von Eugenia Anhalt

Balto ist eine gespaltene Persönlichkeit, weil er halb Hund halb Wolf ist. Er will den Wolf in sich nicht anerkennen, weil er aus diesem Grund von Menschen wie Hunden verstoßen und verachtet wird. Dabei wünscht er sich nichts sehnliches, als dazu zu gehören. In diesem Zeichentrickfilm geht es um die Suche nach dem eigenen Ich sowie die Freude am Leben. Balto – Ein Hund mit dem Herzen eines Helden vereint Witz, Drama, Romantik - und ergreift deshalb das Herz von Jung und Alt.

Verleih: Universal

Inhalt

Es ist Winter 1925 in Nome, Alaska. In der Stadt werden viele Schlittenhunderennen veranstaltet, um die schnellsten Hunde für ein Gespann zu ermitteln. Auch der Wolfshund Balto träumt davon, ein Schlittenhund zu werden. Doch er darf nicht an den Rennen teilnehmen, weil er ein Wolfshund ist und deshalb von allen im Dorf gemieden und verachtet wird. Vor allem der eigenwillige Steele hat es auf ihn abgesehen. Die einzigen die zu Balto halten, sind sein bester Freund, der Gänserich Boris, die Eisbären Muc und Luc, und die kleine Rosie mit ihrer Husky-Dame Jenna.

Balto wohnt zusammen mit Boris außerhalb der Stadt in einem gestrandeten und heruntergekommenen Schiff. Mit dem Ausbruch einer Epidemie erkranken viele Kinder, darunter auch Rosie. Leider fehlt die benötigte Medizin zur Behandlung. Auf Grund der schlechten Wetterbedingungen, ist ein schneller Transport der Medikamente nach Nome per Schiff oder Flugzeug nicht möglich. Deshalb soll ein Schlittenhundegespann die Medikamente aus der per Zug erreichbaren Stadt Nenana nach Nome bringen. In einem Rennen sollen die schnellsten Hunde für das Gespann bestimmt werden. So bekommt Balto die Chance, sich zu beweisen und nimmt am Rennen teil.

Balto kommt als Erster mit einer erstaunlichen Zeit ins Ziel. Durch eine List von Steele, der Balto auf die Pfote tritt, sodass dieser scheinbar aggressiv aufbrüllt, wird Balto aber nicht akzeptiert. So macht sich das Gespann am selben Abend ohne Balto auf den Weg nach Nenana. Die Medizin wird in Nenana erfolgreich abgeholt, aber auf dem Rückweg nach Nome bricht ein starker Schneesturm aus und das Hundegespann verirrt sich. Der nervöse Steele verliert immer mehr die Kontrolle, sodass das Gespann schließlich einen Abhang hinab stürzt. Der Schlittenführer verletzt sich und das Gespann ist von Gebirgen umkreist. Da das Gespann den zweiten Kontrollpunkt nicht passiert, erfahren die Einwohner und Hunde von Nome schnell, dass sich das Gespann verirrt hat. Kurzerhand macht Balto sich zusammen mit Boris und den Eisbären eigenständig auf die Suche nach den Vermissten, auch weil Rosies Gesundheitszustand sich zunehmend verschlechtert.

Auch das Huskyweibchen Jenna folgt den Freunden, und gemeinsam müssen sie sich einiger Gefahren erwehren. Bei einem Kampf mit einem Bären wird Jenna verletzt und muss von Boris und den Eisbären in das Dorf zurückgebracht werden, während Balto alleine weiterzieht. Bevor sie gehen, sagt Boris etwas von enormer Wichtigkeit zu Balto: "Diese Mission  kann von einem Hund alleine nicht bewerkstelligt werden, aber vielleicht von einem Wolf."

Balto findet das Gespann, doch Steele will ihm die Führung nicht überlassen. Es kommt zwischen den beiden zu einem Kampf, bei dem es Balto gelingt, Steele zu besiegen. Er übernimmt das Gespann und sie machen sich alle auf den Weg. Doch auf dem Heimweg fällt Balto zusammen mit der Medizin, wieder ein Abhang runter. Er ist zu schwach, um den Abhang wieder hochzuklettern. In dem Moment taucht ein weißer Wolf vor ihm auf und fängt an zu weinen, doch Balto wendet sich ab. Er schaut auf den Abhang und erinnert sich an die Worte von Boris. Er richtet sich auf, legt seine Pfote in den Spurenabdruck des Wolfes und fängt an zu heulen. Der weiße Wolf kommt zurück. Balto, der den Wolf in sich von nun an akzeptiert, schafft es nun doch, zusammen mit der Medizin den Abhang hinaufzuklettern und nach Nome zu gelangen. Den Kindern wird die Medizin sofort verabreicht. Seit diesem Tag wird Balto als Held gefeiert.

