von Anna Stemmann

Nina Dulleck erzählt in Miep die Geschichte des gleichnamigen jungen Außerirdischen vom Planeten HÄ7. Überaus gelangweilt, und im angedeuteten Teenager-Modus, muss der Protagonist wieder einmal seine Eltern zu einem intergalaktischen Ausflug in ein Museum begleiten. Charmant wirken dabei die Text- und Bildebene zusammen, denn den jede Seite ist mit Illustrationen versehen und offenbart so einen bunten Blick ins Weltall.

Nina Dulleck: Miep. Der Außerirdische.
Loewe, Bindlach 2016
ISBN 978-3-7855-8519-1
9,95€, 75 S.

Inhalt
Im Zentrum der kurzen Geschichte steht der Ausflug der außerirdischen Familie Hubags in das Astro-Museum, wodurch ihre bisherige Familienordnung aufgewirbelt wird. Für den Sohn Miep ist die Exkursion zunächst eine Zumutung sondergleichen, viel lieber würde er seinen "Pixeltransformator auf dem Todeslevel 253 ausprobieren!" (S. 13), als erneut die langweiligen "Milchstraßenkühe" (S. 22) oder die ausgestopften "pastatiden Lebensformen" (S. 28) zu betrachten. Entgegen der eingangs befürchten absoluten Eintönigkeit, über die ihm schon unlängst bekannten Exponate, denn die Familie besucht das Museum fast jede Woche, entpuppt sich der Besuch doch noch als rasantes Abenteuer. Gelangweilt schlurft Miep durch die Korridore, bis ihm plötzlich ein neues Ausstellungsstück ins Auge und dann tatsächlich in den Arm springt: ein lebendiger Pastatid (wie diese aussehen, setzt die Illustration gekonnt ins Bild). Miep tauft diesen spontan auf den Namen Nudel und macht ihn zu seinem neuen Begleiter. Es kommt natürlich, wie es kommen muss und Nudel sorgt für jede Menge Unordnung auf dem Heimweg, wobei sowohl eine US-amerikanische Raumfähre als auch der Toilettenbesuch von Nudel eine zentrale Rolle spielen. Die genauen Ereignisse sollen hier nicht verraten werden, nur so viel: alle kommen heil nach Hause und rechtzeitig auf das WC.

Kritik
Miep. Der Außerirdische ist ein kurzweiliger Text, der auf der Handlungsebene jedoch wenig Neues realisiert – auch wenn das Weltall mit diversen phantastischen und skurrilen Wesen bevölkert ist, bleibt die Textgestaltung unlebendig, bzw. ist diese simpel erzählt. Interessant wird das Buch aber vor allem durch die graphische Gestaltung, denn Nina Dulleck zeigt dort ihr ganzes Können als Illustratorin. Jede Seite ist individuell inszeniert, oftmals mit großformatigen Zeichnungen, die stimmungs- und phantasievoll die außerirdischen Lebensformen abbilden. Diese sind in der bunten Farbigkeit und der Reduktion auf klare Linien an eine Comicästhetik angelehnt, die sich deutlich an junge Leser richtet. Ebenso verhält es sich mit den knappen Textblöcken, die sich im Erzählraum symbiotisch in die Bilder einfügen, und insbesondere von Leseanfängern gut verarbeitet werden dürften. Während der Schrifttext so auf einem schlichten Niveau bleibt, entfaltet der Bildtext eine vielschichtige Welt. Dies ist vor allem dem Detailreichtum der Illustrationen geschuldet. Im Bildraum sind diverse zusätzliche Hinweise und Anspielungen platziert, die erst bei genauerer Betrachtung entdeckt werden müssen und einen lebdingen Weltraumkosmos entfalten. Entsprechend lädt das Buch auch zum gemeinsamen Vor- und Bildlesen ein.

Fazit
Die besondere Stärke des Buchs liegt eindeutig auf der Bildebene, denn das Niveau von Bild- und Schrifttext klaffen deutlich auseinander. Der einfache Handlungsverlauf dürfte aber vor allem für Erstleser ab 6 Jahren eine angemessene Niveaustufe ausmachen, die durch die lebendigen Bilder erweitert wird und einen vergnüglichen Kurzausflug ins Weltall verspricht.

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