von Franziska Kirchner

Die Geschwister Mila und Jonas erleben ein spannendes Weihnachtsabenteuer, als sie eines Abends in das Türchen ihres Adventskalenders schauen und ins Weihnachtsdorf gelangen. Dort müssen sie den Weihnachtsmännern helfen, die Rentiere gesund zu pflegen und Väterchen Frost zu finden, damit auch dieses Jahr Weihnachten stattfinden kann.

Städing, Sabine: 13 Weihnachtstrolle machen Ärger.
Bastei Lübbe, Köln 2016.
268 Seiten. 13,00 €
ISBN 978-3-414-82434-9.
Empfohlen ab 8 Jahren.

Inhalt

Als Mila und Jonas eines Abends kurz vor Weihnachten zusammen in Jonas` Bett liegen, hören sie seltsame Geräusche. Ein kleiner Wichtel klettert durch die große Tür des Adventskalenders und verschwindet. Neugierig schauen Mila und Jonas nach und werden durch den Adventskalender in das Weihnachtsland hineingezogen. Auf ihrer Suche nach Menschen, die ihnen zurück nach Hause helfen können, treffen sie zunächst auf einen Lebkuchenmann. Gemeinsam machen sie sich mit ihm auf den Weg zum Weihnachtsdorf.

Als die Nacht hereinbricht, findet sie der mürrische Knecht Ruprecht. Er bringt sie am nächsten Morgen mit seinem Elchschlitten ins Weihnachtsdorf, in dem Weihnachtswichtel ihre Arbeit verrichten, Engel in einem riesigen Tannenbaum sitzen, die Laternen wie Zuckerstangen aussehen und sich Schneemänner und Nussknacker eine Schneeballschlacht liefern.

Natürlich sind auch die Weihnachtsmänner mit von der Partie. Im Weihnachtsdorf lebt nämlich nicht nur der Weihnachtsmann, sondern auch Santa Claus, Molly, die Frau vom Weihnachtsmann, und La Befana, die italienische Weihnachtshexe. Außerdem der norwegische Julenissen, der niederländische Sinterklaas und der französische Pere Noël. Auch Väterchen Frost sitzt hier.

Doch was sich so idyllisch anhört, täuscht, denn Väterchen Frost ist verschwunden, seit er vor einigen Tagen aufgebrochen ist, um Islandmoos für die kranken Rentiere zu sammeln, damit sie ihren Husten auskurieren und Weihnachten die Schlitten ziehen können. Schuld scheinen die 13 Trolle zu sein, die mit ihrer Mutter im Dorf ihr Unwesen treiben.

Mila und Jonas, die eigentlich nach Hause zurück wollen, helfen den Weihnachtsmännern nicht nur bei deren Arbeit im Weihnachtsdorf, sondern auch bei der Beschaffung des Islandmooses. Mila macht sich mit der Weihnachtskatze Lizzy auf den Weg – und verschwindet ebenfalls... Jonas folgt ihr zusammen mit dem Wichtel Mikke und dem verrückten Elch Monsieur Fou. Werden sie Mila und Väterchen Frost finden und Weihnachten retten können? Und können sie nach Hause zurückkehren?

Kritik

Sabine Städing schafft es, in ihrer Geschichte verschiedene Weihnachtstraditionen geschickt miteinander zu verweben und dem Leser so Einblicke in diese Traditionen zu vermitteln – inklusive unterschiedlicher Bezeichnungen von Weihnachtsmännern und Geschenküberbringern. So liefert zum Beispiel die Geschichte mit den Weihnachtstrollen eine plausible Erklärung dafür, dass in Island Trolle die Geschenke verteilen: "Wir haben zu Weihnachten mehr als genug zu tun. Und ihr langweilt euch von morgens bis abends. Deshalb haben wir uns gedacht, ihr könntet zu Weihnachten die isländischen Kinder beschenken." (S. 247). Stets führt sie ihre eigenen schöpferischen Ideen mit den bestehenden Mythen zusammen und entwickelt daraus eine spannende Geschichte.

In einer leichten, kindgerechten Erzählweise schildert Sabine Städing das Abenteuer aus der Sichtweise von Mila und Jonas, die sich als liebenswerte Hauptcharaktere herausstellen. Zwar wird ein personaler Erzähler verwendet, doch begleitet der Leser stets eines der Kinder auf ihren Abenteuern und folgt so ihrer individuellen Darstellungsweise und Gedankenwelt. So wird die Aufregung von Kindern vor Weihnachten und die Begeisterung für die Geheimnisse rund um das Weihnachtsfest thematisiert. Auch versäumt die Erzählerin nicht zu erklären, warum die Eltern von Mila und Jonas die beiden nicht vermissen, und schafft es so, die Geschichte trotz fantastischer Elemente authentisch zu erhalten.

Die liebevollen und detaillierten Schwarz-Weiß-Illustrationen von Barbara Scholz runden das Leseerlebnis ab. Sie entführen den Leser in die Welt der Weihnachtsmänner und helfen ihm, sich das Geschehen noch besser vorzustellen. Während einige Illustrationen seitenfüllend und andere wiederum nur halbseitig abgedruckt sind, nehmen einzelne Illustrationen auch ganze Doppelseiten sein. Mitunter rahmt die Illustration auch den Text und dies stets so, dass sich der Leser ein Bild vom Geschehen machen kann.

Darüber hinaus ist das Buch in 24 Kapitel unterteilt, so dass man es als Adventskalender benutzen kann, um den Kindern mit der Geschichte die Wartezeit auf das Weihnachtsfest zu verkürzen. Damit reiht es sich in die Tradition der Adventskalenderbücher ein. Leider sind die Seiten bei diesem Adventskalenderbuch nicht verschlossen, doch dies bietet besonders neugierigen Lesern die Möglichkeit das Buch an einem Stück zu verschlingen.

 Fazit

Die Geschichte von Mila und Jonas im Weihnachtsland ist eine rundum gelungene Weihnachtsgeschichte, die den Kindern die lange Wartezeit auf Weihnachten verkürzt. Der Verlag gibt an, dass das Buch für Kinder ab ca. 8 Jahren gedacht ist, aber auch für jüngere Kinder eignet sich das Buch zum Vorlesen oder zur gemeinsamen Lektüre mit den Eltern.

 

 

 

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