von Nico Kell

In Harry Potter und der Feuerkelch, Joanne K. Rowlings viertem Teil der Harry-Potter-Reihe, muss sich der junge Zauberer wider seinen Willen im Trimagischen Turnier beweisen und die Umstände der sich ankündigenden Auferstehung seines Erzfeinds Lord Voldemort aufdecken.

Rowling, Joanne K.: Harry Potter und der Feuerkelch..
Aus dem Englischen von Klaus Fritz
Carlsen, Hamburg 2000.
768 S., 22,90 €
ISBN 978-3551551931 

Inhalt

Wie in den vorangegangenen Büchern umfasst die erzählte Zeit des vorliegenden Bandes ein Schuljahr im Zauberinternat Hogwarts. Das Buch beginnt mit einem folgenreichen Ereignis, welches im Rahmen des Endspiels um die Quidditch-Weltmeisterschaft erfolgt: Nach Ende des Spiels steigt aus dem anliegenden Wald das Zeichen Voldemorts auf und Voldemorts Anhänger, die Todesser, sorgen für Chaos im Zeltlager der Zuschauer. Das Zeichen deutet auf einen soeben ausgeführten Mord hin – Voldemorts Schergen scheinen sich wieder vereint zu haben.

Daneben erwartet die Schüler in Hogwarts in diesem Jahr eine Besonderheit: Das Trimagische Turnier, ein Wettkampf zwischen den drei bedeutendsten Zauberschulen Europas, soll in Harry Potters Zauberschule stattfinden. Das Turnier ist jedoch alles andere als ungefährlich und darf deshalb nur von älteren Schülern bestritten werden. Dennoch gelangt ein Zettel mit Harrys Name auf mysteriöse Weise in den Lostopf.

Darüber gerät Harry mit seinem besten Freund Ron in Streit, der ihm vorwirft, sich ins Turnier gemogelt zu haben, um zu besonderem Ruhm zu gelangen. Als hätte Harry damit noch nicht genug Probleme, verliebt er sich das erste Mal in ein Mädchen und sieht sich damit einem zusätzlichen Gefühlschaos ausgesetzt.

Kritik

Aufbau und Erzählstil

Außer dem kurzen Prolog am Anfang wird auch der vierte Teil von Harrys Abenteuern aus der Sicht des Protagonisten erzählt. Die interne Fokalisierung des personalen Erzählers lässt den Leser dabei immer gerade soviel wissen wie Harry, so dass eine besondere Identifizierung mit dem Protagonisten ermöglicht wird.

Die Geschichte wird etappenweise erzählt, indem sich Rowling auf die wichtigsten Ereignisse des Handlungsstrangs beschränkt und mit  größeren Zeitsprüngen zwischen den einzelnen Kapiteln arbeitet. Die handelnden Personen sowie die Schauplätze wechseln von Kapitel zu Kapitel, so dass sich der Leser immer wieder neu orientieren muss. Im Vergleich zu den ersten Harry Potter Bänden weist Harry Potter und der Feuerkelch durch seine elliptische Erzählform einen anspruchsvollen und komplexen Handlungsaufbau auf, mit dem sich die Autorin mehr und mehr auch einer älteren Leserschaft zuwendet.

Zentrale Themen und Motivik

Harry Potter und der Feuerkelch bewegt sich auf der Grenze zwischen Kinder- und Jugendliteratur. Auf der einen Seite finden sich auch in diesem Band all die Merkmale, welche die Harry Potter Reihe für Kinder so attraktiv machen: Hogwarts als faszinierende Zauberwelt und elternfreier Raum, eine Vielzahl zauberhafter Figuren und wundersamer Fabelwesen und ebenso magischer wie mysteriöser Orte. Auf der anderen Seite rücken aber immer mehr auch die Probleme eines Heranwachsenden in den Vordergrund, mit denen sich Harry konfrontiert sieht, so z.B. die Verliebtheit in Cho Chang. Seine sonst so unerschütterliche Freundschaft zu Ron wird auf die Probe gestellt und Harry muss erkennen, dass sich die Dinge nicht einfach ohne weiteres zum Guten wenden, sondern man auch etwas dafür tun muss.

Der Konflikt zwischen Harry und Ron lässt die sonst so klar definierten Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen. War die Dreierclique um Harry, Ron und Hermine als Instanz des Guten und der Gerechtigkeit zuvor stets unzertrennlich gewesen, steht sie im Zuge des aktuellen Streits nun der Gefahr ihrer eigenen Auflösung gegenüber.

Die Todesthematik, die aufgrund von Harrys Schicksal als Waisenkind auch in den Vorgängerbüchern latent präsent ist, rückt im aktuellen Band verstärkt in den Vordergrund. Im Unterricht lernen die Hogwarts Schüler verbotene Flüche kennen, durch die der Ausführende Kontrolle über ein anderes Wesen erlangen kann, es schmerzhafter Folter aussetzen oder es töten kann. Erstmals sehen sich die jungen Zauberer in die Lage versetzt, mithilfe ihrer Zauberkunst jemanden töten zu können. Daneben ist es der reinkarnierte Voldemort, welcher Harry Verderben will und nach dessen Tod trachtet.

Fazit

Joanne K. Rowling musste sich mit Harry Potter und der Feuerkelch der schwierigen Aufgabe stellen, Harry Potter als Figur weiterzuentwickeln. Dies ist ihr gelungen. Die Entwicklung vom elfjährigen Jungen zum jungen Mann wird auf glaubwürdige und spannende Weise geschildert. Dementsprechend befindet sich auch der Roman auf der Schwelle zwischen Kinder- und Jugendliteratur.

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