Übergänge und Entgrenzungen sind zentrale Bestandteile der Fantastik in all ihren medialen Ausprägungen. Fantastische Erzählungen operieren unter anderem mit Weltenwechseln, Zeitreisen, Verwandlungen, Mischwesen sowie Transitorischem und Grenzübertritten aller Art. Im Gefüge der Genres kommt es zu Hybridisierungen und Neukonfigurationen, und die verschiedensten Formen von Intertextualität, wie sie in der Fantastik zu beobachten sind, basieren auf Übergängen zwischen Texten und Grenzauflösungen zwischen Stoffen und Motiven jeglicher Herkunft. Damit hat Fantastik auch das Potential, künstlich gezogene Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur oder vermeintlich gutem und schlechtem „Geschmack“ zu verwischen, und kann so in mehrerlei Hinsicht eine Provokation darstellen. Fantastik verhandelt virulente kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen und hinterfragt bestehende Grenzziehungen. Dabei werden hybride Zonen der Autonomie entworfen, die als Gegenentwürfe zum herkömmlich vermittelten Verständnis zum Beispiel von Welt, Wissen oder Identität gelesen werden können. Die fantastischen Elemente dienen dabei der Sichtbarmachung gesellschaftlicher Diskurse und der Ausgestaltung komplexer physischer und psychischer Prozesse sowie abstrakter Denkfiguren.

Auf Schritt und Tritt finden sich in der Fantastik darüber hinaus Übergänge in Form von medialen Adaptionen (Übertragungen etwa in Film, Comic, Game, Hörspiel, Roman), dem Wechsel in andere Medien (wie bei der Fan Fiction oder im Medienverbundsystem) oder dem Crossover in all seinen Bedeutungen, wozu auch die Tendenz zur generationenübergreifenden All-Age-Literatur zählt.

Ausgehend von Übergängen und Entgrenzungen stehen im Fokus der Tagung Dinge, Normen, Wissensbestände, Deutungsangebote und Bedeutungszuschreibungen, wie sie in der Fantastik auftreten. Ziel ist es, deren Thematisierung und Inszenierung von Welt und Subjekt, Realität und Fiktion zu analysieren und damit einen Beitrag zur Bestimmung der kulturellen Bedeutung des Fantastischen zu leisten – in seiner gegenwärtigen, historischen, sozialen und medialen Dimension.

Weitere Informationen zu der Tagung, die vom 13.-16. September 2012 an der Universität Zürich stattfindet, finden sich auf der dazugehörigen  Internetseite. Das Tagungsprogramm können Sie hier lesen.


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