von Tatiana Bladier, B.A.

Hexen, Dämonen, verwunschene Bäume – so gut wie jedem dürften diese Elemente der klassischen Gruselgeschichte in der einen oder anderen Form schon einmal begegnet sein. Doch keiner erzählt so schaurige Geschichten wie Onkel Montague. In dem neuen Buch Onkel Montagues Schauergeschichten des britischen Autors Chris Priestley geht es unheimlich zu.

Priestley, Chris: Onkel Montagues Schauergeschichten
Aus dem Englischen von Beatrice Howeg
Bloomsbury, Berlin 2010.
224 S., 15,90 €
ISBN 978-3827053718

Inhalt

Wie gewöhnlich verbringt Einzelkind Edgar die Sommerferien bei seinen Eltern. Diese wissen nicht viel mit ihm anzufangen und so droht die Zeit, die Edgar zuhause verbringt, in Langweile zu versinken. Zum Glück gibt es aber noch Onkel Montague, der auf der anderen Seite des Waldes wohnt. Edgars nicht zu stillendes Verlangen nach mystischen Geschichten lässt ihn immer wieder den beschwerlichen Weg zum Onkel auf sich nehmen.

Dabei führt den Jungen sein Weg durch einen dunklen Wald, der sich windet "wie eine Schlange, die sich im Unterholz versteckt" und auf dem er ständig das Gefühl hat, beobachtet zu werden. Auch Onkel Montagues Haus trägt mit seinem langen, düsteren Flur zu der unheimlichen Grundstimmung bei. Die Temperatur scheint dort viel niedriger zu sein als draußen, und auf dem Weg ins Arbeitszimmer erscheinen groteske Schatten an den Wänden.

Hier lebt Onkel Montague, welcher den Neffen tagelang mit Schauergeschichten unterhält und dabei stets versichert, kein einziges Wort erfunden zu haben. Nur von seinem eigenen Leben schweigt der Onkel lieber … Dies scheint Edgar seltsam, ohne ihn aber weiter zu beeindrucken – die gruseligen Geschichten jedenfalls können doch gar nicht wahr sein!

Eines Nachmittags beginnt sich Edgar aber doch über das merkwürdige Verhalten seines Onkels zu wundern: Wieso eigentlich verlässt der alte Mann das düstere Haus niemals? Welche Bewandtnis hat es mit den merkwürdigen Schatten? Und vor allem: Wie kommt es, dass Onkel Montague Gegenstände aus all seinen Erzählungen besitzt? Schon bald muss Edgar erkennen, dass sich die Antworten auf diese Fragen nur in Onkel Montagues ganz eigener Schauergeschichte finden lassen …

„Onkel Montagues Schauergeschichten“

Kritik

Chris Priestley, geboren 1958 in Hull, Großbritanien, bedient sich auf gekonnte Weise bekannter Motive des Gruselgenres. Priestley erschafft mit Onkel Montague eine rätselhafte Figur, deren Geheimnis der Leser unbedingt auf die Schliche kommen möchte. Onkel Montagues Schauergeschichten ist eine Sammlung von neun kurzen Gruselgeschichten, die in die Rahmenhandlung um Onkel Montague eingebettet sind. Eine detailliert geschilderte Umgebung evoziert eine gespenstische Atmosphäre, die zum schaurigen Eindruck der Erzählungen beiträgt.

Fazit

Onkel Montagues Schauergeschichten ist für Kinder im Alter ab elf Jahren zu empfehlen, die gruselige Geschichten lieben und sich nicht allzu schnell fürchten.  Die liebevoll gestalteten Zeichnungen von David Roberts tragen zum positiven Gesamteindruck bei.

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