von Julie-Seksane Atalan

Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry wurde in über 50 Sprachen übersetzt und erzählt die Geschichte einer tiefgehenden Freundschaft zwischen dem Ich-Erzähler und dem kleinen Prinzen, in deren Verlauf die Protagonisten schließlich zu existentiellen Einsichten über das Wesentliche im Leben und in der Freundschaft gelangen.

de Saint-Exupéry, Antoine: Der kleine Prinz
Aus dem Französischen von Hans Magnus Enzensberger
Rauch, Düsseldorf 2000
96 S., 14,90 €
ISBN: 978-3-7920-0057-1

Inhalt
Die Erzählung beginnt mit der Notlandung des Erzählers in der Wüste, wo er auf einen kleinen Prinzen trifft. Dieser stammt von einem fremden Planeten, den er zusammen mit seiner Rose bewohnt. Unmittelbar nach dieser Begegnung setzt der kleine Prinz seine Reise fort. Bevor er jedoch zu seinem Heimatplaneten und zu seiner Rose zurückkehrt, besucht er zunächst zahlreiche andere Planeten.

Jeder Besuch eines fremden Planeten lässt den kleinen Prinz auf dessen jeweiligen Bewohner treffen. Dabei lernt er so unterschiedliche Charaktere wie einen König, einen Eitlen, einen Trinker, einen Geschäftsmann, einen Laternenanzünder und schließlich einen Geographen kennen. Sie alle verkörpern einen bestimmten Menschentypus, dessen Charaktereigenschaften jeweils negativ konnotiert sind und von dem kleinen Prinzen kritisch hinterfragt werden. Eine wichtige Begegnung findet auf der Erde statt: Hier spricht der kleine Prinz mit einem Fuchs, von dem er schließlich lernt, was Freundschaft bedeutet.

Der kleine Prinz zieht eine zentrale Lehre aus diesem Zusammentreffen: Nur mit den "Augen des Herzens" sieht man wirklich. Das lässt den kleinen Prinzen an seine Rose denken und die Verantwortung, die er für sie hat.

Gegen Ende der Geschichte wird der kleine Prinz im Beisein des Ich-Erzählers von einer Schlange gebissen. Wird es der kleine Prinz noch schaffen, auf seinen Planeten und zu seiner Rose zurückzukehren?

Kritik
Bei Saint-Exupérys Erzählung handelt es sich um eine moralische Geschichte, die in ästhetisch ansprechender Form nach universellen Werten sucht, die den Lesern auf diese Art vermittelt werden sollen. Dabei geht es um Freundschaft, Menschlichkeit und Liebe, um elementare Werte also, die in allen zwischenmenschlichen Beziehungen eine Rolle spielen. Dies kleidet Saint-Exupéry in die prägnante Formel: "Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar. Man sieht nur mit dem Herzen gut."

Diese moralischen Vorstellungen werden in einfach verständlicher Sprache in kleine, anschaulich geschriebene Geschichten innerhalb des Buches eingebettet. Dem oberflächlichen Streben nach Geltung und Bewunderung wird die Besinnung auf innere Wertvorstellungen entgegengesetzt, die dem Blick des Herzens entspringen sollen und nur so zu Erfüllung und Glück führen können.

Der kleine Prinz ist immer auch als Kritik an bestimmten Formen der modernen Zivilisation zu verstehen, die stets Gefahr läuft, den Blick für die wesentlichen Dinge zu verlieren. Dementsprechend appelliert die Erzählung auch an den Leser, auf die Stimme des Herzens zu hören und damit die Hoffnung an das Gute zu bewahren.

Fazit
Saint-Exupérys Erzählung appelliert an die ursprüngliche Wahrhaftigkeit einer kindlichen Weltsicht, die es erlaubt, der Welt und den Menschen vorurteilsfrei und kritisch zu begegnen. Der kleine Prinz geht ans Herz und kann mit seiner zeitlosen Thematik längst als Klassiker der Weltliteratur gelten.

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