von Kirsten Penkalla

Der kleine Hobbit ist im Kino groß geworden und steht der mit insgesamt 17 Oscars prämierten Herr der Ringe-Trilogie in nichts nach. Peter Jacksons neueste Filmadaption eines Werks von J.R.R. Tolkien erschafft von Neuem die fantastische Welt Mittelerdes und ist noch bombastischer als ihre Vorgänger.


Inhalt

Das Leben des Hobbits Bilbo Beutlin (Martin Freeman) im Auenland ist friedlich und ruhig, beinahe spießig. Eines Tages wird diese Idylle jäh unterbrochen, als der Zauberer Gandalf (Ian McKellen) und 13 Zwerge ihn dazu überreden, mit auf eine Reise zu gehen. Das Ziel ist der Berg Erebor, in dem einst die Zwerge gelebt und geschürft hatten, der dann aber vom Drachen Smaug erobert wurde. Thorin Eichenschild (Richard Armitage), der König der Zwerge, möchte den Berg nun zurückgewinnen, um den heimatlos gewordenen Zwergen ihr Zuhause wieder zurückzugeben.

Während ihrer Reise müssen sich die Gefährten nicht nur Orks und Trollen stellen, sondern auch einem übermächtigen Feind, der eigentlich schon lange tot sein sollte.

Verleih: Warner Bros.

Kritik

Vor dem Beginn der eigentlichen Dreharbeiten gab es jahrelange Auseinandersetzungen um die Finanzierung des Films und die Besetzung des Regiestuhls. Der eigentlich vorgesehene Regisseur Guillermo del Toro sagte seine Verpflichtung aufgrund der anhaltenden Probleme ab und wurde schließlich von Peter Jackson ersetzt, der ursprünglich lediglich als Produzent fungieren wollte. Dennoch unterstützte del Toro die Arbeiten am Drehbuch.

Der Hobbit - eine unerwartete Reise wurde im Kino in zwei Versionen gezeigt: Zum einen in der herkömmlichen Bildrate von 24 Bildern pro Sekunde und in einer neuen Variante, die 48 Bilder pro Sekunde zeigt und das Bild noch schärfer und realer erscheinen lassen soll.

J.R.R. Tolkien entwickelte die literarische Vorlage des Films aus den Gutenachtgeschichten, die er seinen Kindern erzählt hatte.
Peter Jackson, der auch bei der Herr der Ringe-Trilogie Regie führte, knüpft beim Hobbit an das Erfolgskonzept der Trilogie an: Gewaltige Kulissen, bis ins Detail ausgearbeitete Kostüme und Maske sowie hervorragende visuelle Effekte machen den Film zu einem Augenschmaus.

Die Musik wurde wieder von Howard Shore komponiert. Es gibt viele Parallelen zum Soundtrack des Herrn der Ringe, vor allem das Thema des Stücks „Concerning Hobbits“ aus dem ersten Teil wird an manchen Stellen häufig, wenn auch variiert, verwendet. Doch es werden auch andere Arten der musikalischen Untermalung gewählt. So singen die Zwerge mehrmals Lieder über ihre alte Heimat. Im ersten Moment erscheint es seltsam, wenn 13 gestandene, muskulöse bis stark beleibte Männer mit zotteligen Bärten, die teilweise bis zu den Knien gehen, um den Kamin stehen und in wunderschönen Basstönen ihren verlorenen Berg besingen. Diese Minuten der Melancholie verwandeln das eher für Ruppig- und Zähigkeit bekannte Volk in liebenswerte und sanftmütige Geschöpfe, die somit nicht nur Bilbo ans Herz wachsen.

Ebenso wie die Zwerge sich im Berg Erebor zu Hause fühlen, so erzeugt der Film bei Herr der Ringe-Fans ein Gefühl des Heimkommens. Nicht nur, dass man wieder in das verträumte Bruchtal und das urige Auenland zurückkehrt - da Der Hobbit zeitlich vor den Ereignissen aus der Herr der Ringe-Trilogie spielt, hat unter anderem sogar ein (noch sehr junger) Frodo einen Gastauftritt. Der einzige Wehmutstropfen für eingefleischte Herr der Ringe-Fans, der Momente wie diese trübt, sind Kameraeinstellungen, die das Geschehen vorhersehbar machen.

Verleih: Warner Bros.

Peter Jackson adaptiert die knapp 300 Seiten umfassende Literaturvorlage Der kleine Hobbit  im Rahmen von drei Filmen, deren Handlung durch die Übernahme von Handlungssträngen aus weiteren Mittelerde-Erzählungen angereichert wird, etwa aus dem Silmarillion und dem Appendix der Herr der Ringe-Bücher. Daraus erklärt sich, wieso bereits der erste Film 169 Minuten dauert.

Auch wenn die Geschichte an sich kaum voran zu kommen scheint, wird der Film zu keiner Zeit langweilig. Durch viele Kampfszenen bleibt das Geschehen durchweg spannend und wird an einigen Stellen sogar mit Situationskomik aufgelockert. Wenngleich die Länge des Films auf den ersten Blick abschreckend erscheinen mag, wird bei genauerem Hinsehen klar, dass die Magie Mittelerdes dadurch erst wirklich zur Geltung kommt. Während andere Literaturverfilmungen aus Zeitgründen auf ganze Handlungsstränge verzichten müssen – selbst die Herr der Ringe-Filme  sind hier keine Ausnahme! – hat sich Peter Jackson einfach die Zeit genommen, die er brauchte, um eine Geschichte zu erzählen, die sogar weit über die Ereignisse hinausgeht, die in Der kleine Hobbit erzählt werden.

Fazit

Der Hobbit - eine unerwartete Reise kann an die Herr der Ringe-Trilogie anknüpfen und bietet dem Zuschauer viele Wiedererkennungspunkte. Obwohl dem Film ein Kinderbuch als Vorlage dient, ist Der Hobbit kein Kinderfilm. Die Altersfreigabe ab 12 Jahren sollte unbedingt beachtet werden, denn aufgrund seiner Länge sowie der zahlreichen Gewaltdarstellungen richtet sich Der Hobbit eher an ältere Jugendliche und Erwachsene.

 


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