von Alexandra Dauser

Jon Witcroft, der Hauptakteur in Cornelia Funkes neuem Buch Geisterritter, erzählt im Alter von 19 Jahren rückblickend von seinen Erlebnissen als Elfjähriger in einem Internat in Salisbury nahe der britischen Südküste.

Funke, Cornelia: Geisterritter.
Dressler Cecilie, Hamburg 2011.
252 S., 16,95 €
ISBN 978-3791504797

Inhalt

Ein alter Familienfluch verfolgt Jon ab dem Moment, in dem er das Gelände des uralten Internats betritt. Drei Geister trachten nach seinem Leben, doch glücklicherweise erhält Jon hilfreiche Unterstützung durch den Geist des Ritters William Longspee. Der Halbbruder von Richard Löwenherz hilft denen, die ihn in höchster Not um Hilfe bitten. So die Ausgangssituation, von der aus sich die Handlung entfaltet, welche schließlich zu Jons Befreiung von dem Fluch und zur Überwindung seiner gespenstischen Widersacher führt.

Die Protagonisten in Funkes Roman müssen nicht nur Gefahren überwinden und Rettungspläne schmieden, sondern sehen sich gleichermaßen mit Fragen der Freundschaft und den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens konfrontiert.

Kritik

Cornelia Funke bedient mit ihrer Geschichte keineswegs nur das bekannte Genre des Internatsromans. Vielmehr gibt Funke hergebrachte Genre- und Gattungskonventionen zugunsten eines anregenden Genremixes auf und verwendet neben Elementen der Schauer- und Geistergeschichte auch bekannte Märchenklischees und Stoffe des Coming-of-Age-Romans.

So gibt es neben bildhübschen Schulmädchen wie Ella, die Jon bei seinen Abenteuern zur Seite steht, auch schaurig anmutende Orte wie die Kathedrale von Salisbury, die ein wichtiger Schauplatz der Geistergeschichte ist.

Indem Cornelia Funke mit teils historisch belegbaren Figuren und Ereignissen arbeitet, treibt sie eine zusätzliche Verwischung der Realitätsebenen voran, welche den Roman zwischen Fiktionalität und Faktualität oszillieren lässt und somit den festschreibenden Zugriff erschwert. Ein Glossar am Ende des Buches sowie das Nachwort ermöglichen es dem Leser, sich noch eingehender mit der Ideen- und Gedankenwelt Cornelia Funkes auseinanderzusetzen.

Fazit

Mit Geisterritter legt Cornelia Funke nach dem eher düsteren und vergleichsweise brutalen Erstling ihrer Reckless-Trilogie wieder ein Buch für ein junges Leserpublikum vor. Freunde von Funkes Werk werden an Geisterritter Gefallen finden, besonders aber Einsteiger, die in das literarische Universum Cornelia Funkes eintauchen wollen.

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