von Julia Oppenberg

Den Guten helfen und die Schlechten eines Besseren belehren was kann daran schon falsch sein? Nichts, zumindest wenn es nach der kleinen Hexe und ihrem Freund, dem sprechenden Raben Abraxas, ginge. Otfried Preußlers 1957 erschienener Kinderroman Die kleine Hexe erzählt die Geschichte der kleinen Hexe, die, obwohl schon einhundertsiebenundzwanzig Jahre alt, immer noch zu jung ist, um in der Walpurgisnacht gemeinsam mit den anderen Hexen auf dem Blocksberg zu tanzen.

Preußler, Otfried: Die kleine Hexe.
Thienemann, Stuttgart 2005.
127 S., 11,90 €
ISBN 978-3522105804

Inhalt

Wütend darüber, dass man sie scheinbar nicht ernst nimmt, beschließt die kleine Hexe, entgegen der Befürchtungen ihres Freundes und Gefährten Abraxas, heimlich am Walpurgisnachtfest teilzunehmen – und wird prompt erwischt. Von nun an muss sie der strengen Oberhexe beweisen, dass sie eine gute Hexe ist und die Hexenprüfung vor der kommenden Walpurgisnacht meistern kann. Aber was bedeutet es eigentlich eine gute Hexe zu sein? Ein ereignisreiches Jahr beginnt und das Treiben der kleinen Hexe bleibt nicht unbeobachtet. Die argwöhnische Wetterhexe Rumpumpel folgt ihr auf Schritt und Tritt …

Kritik

Otfried Preußler bevölkert die meist realistischen Schauplätze seines Romans mit zahlreichen wundersamen Gestalten und lässt so realistische und phantastische Elemente nebeneinander treten. Die kleine Hexe, Protagonistin des Romans, vereint in sich Züge eines Fabelwesens mit der kindlich verspielten Art eines jungen Mädchens. Gerade durch ihre kleinen Fehler schafft es die kleine Hexe von Beginn an, die Sympathie ihrer Leser zu gewinnen.

Ein Leitmotiv des Romans stellt die enge Freundschaft zwischen der kleinen Hexe und ihrem Raben Abraxas dar. Letzterer steht ihr stets mit guten Ratschlägen zur Seite, wobei er mit Lob und Tadel nicht geizt. Ein offenes Ohr für die Probleme des anderen haben, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und der Glaube an das Gute in einem selbst: diese Kernthemen lässt Preußler in den insgesamt zwanzig Kapiteln seines Romans anklingen, dessen Handlung sich über eine Zeitspanne von einem Jahr erstreckt.

Komposition, Erzählstrang und Stilistik sind bewusst einfach gehalten, eine kindgerechte Sprache und ein schlichter Satzbau machen die Geschichte für junge Leser leicht erfassbar. Durch die überwiegende Verwendung kurzer Hauptsätze und zahlreicher Dialoge gewinnt die Erzählung eine besondere Lebendigkeit.

Fazit

Bei Die kleine Hexe handelt es sich um einen gelungenen und empfehlenswerten Roman für Kinder im Grundschulalter, der sich aufgrund seines episodischen, aber linearen Handlungsverlaufs und seines einfachen Stils zur eigenständigen Lektüre eignet.


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