von Jan Marschke

Ein Animationserlebnis der Starregisseure Steven Spielberg und Peter Jackson, das sich deutlich von den Pixar-Produktionen abhebt. Die auch aufgrund rechtlicher und finanzieller Probleme ungewöhnlich lange Produktionszeit spiegelt sich in der Liebe zum Detail, aber auch in der Story wieder, die für eingefleischte Tim und Struppi-Fans zwar nichts Neues bietet, dennoch eine zeitgemäße Interpretation der beliebten Comicreihe vor Augen führt. Dieser Film sollte zukünftigen Regisseuren und Produzenten der Animationsbranche als Vorbild dienen.

Inhalt

Bei einem Bummel über den städtischen Flohmarkt entdeckt der junge Reporter Tim (Jamie Bell) zufällig das Schiffsmodel der Einhorn, ein Schiff aus dem 17. Jahrhundert und erwirbt dieses sofort. Zahlreiche Warnungen, u. a. vom zwiespältigen Iwanowitsch Sakharin (Daniel Craig), der ihm das Schiff unbedingt abkaufen will, lassen ihn kalt. In der ersten Nacht muss Tim erschrocken feststellen, dass sein Schiffsmodell gestohlen wurde. Der Verdacht fällt natürlich sofort auf seine Flohmarktbekanntschaft Sakharin. Schnurstracks macht er sich mit seinem treuen Begleiter Struppi auf den Weg zum Verdächtigen. Dort erfährt Tim von der Legende der Einhorn und seines Kapitäns, dem Ritter von Hadoque. Es gibt drei Modelle der Einhorn, die das Geheimnis eines großen Schatzes in sich tragen.

Beflügelt von der Legende und seiner Neugier machen sich Tim und Struppi auf, das Geheimnis der Einhorn zu lösen. Die Reise, auf der sie die Bekanntschaft des knurrigen Kapitäns Haddock (Andy Serkis) machen, führt die beiden bis nach Nordafrika.

Verleih: Columbia Pictures/Paramount

Kritik

Wer die Comics kennt, muss sich erst einmal an das schnelle Erzähltempo, das an den Tag gelegt wird, gewöhnen. Kein Wunder, denn dass Duo Spielberg/Jackson kombiniert Motive aus drei Tim und Struppi-Bänden ("Die Krabbe mit den goldenen Scheren", "Das Geheimnis der Einhorn" und "Der Schatz Rackhams des Roten") in diesem Film. Die Szenen sind aber so liebevoll miteinander verbunden, dass kaum auffällt, dass sich Spielberg nicht zu einhundert Prozent an die Comicvorlage hält.

Neben rasanten Verfolgungsjagden und jeder Menge Action hat der Film auch seine Slapstick-Momente. Bei jedem Auftritt der tollpatschigen Polizisten Schultze und Schulze ist ein Lacher garantiert.

Durch das Performance-Capture-Verfahren wirken die Charaktere sehr real und die Bilder strahlen eine gewisse Wärme aus. Hier hebt sich Das Geheimnis der Einhorn deutlich von anderen Animationsfilmen ab. Zudem geben sich eine Reihe bekannter Schauspieler die Ehre: Neben Jamie Bell und Andy Serkis, hat auch 007-Darsteller Daniel Craig einen Auftritt als Tims Gegenspieler Iwan Sakharin.

Verleih: Columbia Pictures/Paramount

Fazit

Steven Spielberg und Peter Jackson ist mit der Adaption der Comicreihe pure Kinomagie gelungen (letzterer fungierte als Produzent und wird bei der Fortstetzung die Regie führen). Wer die Comics gerne las, wird auch diesen Film in sein Herz schließen. Nah an der Vorlage angelegt wird der Zuschauer auf eine Reise in nahe und ferne Welten entführt und dabei von lebensechten und sympathischen Figuren begleitet. Die Comics von Hergé sind bereits zeitlose Klassiker. Dieser Film hat die besten Chancen, zumindest in der Animationsbranche einer zu werden.

 

Titel: Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn
Originaltitel: The Adventures of Tintin
Produktionsland: USA, Neuseeland
Produktionsjahr: 2011
Dauer: 107 Minuten
Altersfreigabe: Ab 6 Jahren
Erscheinungsdatum (Deutschland): 27.10.2011
Verleih: Columbia Pictures, Paramount
Einspielergebnis (weltweit): $ 374 Mio.
Regisseur: Steven Spielberg
Drehbuch: Steven Moffat, Edgar Wright, Joe Cornish
Buchvorlage: Hergé – TinTin
Darsteller: Jamie Bell (Tim), Andy Serkis (Kapitän Haddock), Danie Craig (Iwanowitsch Sakharin), Simon Pegg (Schultze), Nick Frost (Schulze), Toby Jones (Aristide Klemm-Halbseid)
Kamera: Janusz Kaminski
Musik: John Williams
Schnitt: Michael Kahn
Produzent: Peter Jackson

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