar, Lippels Traum
Darsteller: Lippel (Karl Alexander Seidel), Frau Jakob (Anke Engelke), König/Otto (Moritz Bleibtreu), Hermann (Marius Weingarten) Arslan (Steve-Marvin Dwumah), Hamide (Amrita Cheema), Serafina (Christiane Paul)
Kamera: Jana Marsik
Musik: Konstantin Wecker
Schnitt: Sandy Saffeels
Produzent: Ulrich Limmer

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