Lindgren, Astrid: Pippi Langstrumpf

von Janna Nonnenberg

Welches Kind träumt nicht davon, ohne Eltern, allein mit einem kleinen Affen und einem Pferd in einer riesigen Villa zu leben, einen Koffer voller Gold zu besitzen und mit einer Kraft ausgestattet zu sein, die jeden Boxer alt aussehen lassen würde? Genauso sieht das Leben der Pippi Langstrumpf aus, welche sich in ihrer Welt so eingerichtet hat, wie es ihr selbst gefällt.

Lindgren, Astrid: Pippi Langstrumpf
Aus dem Schwedischen von Cäcilie Heinig
Oetinger Verlag, Hamburg 2008.
144 S., 12,90 €
ISBN 978-3789141614

Inhalt

Die Villa Kunterbunt hat einen neuen Bewohner, dies bemerken die Geschwister Thomas und Annika ganz schnell. Die beiden Kinder, die einer eher strengen, spießbürgerlichen Familie entstammen, sind neugierig, wer diese Person sein könnte, die sich ein Pferd mitten auf der Veranda hält. Und so dauert es nicht lang, bis sie Pippi kennenlernen. Das Mädchen mit den roten Zöpfen stellt das Leben der Geschwister schon bald gehörig auf den Kopf, so dass sie ihre strenge Erziehung und ihre guten Manieren bisweilen ganz vergessen. Stattdessen beginnt für sie eine Zeit, die von Spaß und Abenteuer bestimmt ist, ganz ohne Vorschriften der spießigen Erwachsenen, die ja doch immer alles viel zu ernst nehmen …

Kritik

Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf (so Pippis vollständiger Name) lebt allein mit ihrem Affen "Herr Nilson" und ihrem Pferd "Kleiner Onkel" in der Villa Kunterbunt und ist zudem das stärkste Mädchen der Welt. Ihr Vater befindet sich auf großer Reise, ihre Mutter "schaut im Himmel auf sie herab".

Traurig ist das freche Mädchen aber fast nie. Stattdessen ist sie stets auf der Suche nach Spaß und Abenteuer: So kauft sie mit ihrem Gold allen Kindern der Stadt Süßigkeiten, schnallt sich beim Hausputz Schrubber unter die Füße, verteidigt ihr Geld vor trotteligen Räubern, stellt eine Teegesellschaft auf den Kopf, rettet Kinder aus einem brennenden Haus oder gewinnt einen Wettbewerb im "Matrosenhochheben".

Wie man sieht, ist Langeweile für Pippi ein Fremdwort. Pippi möchte niemals erwachsen werden, denn dann kann es mit dem Spaß ganz schnell zu Ende sein. Astrid Lindgren vermittelt mit diesem Buch auf witzige und kecke Art die Wichtigkeit, Kind sein zu dürfen und nicht zu schnell erwachsen werden zu müssen.

Pippi bietet den Erwachsenen selbstbewusst die Stirn und lässt sich nicht einmal einschüchtern, als sie in ein Kinderheim gesteckt werden soll. Sie steht damit für eine kindliche Philosophie der unverkrampften Unernsthaftigkeit, für eine spontane Herangehensweise an die Dinge des Lebens, die sich aber nichtsdestoweniger auch erwachsene Leser zu Herzen nehmen sollten. Astrid Lindgren plädiert in diesem wunderschönen Kinderbuch dafür, sich das innere Kind immer ein Stück weit zu bewahren.

Fazit

Pippi Langstrumpf ist ein Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur, der vielen aus der eigenen Kindheit bekannt ist und in jedes Kinderzimmer gehört. In einfacher Sprache verfasst, stellt es ein wunderbares Vorlesebuch dar und eignet sich gleichermaßen für lesefähige Kinder im Alter ab 9 Jahren.

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