Verleih: Universal

Kritik

Simone Wells' Zeichentrickfilm Balto – Ein Hund mit dem Herzen eines Helden basiert auf einer wirklichen Begebenheit. Genau wie im Zeichentrickfilm brach 1925 die Diphtherie in dem kleinen Städtchen Nome, Alaska aus. Die Indianer hatten nicht die Antikörper, um der Krankheit standzuhalten. So wurde die Medizin aus dem fast 1000 Meilen entfernten Ort Anchorage geholt. Mit Hilfe von 20 Schlittenhunden gelang es, die Medizin nach Nome zu bringen. Gunnar Kaasen kam zusammen mit Balto - sowie den anderen Hunden im Gespann- am 2. Februar 1925 um 5:30 Uhr in Nome an. Ab dem Tag wurden sie wie Helden gefeiert; mittlerweile gilt der Schlittenhund Balto in den USA als kleines nationales Heiligtum.

In dem Zeichentrickfilm tauchen sowohl am Anfang als auch am Ende echte Filmaufnahmen aus dem Central Park auf. Zu Beginn zeigen die Filmaufnahmen die Suche der Großmutter, zusammen mit ihrer Enkelin und deren Husky, nach einem Denkmal, was auch die Geschichte einleitet. Die Filmaufnahmen am Ende zeigen, dass sie das Denkmal gefunden haben. Somit kann die Großmutter die Wahrheit ihrer Geschichte bezeugen. Am Ende erfahren wir, dass diese Großmutter Rosie heißt.

Der Zeichentrickfilm eignet sich perfekt für einen schönen Familienabend, denn er beinhaltet Witz, Tragik und Liebe, die nicht nur das junge Herz berühren und amüsieren, sondern auch das der Erwachsenen. Für die lustigen Momente sorgen vor allem der Gänserich Boris und die Eisbären Muc und Luc. Boris ist keine normale Gans: Nicht nur spricht er mit einem russischen Akzent und zitiert wiederholt kluge Sätze aus der russischen Literatur, er kann auch nicht fliegen. Derlei Anspielungen können zumindest für kleine Kinder eher unverständlich sein - dennoch dürften sie das tollpatschige Verhalten des Gänserichs und seine Streitereien mit den Eisbären als lustig empfinden. Herzerwärmend ist zudem die Liebe zwischen Balto und Jenna sowie das enge Verhältnis zwischen und Rosie.

Fazit

Balto verstrickt auf elegante Weise Leid, Liebe und Humor und ist deshalb zurecht ein auch heute noch beliebter, teils zu Tränen rührender Film. Die Geschichte veranschaulicht anhand einer wahren Gegebenheit, dass mit entsprechender Willenskraft fast alle möglich ist - und dass man es schaffen kann, trotz seiner "Andersartigkeit" von anderen akzeptiert zu werden.

 

Titel: BALTO – EIN HUND MIT DEM HERZEN EINES HELDEN
Originaltitel: Balto
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1995
Dauer: 78 Minuten
Altersfreigabe: Ab 6 Jahren
Erscheinungsdatum (Deutschland): 24.04.1997
Verleih: Universal Pictures
Einspielergebnis: unbekannt
Regisseur: Simon Wells
Drehbuch: David Cohen, Elana Lesser, Cliff Ruby und Roger Schulman
Buchvorlage: nach einer wahren Begebenheit
Synchronsprecher (engl./dt.): Kevin Bacon/Tobias Meister (Balto); Bob Hoskins/Michael Pan (Boris); Bridget Fonda/Irina von Bentheim (Jenna); Jim Cummings/Thomas Fritsch (Steele); Phil Collins/Stefan Gossler (Muk und Luk)
Kamera: Jan Richter-Friis
Musik: James Horner
Schnitt: Sim Evan-Jones, Renee Edwards, Nick Fletcher
Produzent: Steve Hickner

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